RSS

Social Media: Der Bannstrahl der Maschinen

14 Mrz
matrix_

Willkommen in der Matrix🙂

Es gibt ja immer noch Menschen, die annehmen, dass Google, Facebook und Co. Projekte von Altruisten sind, die die Welt verbessern wollen. Und Google nährt diesen Gedanken ja auch mit der „Don´t be evil“-Maxime. Wie sich die Weltverbesserungs-Projekte finanzieren? Wahrscheinlich durch Spenden …

Google hat zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Blogposts etwas über 30 Mio. Euro umgesetzt – am heutigen Tag (!), Facebook liegt gerade mal bei 5 Mio. Insgesamt erlöste Facebook im letzten Quartal 2012 1,33 Mrd. US-Dollar (bitte selber umrechnen ;-))

Werbung bei Facebook ist ein probates Mittel, um die Reichweite auf der Plattform deutlich zu erhöhen. Also machten wir uns auch daran, mal wieder zu werben. Und gerieten ins Fangnetz der Maschinen.

Es ist ja kein Geheimnis, dass hinter den Services der Internetkonzerne keine dressierten Nagetiere stehen, sondern stromverbrauchende Elektronengehirne mit dem ihnen eigenen Intelligenzniveau. Jedenfalls entschied eine dieser Maschinen, ich weiß gerade nicht, ob es die laufenden Nummer 2398-12 mit der Partition 12-503 war oder ihre Nachbarinstanz, dass irgendwas nicht ok ist.

Widerstand ist zwecklos

Sie kennen bestimmt dieses Gefühl, wenn sie nach dem Flug am Zoll in ein sehr exotisches Land einreisen oder eben ausreisen. Da deutet dann der Zöllner gerne mal willkürlich auf einen Koffer und bittet um Einsicht. Nicht nur seine Uniform und sein Gesichtsausdruck, sondern auch seine Kollegen mit den Maschinenpistolen unterstreichen die Nachdrücklichkeit des Ansinnens. Jetzt stellen Sie sich vor, er wäre eine Maschine. Das heißt, er spricht nicht nur nicht Ihre Sprache, sondern er ist menschlicher Argumentation völlig unzugänglich und ABSOLUT von seiner Unfehlbarkeit überzeugt.

1_werbeanz_fehler

„Unseren Systemen ist da was aufgefallen. Wir haben jetzt mal alles gestoppt.“ Aha. Erster Gedanke: „Ist ja nett, dass Facebook sich so um mein Geld kümmert“. Zweiter Gedanke: „Ist ja doch recht sicher, die Plattform“ 3. Gedanke: „Und nun?“ Ah, da ist ja ein Link „Kontaktiere uns bitte“. Na, prima. Dann haben wir das ja gleich vom Tisch …

Es öffnet sich eine weitere Maske – „wow, das ist ja übersichtlich“. Nur zwei Radiobuttons …

2_wiederherstellenDenkste! Kennen Sie die russischen Matrioschkapuppen? Das kann man technisch offenbar sehr leicht umsetzen … Nach und nach verlängert sich das auszufüllende Formular wie von Zauberhand um weitere Punkte … (viel Vergnügen mit der Galerie)

Also Augen zu und durch. Am Ende dann das finale furioso: Füge eine Kopie eines amtlichen Lichtbildes hinzu. Hallo?

Diese Diashow benötigt JavaScript.

„Das machst Du aber nicht, oder?“, raunt mir Kollegin Jacqueline zu. Ich überlege – etwa 0,3 Millisekunden – und schüttele vehement den Kopf. Nein, eher nicht.

Wo finde ich einen Menschen, der mir hilft? Ein einzelner Facebook-Mitarbeiter erwirtschaftet in einem Monat rein statistisch 90.000 Euro Umsatz. Heute morgen hat er schon wieder knapp 2.000 davon generiert. Klar, dass der nicht so einfach zu erreichen ist für jemanden, der nur ein paar Euro ausgeben will.

Als Internet- und Appnutzer muss man ja ganz schön verzweifelt sein oder eben Rechtsanwalt oder Verbraucherschützer, um das zu tun, was ich nun getan habe: Ich habe das Impressum gesucht und durchgelesen. Das Facebook Impressum ist übrigens verglichen mit Lizenzverträgen für Softwarenutzung vergleichsweise schmal gehalten. Irgendwo da drin versteckt gibt es ein Kontaktfomular. Langsam keimt die Hoffnung … vielleicht … ein Mensch …

8_impressum_hilfe

Endlich: eine E-Mailadresse

Und siehe da: Nur wenige Minuten später erreicht mich eine Nachricht. Sogar auf Deutsch. Wow! Ui, da erfahre ich alles über die Änderungen der Privatsphäre, die Datenschutzrichtlinien und noch vieles, vieles mehr. Aber natürlich nicht das, was mir weiterhelfen würde.
Also, um es zusammenzufassen: Ich will Facebook Geld geben, Facebooks Maschinen sind der Ansicht, dass irgendwas nicht in Ordnung ist und untersagt mir, der Ihnen erwiesenermaßen schon Geld gegeben hat, ihnen weiterhin welches zu geben. Ich bekomme die Beweislast (ohne dass mir gesagt wird, was schief gelaufen ist), das wieder gerade zu ziehen. Und jetzt die Frage: Wer hat den größeren Schaden? Wenn Ihr mein Geld nicht wollt, ok, dann trage ich es eben woanders hin😉

9_bob_lösung

Help is on the way …

Jacqueline hat tags darauf aber einen anderen Link aufgestöbert, den ich allen Verzweifelten ans Herz legen möchte, die in den Folterkammern des Maschinenuniversums gefangen sind. Colin hat ihr dann geholfen, Bob mir vier Tage später. Ok, die beiden haben wenig Individualität in ihren Aussagen, aber, he, Sie haben sich entschuldigt, alles in Ordnung gebracht und angeboten, dass ich sie wissen lassen kann, wenn ich in Zukunft Probleme haben sollte. Das einzige, was mir zu denken gibt, ist, dass Bob sich als Risk Manager bezeichnet. Bin ich jetzt als Risiko für Facebook eingestuft? Trägt er eine Waffe?😉

Schweiß ist mittlerweile getrocknet, das Leben kann weitergehen – sogar mit der Möglichkeit, Facebook Geld zu geben. Ah, das Leben ist schön. Aber zu einer Reduktion meiner Skepsis gegenüber Maschinen hat diese Episode sicher nicht beigetragen …

Ihr/ Euer
Martin/ Reti

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 14. März 2013 in Social Media

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: