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Social Media: Der Problemlöser

15 Dez
Deutsch: Spider Murphy Gang, Passau (Residenzp...

Woho bist Du, oh mein Problemlöser Image via Wikipedia

Meine Verwandtschaft sitzt mir im Nacken – im Grund genommen eigentlich nur eine Person. Die hat sich so ein elektronisches i-Dingsbums zum Spielen gekauft.

Neulich auf dem Arbeitsmarktforum erfuhr ich ja, dass die folgende Generation eine größere Gehirnmasse hat und mit ihrem Gehirn auch noch mehr anfangen kann – zum Beispiel viele Sachen auf einmal machen. Ich alter Mann bin ein Auslaufmodell …

Im anfangs beschriebenen i-Dings-Fall verhält sich das andersherum. Die Spaßgeneration ist nur an einer schnellen und vor allem einfachen Lösung interessiert. Und wenn man es selber nicht schafft, coole, unterhaltsame Apps zu laden, dann sucht man auch die einfachste Problemlösung. Nämlich irgendjemanden, auf den man persönlichen Zugriff hat und der möglicherweise das Problem lösen kann – den PROBLEMLÖSER.

Das ist – auf gut Deutsch – Social Media live. Nur leider muss auch der Problemlöser erstmal das Handbuch lesen. Da das aber 164 Seiten hat, kann das ein bisschen dauern. Dem Problemlöser kann man das zumuten, sich selbst aber nicht. Puh. Ich denke, ich werde die Kraft der Social Media jetzt nutzen. Pass an die Community, Schuss und … der Problemlöser lässt sein Problem lösen – wahrhaftig eine schöne Perspektive. Das Leben kann so einfach sein.

Und irgendwo bei den 800 Mio. Facebook-Nutzern wird doch wohl einer sein, der mir in klarem Deutsch kurz und bündig weiterhelfen kann. Und mich nicht an eine Community vermittelt, in der ich mir selber helfen kann: „Da bei Chip gibt´s doch das Handbuch zum Download“ „Danke für den Tipp, bin bislang bis Seite 75 gekommen …“  Wo ist der unbürokratische Helfer? Ich fühle mich an die Spider Murphy Gang erinnert. 😉 Sicher ist der entsprechende Kandidat oder die Kandidatin irgendwo, aber das Finden ist schon aufwändig.

Masse allein mag ja schön und bedeutsam sein (vor allem für Facebook), das suggerieren uns die Zahlen jeden Tag aufs Neue. Aber wie schon unsere Sportkollegen in der Abizeitung schrieben: „Was nützen 10.000 Watt, wenn´s Birnle net brennt“. Wenn mein individuelles Problem nicht gelöst wird, nutzt mir alle Masse nichts. Das Potenzial der sozialen Massen intelligent zu erschließen, erscheint mir der Schlüssel zum Social Media Glück zu sein. Und wenn das nicht klappt, dann muss ich halt wieder bei den anderen vermeintlichen Problemlösern Klinken putzen – oder … ich erkundige mich einfach mal bei dem, der das Ding verkauft hat …

Muss kurz weg …

Ihr und Euer
Martin Reti

 
2 Kommentare

Verfasst von - 15. Dezember 2011 in Social Media

 

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2 Antworten zu “Social Media: Der Problemlöser

  1. Christian

    15. Dezember 2011 at 15:55

    Dafür gibt es doch (sollte es geben) die klassischen Vermittler zwischen Technik und Anwender – Technische Redakteure zB. Mich erinnert das an die Anfangszeiten der Videorecorder, die einzustellen war nahezu unmöglich, die Anleitung zu verstehen schafften nur Dipl.-Ing.s – selbsternannt oder echte. Heute ist man bei den Film-Mitschneidern echt so weit, dass das selbsterklärend ist. Man hat also den Sprung vom erklären zum einfachen und verständlichen Produkt geschafft (ich habe sogar eine App, um meinen Recorder zu programmieren).

    Offensichtlich brauchen alle Produkte einen Entwicklungszyklus – den vom Entwickler zum Anwender. Egal ob Videorecorder-Progarmmierung oder App-Installation. Und ich bin sicher, dass wird sich auch mit mehr Hirnmasse nicht lösen lassen, ein Techniker wird nie wie eine *einfache* Hausfrau denken – also nicht so kompliziert 😉

     
    • martinreti

      16. Dezember 2011 at 07:29

      Hi Chris,
      wohl wahr – insbesondere die Verständnisschwelle zwischen verschieden denkenden Menschen werden wir immer haben. Aber heute kommen die Geräte (weil sie ja so einfach und intuitiv zu bedienen sind) ohne Gebrauchsanweisung daher. Wenn dann ein Problem auftaucht, dann hat man … ein Problem 😉 Mir ging es nciht nur darum, die Spaßgeneration zu charakterisieren, sondern auch dass nicht alles von selbst einfacher wird. Insbesondere, wenn man ein tieferes Verständnis von Dingen erhalten will, muss man denen immer noch auf den Grund gehen. Das ist harte Arbeit. Und das muss mehr denn je aus eigener Motivation entstehen.

      Beste Grüße
      Martin

       

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