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Social Media: Musst Du!

02 Mrz
Wilhelm II

Großer Visionär des technologischen Fortschritts. Und Modeexperte ... 😉 Image via Wikipedia

„Das Auto hat keine Zukunft, ich setze aufs Pferd“ – große Worte des Kaisers. Wilhelm II. war´s. Die Bonmots der Technikverächter sind Legion, unser Lächeln darüber eine kleine Freude, die wir uns vor dem Wochenende gerne gönnen …

Las neulich, dass bereits 2009 80% aller Unternehmen über 10 Mitarbeiter im Web waren. Dem stehen laut Cocomore und Socialmedia-Blog 56% private Onliner  gegenüber (der Bitkom spricht von 79%). Wie es scheint, hat die private Seite noch mehr oder weniger Nachholbedarf. Das in früheren Zeiten belächelte Instrument Web („ist eine Spielerei für Computerfreaks, wir sehen darin keine Zukunft“* 😉 hat sich also im Business etabliert und zwar stärker als im privaten Umfeld. Erstaunlich … wenn die Zahlen stimmen …  😉

Dieselbe Diskussion schwelt auch heute wieder angesichts der Social Media, die, das will ich hier einfach mal propagieren, „nur“ eine evolutionäre Weiterentwicklung des Web darstellt. Wir Menschen sind halt in der großen Zahl weniger Entdecker als mehr Gewohnheitstiere, die sich gern im vertrauten Rahmen bewegen und damit vergeben wir uns auch bisweilen Chancen.

Natürlich freuen wir Verharrer uns dann auch darüber, wenn sich zeigt, dass in der neuen Umgebung auch Unfälle passieren können: „Ha, die Webseite wurde gehackt, ha, mit meiner Papierkartei kann mir sowas nicht pasieren, ha, ein Shitstorm, ha, alles illegal, sagt Herr Weichert, ha, …“ usw. Dadurch fühlen wir unser Festhalten legitimiert, drehen den Innovatoren eine lange Nase und fühlen uns komfortabel – wir haben nichts verpasst. Allerdings lässt sich guten Gewissens kaum mehr leugnen, dass zumindest das Web seinen Platz in der Gesellschaft und im Geschäftsleben erkämpft hat. Wieso sollte das mit Social Media anders werden?

Ich frage mich, wieviel der „richtig“ kleinen Unternehmen unter 10 Mitarbeitern auf das Web oder auf Social Media setzen. Als,o sprich: alle diejenigen, die weder das Geld noch die „Manpower“ haben, große Marketingkampagnen zu starten. Auch hier begegnet man immer wieder (und nicht nur bei den ganz kleinen) Vorbehalten gegen das „komische Social-Spielzeug, das wir nicht brauchen“. Ich meine, diese Argumentation schon mal gehört zu haben. Wo war das schnell nochmal? 😉

Dabei scheinen aus meiner Sicht gerade die Unternehmer, die eben nicht die großen Budgets haben, prädestiniert für die volle (Social)Webbreitseite. Hier steht ein ganzer kostenloser Werkzeugkasten für das Marketing (und den Vertrieb) bereit. Eine große Chance, Reichweite zu erzeugen, sich zu präsentieren und womöglich Kunden zu gewinnen. Und das gilt nicht nur für Unternehmen, die greifbare Produkte anbieten, sondern in speziellem Maße auch für diejenigen, die immaterielle Güter wie Beratung und Dienstleistungen anbieten. Sie können im virtuellen Schaufenster „Versucherle“ anbieten oder die Leistungen sogar direkt darüber verkaufen.

Etwas Passion braucht man dazu schon – und es zeigt sich, dass gerade diejenigen, die diese Passion für ihr Fachgebiet mitbringen, die größten Erfolge feiern. Wenn Sie Ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, ist das die beste Startkombination, die Sie sich wünschen können. „Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund“** 😉  – eine alte Weisheit, die sich immer wieder bestätigt. Und dafür gibt´s Beispiele. Oder noch eins.

Das Erfolgsgeheimnis besteht darin, diese Passion gegenüber Mensch und Maschine auszudrücken. In Zeiten, in denen Konsumenten sich eben im Internet informieren und in sozialen Netzwerken ihre Freunde vor dem Kauf befragen, was läge da näher, als mit dem Unternehmen hier präsent zu sein? Und damit auch die (Such)Maschinen zu überzeugen, dass man tatsächlich existiert? 😉

Ich räume ein, dass Unternehmen Facebook und Konsorten mit ihren Daten bezahlen – aber, he, ist das nicht das, was der Gewerbetreibende will?  Dass seine Information rumgereicht werden? Wer jetzt Hilfe schreit, sollte sich lieber wieder eine Anstellung suchen 😉

Mit besten Wochenendgrüßen

Ihr/Euer
Martin/Reti

p.s.

* für alle Junggeborenen: Das war von Ron Sommer

** Und das war von Lukas: Lk. 6, 45b

Das ist so ungefähr das, ws ich am Mittwoch in Eisenach erzählen werde. Plus ein paar Histörchen mehr.

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2 Kommentare

Verfasst von - 2. März 2012 in Social Media

 

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2 Antworten zu “Social Media: Musst Du!

  1. Christian Lutzke

    5. März 2012 at 10:03

    Beim Blick auf die Wohnideen-Seite, möchte ich direkt anrufen und die Leutz bestellen – das ist wirklich mit viel Herz und LIebe umgesetzt.

    Aber auch nur so geht es. Definitiv nicht mit Chefs, die von *komischen Social-Spielzeug* reden und man in Endlosschleifen immer gegen die gleiche Ablehnwand läuft. Solange man sich nur mit Prozesse und internen Problemen beschäftigt und die Liebe zum Beruf verloren hat und damit die Beziehung zum Kunden, solange braucht man auch keine Social Media Präsenz aufbauen. Diese ist dann sicher genauso lieb-, herz- und sinnlos.

    Hat das wirklich Ron Sommer gesagt? 🙂

     
    • martinreti

      5. März 2012 at 10:31

      Hi Chris,

      jawoll – so isses. Es ist zuerst eine Frage der Haltung zu Social Media. Und natürlich der Selbstreflexion: Brauche ich das? Bringt mir das was? Oder wo läuft denn was schief? Solange man nicht wenigstens ein bisschen Selbstkritik mitbringt, wird das schwierig.

      Und zu Ron: Ja, tatsächlich. Ich habe das Zitat gerne in den letzten Monaten meiner Cloudlaufbahn verwendet. Zuerst letztes Jahr bei der Vorbereitung auf die CeBIT. War immer wieder erheiternd. Aber man muss zu seiner Ehrenrettung sagen, das war Anfang der 90er. Allerdings einen Visionär können wir ihn damit kaum nennen 😉 Mehr IT-Bonmots hier: http://www.netzmafia.de/service/propheten.html

       

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