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Social Media: Für eine Handvoll Dollar

23 Dez
Photo of Clint Eastwood and Don Hight from the...

Clint - sorg für Ordnung! Image via Wikipedia

Suchen Sie für das neue Jahr eine neue Stelle? Ich habe da einen Tipp – im Trend liegt der Kommentar-Agent (Secretary of good online image oder alternativ „Master of Likes“). Einziger Wermutstropfen: Sie müssten dafür wohl nach China reisen – oder in die USA. Und über die Verdienstaussichten konnte ich noch nichts in Erfahrung bringen.

Ganz ehrlich: Verwundert oder erschreckt sie das wirklich? Die University of California hat herausgefunden, dass so genannte Crowd Sourcing Plattformen (also große Gruppen von Leuten, die eigentlich gemeinsam was Neues entwickeln sollen), auch Geld für die Meinungsbildung nehmen. Früher hießen diese Menschen im harmlosen Fall Claquere (ja, auch ich klatsche manchmal zu früh bei musikalischen Darbietungen), manchmal wurden sie gezwungen, an afrikanischen oder nordkoreanischen Militärparaden teilzunehmen und heute sitzen sie an ihrem vernetzten Rechner und verkaufen ihre Meinung. Oder richtiger: Sie lassen sich von Interessenten bezahlen, um gute Meinung in sozialen Netzwerken zu machen.

Dahinter steckt wieder einmal mehr das Prinzip von Masse und Moneten – und guter Planung. Warum ein Risiko in sozialen Netzwerken eingehen? Wenn ich etwas Geld in die Hand nehme, kann ich Menschen bezahlen, meine Fans zu werden oder gar gut über mich zu schreiben. Dann habe ich eine Garantie dafür, dass mein „soziales“ Engagement von Erfolg gekrönt ist. Ich kann mir also noch sehr viel leichter als in der Vergangenheit ein gutes Image, heute: eine gute „Online Reputation“ kaufen. Cool …

Dabei hatten wir doch gehofft, dass in Zeiten der Social Media die Spielregeln neue sind: Alles wird transparenter, ehrlicher. Und tatsächlich funktioniert das auch – wie im Fall Faymann. Die Beispiele, in denen Unternehmen den Kürzeren zogen oder aber tatsächlich auf das Votum der Facebook-Guerilla eingingen, lassen hoffen.

Nichtsdestoweniger beschleicht mich der Gedanke, dass auch im sozialen Netzwerk das Gesetz des größeren Geldbeutels gilt. Wer die berühmte Handvoll Dollar hat, der kauft sich Meinung, der leistet sich die besten Werbeformate, …  Und die Kleinen?

Im Social Web gelten zwei Regeln: Überzeuge die Maschinen (das kannten wir schon im Web 1.0) und (neu) überzeuge die Menschen – offenbar haben wir für letzteres auch eine Lösung gefunden.

So, ich muss jetzt mal ein paar bezahlte Blogbeiträge schreiben, um reich zu werden. Ich denke, ich fange mal beim Singletreff an …

Ihr
Martin Reti

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 23. Dezember 2011 in Social Media

 

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Eine Antwort zu “Social Media: Für eine Handvoll Dollar

  1. martinreti

    14. Juni 2012 at 17:21

    Gunnar Sohn hat auch ausführlich zum Thema geschrieben – dort gibt´s auch Kontakt zum Verkäufer 😉 http://ichsagmal.com/2012/06/01/1000-likes-zum-stuckpreis-von-nur-1998-euro-fischmarktangebote-fur-social-media/

     

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