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Social Media: Trolle um Mitternacht

29 Jun
Trolle family coat of arms

Trolle organisieren sich jetzt – unter eigenem Wappen (Photo credit: Wikipedia)

Ach, das waren noch Zeiten, als wir samstags unsere letzten Groschen zusammengeklaubt hatten und schnell noch bis 12:00 Uhr in den nächsten Laden reinrennen mussten, um noch ein paar Kaugummis oder Weingummis (stückweise!) zu kaufen. Danach war für ein ganzes langes Wochenende zu. Und nach dem Verzehr der Köstlichkeiten begannen wir uns zu langweilen …

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht … aber dieses Social Media Leben ist nichts für Weicheier. Von wegen Ladenöffnungszeiten und Wochenend-Langeweile (oder besser vielleicht -ruhe). Unternehmen, die sich beklagen, dass ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit „facebooken“, sollten mal nach Dienstschluss oder am Wochenende einen Blick in die sozialen Netzwerke werfen. Völlig ungehemmt und zeitlich unlimitiert kann man da in den Weiten des Netzes stöbern, einkaufen, die Einkäufe bewerten, die neuesten Haustierfotos posten, sich zum Essen verabreden, Veranstaltungen organisieren, Unternehmen, die einen schlecht behandelt haben, anzählen und die liegen gebliebenen Infos sortieren – sowie das Netzwerk pflegen. Das soll es zumindest geben – und ist auch meine persönliche Beobachtung. Vielleicht bin ich damit nicht allein …

Mitternachts-Reflexe

Dass dieses Internet auch keine Öffnungszeiten hat – die netzlose Zeit kennen wir doch nur noch aus der Elektrosmog-Diaspora oder wenn beim Provider die Server zusammenbrechen. Für Social Media bedeutet das: 24/7. Wenn das Internet nicht schläft, dann sollten man als Plattformbetreuer auch nicht schlafen – oder zumindest nicht besonders fest. Begrüßte uns früher die Mitternachstformel am Bett, so zuckt heute beim Social Media oder Community oder Advanced Online Communications Manager die Hand beim nächtlichen Aufwachen zum Smartphone – in irgendeinem Winkel des Gehirns hat sich die Angst vor dem Troll und dem Shitstorm eingenistet und knabbert am dienstbewussten Verantwortlichen. Wenn sie sich nicht schon in die Träume eingeschlichen hat 😉

Silver Bullet: Smartphone

Das Smartphone ist ja die Königswaffe von Mr. und Mrs. Always on, geladen mit „Silver bullets“ in Form von Apps zur Abwehr jeglicher nächtlich-digitaler Schreckgespenster. Freilich noch besser einsetzbar, wenn man wach, aber doch nicht ganz da – nämlich am Arbeitsplatz ist. Nach dem Checkin im Biergarten, bei der Massage oder im Einkaufszentrum.

Aber selbst dem filigransten Smartphone-Artisten wird irgendwann die Energie ausgehen und der Körper wird seinen Tribut fordern. Was dann? Am besten, Sie besorgen sich einen Roboterknecht, der automatisch tweetet und Facebook-Statusmeldungen absetzt. Mit Eliza-Intelligenz sollte es ihm möglich sein, auch die schlimmsten Trolle in Gespräche zu verwickeln „Was meinst Du Sch… Laden?“ „Du meinst also, dass ich nur eine dumme künstliche Intelligenz bin: Wie zeigt sich das für Dich: Intelligenz …“ Das wirkt sich dann auch gut auf Kloutscore und Pagerank aus ;-). Wenn der Knecht keine physische Substanz hat, nennt man ihn übrigens „Tool“ 😉

Arbeitszeiten – Umdenken im Unternehmen?

Alle Unternehmen aber, die weder ein solches Heer von Roboterknechten zur Verfügung haben und auch keine prall gefüllten Geldbeutel, um Dienstleister zu bezahlen, die rund um die Uhr mit ihren Smartphones einsatzbreit sind, um die Social Media Auftritte zu retten, schützen, löschen, bergen … müssen über neue Arbeitszeitmodelle nachdenken. Und hier zeigt sich die revolutionäre Komponente von Social Media – sie verändert, wenn ernst genommen, Unternehmensrealitäten. Die Arbeitszeiten sind nur ein Thema aus einer ganzen Palette. Was wird wohl der Betriebsrat sagen, wenn der Mitarbeiter im standardmäßig im Nachtschicht- und Wochenend-Modus aufläuft? Ein – zumindet teilweise – antizyklischer Einsatz von Betreuern sozialer Plattformen könnte irgendwann mal eine unternehmerische Notwendigkeit werden. Dann würde die Realität wieder mal den Gesetzesrahmen überholen.

Bis wir so weit sind, lese ich mir mal ein Whitepaper durch, das verspricht, das Webleben in den Griff zu bekommen – wahrscheinlich wenn ich die richtigen Tools kaufe und ich sorge dafür, dass mein Akku immer geladen ist 😉

Mit besten Wochenendgrüßen

Ihr/ Euer Martin/ Reti

p.s.: Nachdem Twitter und Facebook offenbar das Wochenende früher einläuten, schicke ich diesen Post auch früher auf die Reise 😉

 

p.p.s.: Ich hatte @tspe s Artikel schon länger auf der Leseliste und schiebe ihn vor mir her. Jetzt stoße ich nochmal auf ihn – nachdem ich das hier geschrieben habe. Passt irgendwie ganz gut ins Bild 😉

 
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Verfasst von - 29. Juni 2012 in Social Media

 

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