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Social Media: I like „Like it“

16 Mrz
English: Worn speed limit It looks freshly pai...

Geschwindigkeit? No Limits ... Image via Wikipedia

Bald beginnt wieder die Formel 1. Und damit bekommt unsere Sehnsucht nach Geschwindigkeit wieder einen physikalischen Ausdruck. Wir schlagen uns die Nächte um die Ohren um vermeintlich mitzuspüren, wie es uns in die Sofasitze drückt. Klar: Die Geschwindigkeit hat unser Leben fest im Griff – nicht nur in Wochenendnächten. Da mag sich manch einer von Zeit zu Zeit nach Langsamkeit zurücksehnen (solange es dabei nicht um das Laden von Seiten geht) …

Social Media liegt im Trend. Nicht etwa weil die Diskussion über die platzende Blase und damit eine Gesamtbewertung des Phänomens wieder aufflammt, sondern weil eines der zentralen Versprechen der Social Media Plattformen Geschwindigkeit ist. Und dass das trendy ist, weiß nicht nur Peter Wippermann. Die Entwicklung der ICT, der integrierten IT und Telekommunikation auf der Basis des Internets, hat uns in die Lage versetzt, schneller Neuigkeiten wahrzunehmen und  darauf zu reagieren.

Früher Zeitung, heute just in time

Wo wir in der Vergangenheit auf die Tagesschau oder die Tageszeitung oder die volle Stunde gewartet haben oder dem Anruf der Angebeteten entgegen fieberten, teilen wir uns heute „just in time“ Entscheidungen und Neuigkeiten mit. Und wir erwarten auch schnelle Antworten. Gibt es hier noch jemanden, der gerne wartet? Wenn wir ehrlich sind: Das haben wir noch nie gern getan 😉 Und wer mit den Möglichkeiten der ICT aufwächst, der tut das noch viel weniger gern 😉

Leider nur dringen neben den Antworten auf die Fragen, die uns bewegen, auch viele Antworten (und Fragen) auf uns ein, die uns (momentan) eher nicht bewegen. Ich schätze das Verhältnis je nach Twitterstream auf etwa 99,9 zu 0,1. Die Flut von Informationen macht uns Menschen zum Flaschenhals der Informationsverarbeitung. Natürlich brauchen wir Tools, die uns die Arbeit nehmen. Die für uns sichten und für uns posten. Aber das ist nicht recht befriedigend.

Zum einen werden Automatismen nie das ausdrücken können, was wir Menschen ausdrücken wollen (naja, Watson kann das vielleicht und auch wir Menschen tun uns manchmal schwer ;-)) Aber wenn Maschinen das könnten, würde ich mir intensive Gedanken über die Bedeutung meiner Existenz machen. Zum anderen will der eine oder andere das Gefühl haben, etwas selber zu tun und seine digitale Identität nicht nur von Maschinen verwalten lassen 😉

Die +1-Welt

Und dafür haben Facebook, Google & Co. einen tollen Trick entwickelt. Den Like bzw. +1 Button. Ok, der schaut bei Google seit vorgestern ein bisschen krank aus, aber das sollte seine Bedeutung nicht schmälern. Dieses unkomplizierte One-Click-Voting oder One-Click-Telling ist genau das, was perfekt in meine Zwangslage hineinpasst. Folgen, Favorisieren, Gut finden, Teilen – all das geschieht in Sekundenbruchteilen.

Ich manage, ich entscheide, mit welchen Inhalten ich mich eins mache. Und ich regiere: Fast fühle ich mich wie ein König. Ich kann meine Huld verteilen und sogar genauso schnell wieder entziehen. Das One-Click-Erlebnis bedient unseren Wunsch nach schneller Meinungsäußerung und Teilnahme im Strudel der „Neuigkeiten“. Und es erlaubt uns, selber Gas zu geben, in einer Zeit, in der Geschwindigkeit zählt. Mit einem Klick lege ich aber auch die Sachen zur Seite, die ich mir für Mußestunden aufspare. Der Klick ist die schnellste Lösung und deswegen die zeitgemäße. Haben wir Clippings nicht mal mit Schere und Klebstoff angefertigt? 😉

Beim „Disliken“ sind wir noch nicht so weit. Nur bei youtube darf ich mit gleichem Tempo Produkte schlecht wie gut finden. Das könnte auch eine Erklärung für den bisweilen rauen Ton dort sein 😉 In der Regel aber muss ich mir ein bisschen mehr Mühe geben. Beim Disliken muss ich meine Meinung artikulieren.Und das erfordert Arbeit. Vielleicht leistet Social Media damit ja einen Beitrag zu einer „besseren“ Welt, in der das Positive es einfacher hat? 😉

Mein Fazit: Wir bewegen uns in eine „One-Click-Society“ und ich hoffe, dass Amazon nicht eines Tages sein 1-Click-Buy-Patent vor Gericht auf das Liken ausweitet. Man stelle sich das mal vor, wenn wir für jeden Klick tatsächlich nur einen Hundertstel Cent zahlen müssten 😉 Das wäre mal ein Geschäftsmodell …

So, jetzt tauche ich wieder ab in die Welt der Langsamkeit und ich empfehle Ihnen an diesem Wochenende das selbe 😉

Ihr
Martin/Reti

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Verfasst von - 16. März 2012 in Social Media

 

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