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Social Media: Sieg oder Niederlage

27 Apr

Die Commerzbank ist die führende Social Media Bank, während die meisten Unternehmen an Social Media scheitern. Ich genieße es, diese Woche mit einem simplen Blick auf die Welt abschließen zu können. Worauf mich beide Beiträge aber hinweisen, ist die Frage: Was ist eigentlich „gute“ Social Media? Und was ist Scheitern?

In einem typischen Meeting hinter verschlossenen Türen mit, sagen wir, 20 Teilnehmern

  • finden fünf, dass Social Media groß sein muss – Erfolg bemisst sich an Messehallen voller Fans und Strömen von Followern
  • sind drei der Ansicht, dass Schnelligkeit das Maß der Dinge ist – schnelles Wachstum, schnelle Reaktion
  • schwören zwei Stein und Bein, dass Social Media interaktiv sein muss und dass „man“ mit seinen Kunden kommunizieren muss (wobei wir uns die Frage stellen dürfen, wer denn „man“ ist ;-))
  • vermutet einer der Sitzungsteilnehmer (wahrscheinlich mit klassischem Marketing-Hintergrund), dass Zielgruppenorientierung das Maß der Dinge ist
  • und der Rest hat keine Ahnung, worüber die anderen reden ;-).

Daraus machen wir eine Statistik und schon haben wir unsere Antwort. Mit dieser Statistik wären wir dann wahrscheinlich im Trend – nicht nur weil Statistiken selbst im Trend sind, sondern auch weil wir mit den Inhalten wenig Widersprüchliches erzeugen.

Expertenantwort?

Die Herausgeber der Bankenstudie antworten auf die Frage nach dem Social Media Top-Performer:  „Sie schaffen Kundenmehrwert durch bedarfsgerechtere Service- und Prozessinnovationen und skalieren persönliche Nähe“. Skalierung persönlicher Nähe – das verstehen Sie bestimmt. Ich habe meine Probleme damit. Ich versuche das so zu verstehen, dass nur Social Media, die direkt auf das Geschäft einzahlt, sinnvoll ist. Champions haben außerdem natürlich eine Strategie und experimentieren nicht herum.

Sind wir alle gleich?

Aber kann man tatsächlich alle Unternehmens-Engagements über einen Kamm scheren? Ich weiß, wir wünschen uns das. Aber sollen wir wirklich ein Handwerksunternehmen mit einem Großkonzern vergleichen? Ich weiß ja: die sozialen Medien machen uns alle gleich. Wir sind alle gleich wertvoll, wir haben alle dieselben Möglichkeiten, perfekte Demokratie – ist das wirklich so? Schöne, faire Welt?

Natürlich nicht. Wir sollten nicht vergessen, dass hinter jeder Social Media Plattform auch ein Geschäftsmodell steht. Sonst würden uns diese Plattformen nicht zu lange erhalten bleiben. Und diese Geschäftsmodelle ermöglichen denen, die Geld haben, sich ganz anders zu bewegen, als denen, die nur kostenlose Basisdienste nutzen. Diejenigen mit den größeren Budgets haben auch mehr Möglichkeiten, kreative Inhalte zu erzeugen. Sie haben sogar die Möglichkeit, eigene Plattformen aufzubauen. Wie der seit Mittwoch von uns allen geliebte FC Bayern.

Martin Goetze - Sieg

Wer bekommt jetzt den Lorbeerkranz? (Photo credit: Wikipedia)

Erfolg individuell messen

Am sinnvollsten scheint mir, dass man sich an den individuellen Zielen misst. Und die könnten natürlich auch heißen: Werden wir besser gefunden? Hat sich unser Image positiv verändert? Ist unser Auftritt lebendig? Sind wir sympathisch? Wie viel erreichen wir mit beschränktem Einsatz? Unterhalten wir mehr bzw. intensivere Beziehungen? Und geht es wirklich um Alles oder Nichts, Sieg oder Niederlage?

Unternehmen, die sich auf Social Media einlassen, sollten für sich die Entscheidung treffen, was sie erreichen wollen. Und sie müssen für sich einen Mehrwert erkennen und formulieren. Was dann im Umkehrschluss auch bedeutet, dass die Mitarbeiter mitmachen. Und das ist schon mal nicht das schlechteste Ergebnis.

Auf zur Feldstudie

Für mich ist Lebendigkeit das Zeichen von Social Media. Machen Sie sich doch mal den Spaß und schreiben Sie (Social Media erfolgreiche) Unternehmen auf Facebook an. Das geht doch jetzt ganz einfach in der Chronik. Und dann schauen Sie mal, was zurückkommt. Da bekommen Sie einen ganz guten Eindruck davon, wie ernst die Unternehmen das „Social Media Zeug“ nehmen oder ob die mit ihrer erreichten Fanbase glücklich und zufrieden sind. Und dann machen Sie eine Statistik draus. Und publizieren sie. Und dann reden wir nochmal über Erfolg und Scheitern.

Ich muss jetzt mal ein paar Nachrichten schreiben … 😉

Schönes Wochenende

Ihr/Euer
Martin/Reti

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Verfasst von - 27. April 2012 in Social Media

 

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