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Social Media: Zeitalter der Kreativen

13 Jul

Kai Thrun hat diese Woche einen lesenswerten Blogpost mit provokantem Titel publiziert. Ich interpretiere seine Hauptaussage mal frei als: Holt Euch die Bekloppten, die Spleenigen, denn sie haben außergewöhnliche Ideen – im Gegensatz zu den Arrivierten, den Angepassten, denn von denen könnt ihr keine Gedankenblitze erwarten.

Vielleicht gehört ein wenig (oder vielleicht sogar ein wenig mehr) Verrücktheit auch dazu, erfolgreich kreativ zu sein. Sich im Denken eben nicht zu beschränken und nicht in eingefahrenen Bahnen zu argumentieren, sondern das Ungewöhnliche zu wagen – auch wenn die Corporate Identity dadurch beschädigt wird. Oder das Killerargument „Das haben wir aber noch nie gemacht“ wie der unglaubliche Hulk im Raum steht und nur wartet, dem sich falsch Äußernden das Licht auszublasen 😉

Weil man in der Regel solche Leute lieber nicht im eigenen Unternehmen beschäftigt, wendet man sich an eine Agentur. Und lagert damit die kreative Leistung aus. Kreativität ist aber – zumindest aus meiner Sicht – das Gebot der Stunde. Weil insbesondere auch durch die sozialen Plattformen jeder Mensch zu einer eigenen Radiostation wird, gilt es noch mehr als früher, sich im Gesamtprogramm abzuheben. Und das kann nicht nur dadurch geschehen, alles wiederzukäuen, sondern eigene (besondere) Ideen zu haben. Das erste Balotelli-Meme ist ein Brüller, das zweite ist ok, aber ab dem 10. beginnt es uns zu langweilen. Es wird Zeit für eine neue Idee: Ein Voting, ein Best of, Animationen, die nächste Stufe muss erreicht werden oder ein neuer Blickwinkel entdeckt.

hübsches Bild

Hübsches Bild – gut für ein paar Likes mit dem richtigen Aufhänger. In Deutschland immerhin mit exotischem-Motiv-Bonus

Wenn 1000-mal dasselbe gepostet wird, ist man nur noch Mitläufer. Es ist als Minimum der Kommentar, die eigene Bewertung, die einen Mehrwert bringt. Was sich darin zeigt, ist der Glanz eines neuen Gedankens, eines neuen Blickwinkels. Den man natürlich auch selbst von Grund auf in Szene setzen kann.

neue Perspektive

Die erste neue Perspektive entdeckt – nicht die Kamelherde, sondern das Abbild. Alternativ natürlich auch Montagen mit Pfeifen im Maul oder Sonnenbrillen auf der Nase oder Balotelli-Kopf 😉

Überraschung - anders als gedacht

National Geographic hat den ungewöhnlichen Blick in der DNA: George Steinmetz fotografiert Kamele. Kamele? Nein, die Schatten machen das Foto zu einer Art Vexierbild. Auf den zweiten Blick erschließt sich der Gag. Ich beschäftige mich länger durch die Kreativität und bin berührter

Das Unerwartete, das Herausragende bewegt uns und berührt uns emotional. Und dann sind wir auch spontan bereit nicht nur zu „liken“, sondern auch zu teilen. Weil wir etwas besonderes entdeckt haben. Und damit zollen wir dem kreativen Urheber Tribut und sonnen uns im Glanz seiner Kreativität: Das ist das Benzin, das die sozialen Medien am Laufen hält. Auf gut Deutsch: die kreative Idee aus dem Geist eines „Genius“ gibt den Impuls. Aber es bedarf auch der vielen, die das Gefundene „weiterhandeln“. Die Kreativen geben den Impuls für die viel gerühmte Viralität, aber die Mitläufer geben den sozialen Medien erst ihre Kraft und die Plattformen – um ihre Rolle nicht zu verdrängen – geben uns die Möglichkeit. Eine perfekte Symbiose: Wenn da nicht die böse Urheberrechtsdiskussion am Horizont auf uns lauern würde 😉

Beim Weitergeben zählt Geschwindigkeit – denn nur die wenigsten mögen kalten Kaffee. Das erinnert ein bisschen an den alten Spruch „Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern“ – nur dass die Zeitung heute schon alt ist, wenn sie gedruckt wird ;-). Ein zweiter Ausweg könnte es sein, dass ich mich mit denen umgebe, von denen ich weiß, dass sie notorisch schlecht informiert sind. Dann könnte ich  das Potenzial des Einäugigen im Lande der Blinden heben – und auch das ist heute noch beträchtlich.

Viel Spaß beim Entdecken der neuen Blickwinkel und beim Erdenken des Herausragenden – beim ungewöhnlichen und augenzwinkernden Inszenesetzen von Mitarbeitern und Produkten. Im bewegten und unbewegten Bild und meinetwegen auch musikalisch. Vielleicht klappt´s ja sogar ohne den externen Kreativen 😉

Ihr/ Euer
Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 13. Juli 2012 in Social Media

 

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