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Social Media: Mit Herz und Verstand

30 Mrz
Untergang der MS Explorer und Rettungsaktion d...

Social Media und das Unternehmen gerät in Schieflage? (Photo credit: Wikipedia)

Social Media – das Tor zum Unternehmens-Armageddon?

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Aber für mich gibt es zwei Arten von Veranstaltungen. Die einen, bei denen die Zuhörer schnell nach Hause wollen und sich bei der Aufforderung zu Fragen nur Stille im Raum regt. Und dann die anderen, bei denen eine Frage die andere jagt.

Letzte Woche war ich auf einer Veranstaltung an der GGS in Heilbronn. Ging um Recruiting im Social Web. Und es war eine Veranstaltung der letzteren Sorte. Man konnte spüren, dass die Anwesenden gerne würden, wenn sie könnten. Und wenn man ein bisschen Sicherheit hätte; wenn man wüsste, was einen da erwartet – im Social Web. Die Shitstürme haben offenbar ihre Spuren in den archaischen Bestandteilen der Gehirne hinterlassen. Diese Haltung  darf ganz simpel für die emotionalen Vorbehalte stehen. Für die Skepsis, neues, unbekanntes Terrain zu betreten. Wir sind nicht alle Cook oder Kolumbus.

Komplettiert wird das Vorbehaltspaket durch die harten geschäftlichen Notwendigkeiten, die in Unternehmen zweifelsohne existieren: Muss sich da nicht jemand drum kümmern? Jemand, der sich da auskennt? Wo finden wir den? Wie viel Aufwand bedeutet das? Was bekommen wir für unser eingesetztes Geld zurück? Eine kühl kalkulierte Kosten-Nutzen-Rechnung.

In der Summe ein starkes Widerstandspaket gegen Social Media aus Fakten und Emotionen. Das ja nicht von ungefähr kommt.Doch die Frage muss doch lauten: Was will ich eigentlich erreichen? Mit was werde ich zufrieden sein? Und was will ich auf jeden Fall vermeiden? Will ich den großen Wurf?

Uns wird eingeredet, dass wir die Welt mit Social Media aus den Angeln heben können. Aber nicht jedes Unternehmen heißt McDonalds, Coca Cola, BMW, Audi etc.Vielleicht reicht mir ja ein guter Auftritt in der Verbandsliga, weil mein Kader und mein Budget nicht für die Champions League reichen? Vielleicht kann man einfach mal die Kirche im Dorf lassen.

Dass der Aufwand für „perfekte“ Social Media – insofern es das geben mag – rein mathematisch gegen unendlich geht, ist klar. Aber wieviel Aufwand brauche ich denn, um „ordentliche“ Social Media zu machen? Ist der Aufwand möglicherweise viel geringer, als ich denke?

Ich denke, ein Lösungsszenario ist „mit Herz und Verstand“.
Verstand: Vorher ein paar grundlegende Gedanken machen. Wer könnte denn gegen mich mobil machen? Wer hasst mich denn und ist so verwegen, dass er einen semi-öffentlichen Disput mit mir austragen möchte? Ich glaube, wenn wir ehrlich sind, bleiben da in der Regel nicht so viele Kandidaten übrig. Und die Frage ist, ob die dann einen großen Entrüstungssturm lostreten können. Hand aufs Herz: Wer das möchte, findet im großen, weiten Web einen anderen Platz, um Dampf abzulassen – und ich erfahre davon eher nichts. Dann doch vielleicht lieber da, wo ich reagieren kann ;-).
Eine zweite wichtige Frage: Habe ich Angst vor einem Mehr an Transparenz? Wenn ich Transparenz nicht möchte, wird Social Media ein weiterer klassischer (beherrschbarer) Marketingkanal. Was man durchaus weiter diskutieren könnte, aber hier und heute nicht muss. Oder eine dritte Frage: Wer im Unternehmen trägt denn das Social Media Engagement mit? Ich möchte das jetzt nicht Strategie nennen, aber darauf zielt der Verstand ab.

Zum Herz: Ich mag das, was mein Unternehmen macht und ist. Und ich betreibe Social Media engagiert, reagiere also zügig auf Anfragen in einem freundlichen wertschätzenden Ton. Zuviel Aufwand? Keine Angst: Die Karriereseite der Bundeswehr mit etwa 50.000 Fans bekommt täglich etwa zehn Zuschriften und postet täglich einen Beitrag. Das selbe etwa bei dem Konzernauftritt der Deutschen Bahn (auch wenn hier die eigenen Beiträge mit bis zu 30 Kommentaren teilweise engagiert diskutiert werden). Beim Serviceauftritt ist mehr los – da kommen schon mal 60 Zuschriften jeden Tag rein. Und dass Lady Gaga Tausende von Kommentaren auf ihre alltäglichen Nichtigkeiten bearbeitet – denken Sie das?

Wer will sich schon mit denen vergleichen? Erwarten Sie das gleiche Verkehrsvolumen? Sie haben ambitionierte Pläne … 😉

Die Gefahren für Unternehmen, die womöglich gar keine Konsumgüter produzieren sind soviel geringer als in unseren Albträumen, der Pflege-Aufwand ebenso. Nichtsdestoweniger sollte beides vernünftig – gemessen an den Zielen – abgeschätzt werden und dann müssen Mitarbeiter auch die Freiheit bekommen, die Social Media Arbeit zu tun. Mit Aufwänden, um sich intern zu organisieren und mit der Freiheit und den technischen Möglichkeiten, schnell reagieren zu können.

Vielleicht wird Social Media ab einer bestimmten Stufe tatsächlich so was wie Zauberei. Aber im Normalfall reichen Herz und Verstand für einen guten Job. Wenn wir das haben, sollten wir keine Angst haben.

 

Schönes Wochenende
Ihr/Euer
Martin /Reti

 
2 Kommentare

Verfasst von - 30. März 2012 in Social Media

 

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2 Antworten zu “Social Media: Mit Herz und Verstand

  1. haydecker

    30. März 2012 at 19:33

    Like: Einfuehrung mit Herz und Verstand (und vielleicht noch ein wenig Bauchgefuehl)

    Guter Vergleich . . .

     
    • martinreti

      31. März 2012 at 14:07

      Danke. Und ja: Bauchgefühl ist das A und O 😉

       

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