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Social Media: Die Invasion der Studien

15 Nov

Studien sind in. Nicht mehr nur Doktoranden, Bacheloristi und Marktforscher servieren in regelmäßigen Abständen genaue, aktuelle und repräsentative Zahlen, die in der Schärfe und Bedeutung ihrer Aussagen japanischen Samuraischwertern das Wasser reichen können. Sie brechen über uns herein, wie die wilden hunnischen  Reiterhorden über das unfriedliche Europa anno Dunnemal*. Vor allem Unternehmen haben die Chance erkannt, sich mit „validen Aussagen zum aktuellen Stand der nordrhein-westfälischen Tierpräparatoren-Branche“ einen Namen als Experten zu machen.

Die Macht der Studie

Studie – schon das Wort klingt … nach Wissenschaft, nach Bedeutsamkeit, nach Wichtigkeit. Manche Studien punkten mit einem kreativen Blick auf bestimmte Sachverhalte, manche mit der schieren Größe und eine dritte Kategorie mit – man sollte es kaum glauben – Relevanz. Wobei die Präsenz einer solchen Studie das für die Marketingabteilungen relevante Gut ist. Der wirkliche Wert einer Studie steht dagegen auf einem anderen Blatt Papier. Oder für wie relevant halten Sie die Aussage, dass Facebook fett und arm macht?

Studien versprechen uns Orientierung in zusehends dynamischen Zeiten. Und soziale Netzwerke haben einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass sich jede Information – unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt rasend schnell verbreitet (sag ich jetzt mal so ganz ohne Studie**). Da können nicht mal die etablierten Experten die Barrikaden halten – wie am Beispiel eines kleinen Strichs sichtbar wird. Danke an Mario für den Link.

in den USA werden 23% der Bewerber nach ihren Social Media Profilen gefragt. Quelle: Jobvite Social Jobseeker Survey 2012

Social Media und Recruiting

„Die Rolle der Social Media für das Recruiting von Mitarbeitern wird immer wichtiger“ – haben Sie schon mal gehört, oder? Das lässt sich in dieser Formulierung natürlich nur schwer wegdiskutieren. Die kleinsten Geschäftsbereiche haben ja auch die größten prozentualen Wachstumsprognosen. Aber wahrscheinlich würden Sie mir auch zustimmen, wenn ich sagte: „Die Rolle der Social Media für das Recruiting von Mitarbeitern ist auch heute schon erheblich“. Und dabei können wir uns prominenter Mitstreiter sicher sein: Die Jobvite-Social Jobseeker Survey (welch ein Zungenbrecher!) aus den USA unterstreicht das immer mal wieder aus Sicht der Bewerber (s. Bild). Ein Sechstel aller Jobfinder machen Social Media für ihren neuen Job verantwortlich – das ist doch was! 😉

Und Xing unterstreicht das natürlich aus Sicht der Personalverantwortlichen: Jeder dritte Personalentscheider nutzt Social Media, um an geeignete Mitarbeiter zu kommen. Das hat eine Forsa-Befragung von 201 Personalentscheidern ergeben.

Es steht zu vermuten, dass das Personalberatungsunternehmen, das ebenfalls 250 Personalentscheider befragt hat, kaum dieselben Menschen kontaktiert hat. Hier sagen nämlich 91% der Personaler, dass ihnen Social Media Auftritte ihrer Bewerber wurscht sind. Und nur 7% informieren sich regelmäßig über ihre Bewerber im Web.

„Und ich mach mir die Welt einfach, wie sie mir gefällt“

Mich würde mal interessieren, wie man diese beiden Studien in Form einer der beliebten Infografiken unter einen Hut bekommt. Man muss kein Harvard-Absolvent sein, um zu bemerken, dass wir hier zwei verschiedene Welten präsentiert bekommen. Studie, Gegenstudie, ist wichtig, ist unwichtig, ja, nein, aber doch … Und wo bleibt die Wahrheit? Hat kürzlich jemand mit der gesprochen?

Die Gemengelage erinnert mich an ein kolossales Geduldsspiel, bei dem man permanent versuchen muss, die richtigen Teile (Infos) an die rechte Stelle (Kontext) zu bringen, wobei immer wieder frische Puzzleteile angeliefert werden. Schön, so einen Baukasten dabei zu haben. Da ist man für jede Situation gerüstet. Wir weisen den „Informationen“ den passenden Stellenwert zu – und fertig. Dann haben wir wenigstens eine Orientierungs-Richtschnur – unseren eigenen Kopf und unsere eigenen Erfahrungen. Denn es bleibt, wie es ist: „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“ 😉

Viel Spaß beim „aktiven Gestalten“ des Social Media Universums

Ihr/Euer
Martin/ Reti

*375. Wen´s interessiert: Wikipedia

**aber ich schwöre, ich könnte eine finden, die das belegt. ;-

 
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Verfasst von - 15. November 2012 in Social Media

 

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