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Social Media: Die Twitter-Analysten

21 Mrz
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Wohin geht die Reise? Twitter entschlüsselt die Zukunft
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Die leicht orientalisch anmutende Dame mit dem Turban zieht die Augenbraue hoch und schaut hochkonzentriert in ihre Glaskugel: „Ich sehe ein großes Vermögen auf Sie zukommen, sie werden einem gut aussehenden Mann begegnen, der sie auf Händen trägt … ach nein, das sind ja gar keine Hände. Das ist eine Trage und Sie werden das Vermögen verlieren wegen eines längeren Krankhausaufenthalts … aber im Krankenhaus lernen Sie einen Millionär kennen … “

Die Ausblicke auf das Jahr sind im Vorfeld von Ostern schon wieder deutlich verblasst und werden vermutlich erst wieder gegen Weihnachten herausgezogen oder beerdigt werden. Aber der Wunsch, die Zukunft zu kennen, ist ungebrochen. Denken wir nur an Michael J. Fox, der die Sportergebnisse der Zukunft mit in die Gegenwart nimmt. Manchmal wären es nur ein paar Minuten, die wir in die Zukunft schauen möchten. Aber – es geht halt leider nicht. Und bitte versuchen Sie nicht, mich vom Gegenteil zu überzeugen.😉

Das Geschäft mit der Zukunft

Dennoch beschäftigen sich ganze Berufsstände mit der Analyse der Zukunft. Und zwar da, wo es sich lohnt: beim lieben Geld. Doch wie es aussieht, steht diese Zunft vor großen Umbrüchen. Was der Mensch nicht hingebracht hat (immerhin verlieren Banken ja bisweilen immer noch Geld mit ihren Anlagen), das sollen nun die Maschinen richten. Oder besser die Maschinen, die die Massen beaufsichtigen. Das Zauberwort Social Media schickt sich nun an, auch Aussagen über die Zukunft zu machen.

Holger Schmidt hat die Erkenntnisse im aktuellen Focus zusammengefasst. Er zitiert u.a. auch die Studie von bazaarvoice. Dabei zeigt sich, dass die Menge der Tweets über ein Unternehmen recht ordentlich mit dem Aktienkurs korreliert.  Das Ergebnis: Je mehr über ein Unternehmen gesprochen wird, desto eher werden dessen Aktien nachgefragt. In der aktuellen Gegenwart, die die nähere Zukunft speist. Das bedeutet dann einen Kurssprung. Juhu – die Welt ist einfach😉

„Die Banken werden sich fragen, ob sie weitere Analysten einstellen oder lieber in Algorithmen investieren“, wird im Artikel Timm Sprenger von der TU München zitiert, der den Twittereffekt ebenfalls untersucht hat. Twitter als Glaskugel. Ein Menschheitstraum geht in Erfüllung – wahrscheinlich werden wir nächstes Jahr dann via Social Media in die Zukunft reisen können😉

Schon heute ist ein Großteil des Börsenhandels automatisiert. Ein Zukunftsszenario könnte also sein, dass die einen Maschinen die Aussichten für ein Papier bestimmen und die anderen die Papiere direkt handeln. Ein großartiges Handwerk. Zum Frühstücksdirektor kommt dann noch die Position des Frühstücks-Derivatehändlers. Ob der dann noch eine Wesen aus Fleisch und Blut ist sei mal dahin gestellt.😉

Der Faden lässt sich in zwei Richtungen weiterspinnen: Kann sich noch jemand an den Flash Crash in New York erinnern? Wahrscheinlich wird es viele geben, die behaupten, dass Computersysteme keine Fehler machen können. Aber die alltägliche Praxis im Kleinen wie im Großen zeigt, dass nicht immer alles so einwandfrei läuft, wie wir uns das vorstellen. Die Volatiliät könnte dann in eine ganz neue Dimension vorstoßen.

Twitterheer treibt Aktienkurs

Natürlich kommen die Daten, die von den Maschinen ausgewertet werden, aus den Posts von Menschen. Es läge also nahe, den Pfaden von Curtis James Jackson III, namens 50 Cent, (was ich für einen außerordentlich  passenden Namen halte :-)) zu folgen. Der ist mit 5,9 Mio. Followern eine ziemliche Einflußgröße auf Twitter. Und der hat sich auch mal positiv über eine Firma geäußert, die mit seinem Namen Geld verdient.

Also werden wir konsequenterweise Abteilungen entstehen sehen, die Namen wie Twitter-Based Analyst Forces oder Social Media Stock Influence Squad heißen. Da sitzt dann ein Heer von eifrigen Twitterern, die den Aktienkurs des Unternehmens in die Höhe treiben. Deren variabler Gehaltsanteil richtet sich dann nach den erzielten Kursanstiegen. Oder noch besser: Wir delegieren das als dritte Aufgaben an die Maschinen im Nachbarraum. Und dann kennt der Aktienkurs nur noch einen Weg: nach oben

Finanzkennzahlen, Produkte, Dienstleistungen, Skandale, Naturkatastrophen – alles unbedeutend. Twitter ist der Maßstab. Es würde dann völlig ausreichen, „ein paar“ Algorithmen auf Cloudressourcen zu bringen und aufs Knöpfchen zu drücken. Und das Geldverdienen geht in der virtuellen Welt automatisch. Ein etwas grummeliges Bachgefühl bleibt indes bestehen.

Herrscher der Zukunft? Welch ein Traum! Aber nun ist die Gier derjenigen, die das große, schnelle Geld verdienen wollen, aufs Neue befeuert. Muss jetzt aufhören, habe eine längere Twittersession zu absolvieren. Melde mich wieder, wenn ich reich bin😉

Ihr/ Euer
Martin/ Reti

p.s.: Der einfachere und schnellere Weg zumindest zu einem kleineren Gewinn führt über den Osterkalender hier im Blog. Ich nehme noch bis Ostersamstag Abgaben entgegen😉

p.p.s.: Und herzlichen Glückwunsch an Twitter zum 7. Geburtstag – danke an Lars Hahn für den Hinweis

 
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Verfasst von - 21. März 2013 in Social Media

 

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