RSS

Social Media: Das Wesen des Fans

11 Mai

BAYERN-M

Angesichts des Champions League Finales in München wird sich in Deutschland wieder die Fan-Diskussion am Beispiel des FC Bayern München entzünden. „Ich hasse die Bayern und hoffe, dass Chelsea denen ordentlich einschenkt“, werden die einen skandieren, während die gönnender Denkenden „Ich bin zwar Dortmund-Fan, aber am Samstag bin ich für Bayern“, verlauten lassen. Großzügig beiseite lasse ich in dieser Betrachtung mal die knapp 3,9 Millionen Facebook-Fans der Bayern, die, da sie nicht ins Stadion passen, sicher alle an diversen Bildschirmen mitfiebern. Weil die ja alle unverbrüchlich und konsequent zu „ihrem“ FC Bayern stehen. Bis aufs (pseudo-)bajuwarische Blut.

Wirklich? Facebook ist ja ein Gleichmacher. Jeder kann „nur“ Like it klicken und schon ist er ein Fan – keine VIP Lounge, kein Platz auf der Trainerbank, keine Stehplätze – einfach Fan. Ok, manchmal gibt es zum Fanstart noch eine Bratwurst oder ein Bier dazu (aka Gutschein) oder die Option auf das neue iPad (aka Verlosung). Dies alles braucht der so genannte „echte“ Fan nicht. Der muss bloß hören, dass eine Fan-Kollektion aufgelegt ist und schon ist er auf dem Weg in den Merchandising-Store und gibt ein halbes Monatsgehalt aus. Und der verteidigt auch „seinen“ FC Bayern gegen jedwede Anmache seitens fränkischer Mittelklasse-Clubs oder West-Emporkömmlinge oder Südrivalen vom Neckar 😉 Und natürlich würde der auch dreimal Like klicken, wenn er damit einen „Fan plus“-Status bekäme.

Fan = Sympathisant, Drive-byer oder Like-Jäger?

3,9 Mio Edelfans, die zur Not die Spielfeldmarkierungen nachziehen oder den Rasen mähen? Ich wage das zu bezweifeln. Ein paar sind das sicherlich (wobei das in diesem Fall sicher mal eine sechsstellige Zahl sein kann), aber der weitaus größere Teil wird im weitesten Sinne sympathisieren oder nach einer Werbeaktion einfach nur vergessen haben, das Like zurückzunehmen oder ein professioneller Fanstatus-Sammler sein (mit der Jagd auf einen Guinnessbuch-Eintrag?) oder einfach ein großzügiger Mensch, der gerne mal eine Freundlichkeit gewährt – die ihre Ursache in einer eventuellen Gegen-Freundlichkeit hat. Eine Hand wäscht eben doch die andere. Und jetzt habe ich natürlich noch den „Content is King“-Fall vergessen: Dass Menschen womöglich Interesse an den Dingen haben, die Unternehmen an ihre Pinnwand heften … upps, mea culpa

Dass sich das alles nicht in einer stärkeren Identifkation mit der Marke niederschlägt, scheint klar. Aber worin liegt denn der Mehrwert für die Seite oder für die Marke bzw. das Unternehmen? Und vor allem: Was sind die Fans wert? Eine Infografik vom März meint: 2 Dollar auf Twitter und 8 Dollar auf Facebook. Und das sei nur der Basisertrag! Ein Share wird mit 14 Dollar bewertet, ein Tweet immer noch mit 5 Dollar. Ich könnte mir vorstellen, mich als Tweeter und Sharer selbstständig zu machen 😉 Futurebiz hat mir das aber verleidet 😉

Was anfangen mit den Fans?

Die Bindung der Fans an ihr Fanobjekt wird sehr unterschiedlich sein. Was kann ich also mit den Fans anfangen? Und will ich wirklich viele Fans haben? Mit denen ich womöglich noch interagieren soll? Bitburger hat kürzlich die 100.000-Fans-Marke geknackt. Schon diese Zahl würde einen ganz erheblichen Aufwand bedeuten, auf einzelne Kommentare zu reagieren oder die Pinnwand gar zu moderieren. Und da finden sich u.a. Freundlichkeiten wie „Eure Plörre könnt Ihr behalten“, denen die Fans in der „Community“ auch nicht begegnen.

Letzten Endes scheint es so, als ob „erfolgreiche“ Social Media lediglich auf (kostengünstige) Reichweite herausläuft. Wer sechs- oder siebenstellige Fanzahlen hat, dessen Posts reichen rein mathematisch einfach weiter. Zielgruppenorientierung ist was anderes. Konsumentenmarken haben es da auch ein bisschen einfacher als die B2B-Unternehmen.

Vielleicht hat Kohelet ja Recht: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“ Denn die Reichweiten-Diskussion führen wir seit Jahr und Tag schon für jede Tageszeitung und jedes Special Interest Journal.

Euch/ Ihnen allen ein schönes Wochenende
Ich bin dann mal in Äthiopien – für eine Woche (mehr darüber gibt es auf der Facebookseite der BERA)

Martin/ Reti

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 11. Mai 2012 in Social Media

 

Schlagwörter: , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: