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Social Media und der Charme des Buchs

07 Mrz

Ich bin sicher, Ihnen geht es auch so: Schon 10 Minuten, nachdem ich den Rechner eingeschaltet habe und mich bei Facebook, Twitter, Google plus etc. angemeldet habe, bin ich hoffnungslos im Gewirr des Webs verloren. Wie konnte ich nur zu diesem Heimwerkervideo geraten?

585664_web_R_K_B_by_Peter von Bechen_pixelio.de

Wo wollte ich gerade nochmal hin?
Bild: Peter von Bechen / pixelio.de

Und täglich grüßt das Murmeltier

Alles begann bei der alltäglichen Recherche: ein interessantes Bild, ein Artikel, der auf einen anderen Artikel verlinkt. Eine Information, die man archivieren könnte. Dabei stößt man auf eine weitere Information, die gerade für einen Kollegen wichtig geworden ist. Eine rote 1 blinkt auf („Wichtig!“ Alarmfunktion des Gehirn wird direkt aktiviert), womöglich kommt ein Mail gleichzeitig rein. Natürlich mit einem kleinen Popup. Nur schnell mal reinklicken. Ah, ein Hinweis mit einem wichtigen Link …
Mittlerweile sind mindestens 10 Fenster geöffnet. Doch – was wollte ich eigentlich tun? Ich komme mir vor wie Theseus. Aber nicht etwa, weil ich ein Monster erschlagen habe, sondern weil ich verloren bin im Labyrinth des Web. Hier hilft nur eine Teepause, um den Kopf wieder zu entwirren und Ariadnes Fades wieder zu entdecken. Ach so, ich wollte noch einen Link in einen Text einfügen. Das mach ich mal schnell – oh, da stößt jemand ein interessantes Thema bei Twitter an … Ich bin Teil des alltäglichen Web-Irrrsinns ;-). Statista hat den auf eine Folie gebannt, die ich bei ethority gefunden habe.

Ach wie schön wäre Multitasking!

Multimandantenfähigkeit – ich weiß nicht, wie die Maschinen das machen und ich beneide Frauen, die ja offenbar 20 Sachen gleichzeitig machen können. Demzufolge müssten Frauen die besseren Netzwerker sein. Auf jeden Fall netzwerken sie anders – das sagt eine Studie, auf die ich kürzlich stieß. Sie schaffen stabilere Netzwerke, was in meinen Augen aber kein Beleg für Multimandantenfähigkeit ist. Dafür kommunizieren Männer anscheinend klarer … was wollte ich gerade sagen?

Organisation tut Not

Social Media braucht Strategie, Ziele, Content etc. – das wissen wir ja alle mittlerweile. Aber wenn man nach Social Media Organisation sucht, dann gibt es nur Tipps, wo im Organigramm so eine Einheit unterzubringen ist. Mit welchen Vollmachten etc. Wie man seinen Social Media Alltag organisiert, das sagt einem kaum jemand.  Schade eigentlich. Dabei ist das eine der zentralen Fragen im Umgang mit dem Zeiträuber.

Wieviel Zeit für inhaltliche Recherche? Wieviel Zeit zum persönlichen  Aufschlauen und Ausprobieren (dieses Facebook ändert sich praktisch im Wochentakt und aktuell verlangt auch Google plus größere Porträtbilder)? Wieviel Zeit für die Generation von eigenen Inhalten? Wieviel Zeit für die Planung von Aktionen und Kampagnen? Wieviel Zeit für Kreativität? Und wann am besten? Morgens, mittags, abends oder gar nachts? Gut tut es, ein redaktionelles Gerüst von periodischen Themen zu haben. Jahres-, monats- wochenweise – macht das Leben im Social Media Universum erträglicher. Genauso übrigens wie die passenden (und nicht überzogene) Ziele.

Flexibilität ist eine gute Sache, aber mir erscheint das Wissen darum, was man bleiben lassen kann, auch ein hohes Gut zu werden. Relevante Informationen auf den Punkt, einfach verständliche und schnelle Erläuterungen werden zu K.O.-Kriterien für die Social Media Arbeit – sowohl auf der Seite der Macher als auch auf der Seite der Konsumenten. Denn die gibt es nach wie vor. Auch wenn uns die Web 2.0-Welt etwas anderes suggeriert. Dazu muss ich nur einen Blick auf die Infografik von statista und Xing werfen.

Interaktivität? Nee, lieber Konsum

Von wegen Interaktion: Fernsehen schlägt Web

Kerstin schrieb vor einigen Wochen mal, warum sie lieber einen Blog betreibt als ein Buch zu schreiben. Ihre Argumente haben natürlich einiges für sich. Aber mich beruhigt Papier. Es ist so … linear. Nichts blinkt, nichts poppt auf oder produziert rot hinterlegte Zahlen. Das einzige Geräusch ist das Rascheln von Papier beim Umblättern. Ich glaube, ich bekomme plötzlich ganz unanständig unbändige Lust auf ein Buch.  😉

Ich muss mal schauen. Ich glaube, da standen noch welche im Regal. Haben schon ein bisschen Staub angesetzt. Haaaatschi!

Wünsche Ihnen/ Euch viel Erfolg beim Tun und Lassen.

Beste Grüße
Martin/ Reti

p.s.: Am Montag startet das Osterquiz – gibt auch was zu gewinnen 😉

Ha, es gibt Leute, denen es ähnlich geht. Anderer Schwerpunkt, aber ähnliche Richtung. Katharina Antonia Heder bei Simone Jansons Berufebilder

 
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Verfasst von - 7. März 2013 in Social Media

 

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