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Social Media: My company is my castle

16 Mai
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Sociales ante portam! Wir müssen leider draußenbleiben.
Bild: susbany / http://www.pixabay.com – tnx for sharing

Schon Robert Asprin wusste es: „Wenn alte Freunde zusammentreffen, verliert alles andere seine Bedeutung  gez. Krieg, Hungersnot, Pestilenz und Tod“. Die modernen Verkörperungen der Freunde: Commander Keinezeit, Admiral HinterdemBerg und General Furchtvoll.

Wenn ich mich gelegentlich mit Unternehmensvertretern über Social Media unterhalte, dann fallen diese Argumente gegen einen Einsatz häufig. Zwar nicht in dieser Reihenfolge und nicht immer in dieser Komplettzusammensetzung. Aber häufig angereichert um die Aussagen von Siegfried Ohnegeld: Beutel ist leer.

Im Original lauten bei Sandra Holze die „alten bekannten“ Einwände gegen Social Media Marketing:
Angst vor öffentlicher Äußerung, Angst vor Kritik und keine Zeit für Marketing. Ehrlich gesagt, habe ich ein bisschen Angst, wenn ich das so höre: Unternehmen, die Angst haben sich öffentlich zu äußern und Unternehmen, die keine Zeit für Marketing haben? Das klingt ein bisschen nach Geheimdienst oder zumindest nach so geheimnisvollen Geschäftsmodellen, dass ich die gar nicht kennenlernen möchte.

Keine Zeit für Marketing

Lernt heute nicht schon jeder Existenzgründer, dass er sich ein wenig Budget für „Marketing“ einstellen soll? Wobei ja Marketing (wie mein geschätzter Kollege Thomas Gmeiner nie müde wurde zu betonen – und das völlig zu Recht) nicht einfach das Bedrucken von weißem Papier, das Schalten von Werbespots oder das Unterbringen von Pressemitteilungen in Zeitschriften ist. Eigentlich (da war es wieder dieses obszöne Wort) ist Marketing ein ganzheitliches Instrument, um ein Unternehmen für den Markt fit zu machen. So gesehen gibt es wirklich keinen vernünftigen Grund zu behaupten, man hätte keine Zeit für Marketing.

Aber auch wenn das Marketing im landläufigen Sinne (mit dem Bedrucken von weißem Papier …) gemeint ist, nämlich Werbung und Öffentlichkeitsarbeit: Es bleibt immer noch eine starke Behauptung, keine Zeit für Marketing zu haben. Wenn ein Unternehmen entsprechend etabliert ist, beispielweise als einziger Friseur im Umkreis von 50 Kilometern, dann kann man darüber nachdenken, das Marketingbudget einzufrieren😉

Und jetzt reden wir mal nicht mehr nur über reales weißes Papier, sondern über virtuelles weißes Papier. 80 Prozent der deutschen Unternehmen haben einen Webauftritt. Ok, die machen nicht immer viel her, aber nahezu jedes Unternehmen ist sich darüber im Klaren, dass es im Web präsent sein muss. Einfach um gefunden zu werden, um zu zeigen, dass es existiert.
Ich würde mal keck behaupten, dass der Aufwand eine Facebookseite zu betreiben, auch nicht wesentlich höher ist, als der, eine Webseite zu betreiben. Mit dem Unterschied, dass man eine Facebookseite auch ohne Budget und Programmierkenntnisse unterhalten kann.

Social Media Marketing – hmmm

Das Nichtproblem liegt wohl eher in der Aussage, dass Social Media Marketing betrieben werden soll. Das klingt für mich ein wenig nach Einbahnstraße, nach der Verlängerung der klassischen Werbemaßnahmen in das soziale Web. Davor warnen zwar alle, die es wissen müssen und meinen zu wissen. Aber … so betrieben unterscheidet sich doch eine Facebookseite kaum von einer Webseite. Mit dem selben Aufwand, nicht wahr?

Schwierig wird es natürlich, wenn jemand reagiert. Das ist die große Stunde von General Furchtvoll. Der hat nämlich so viel über Shitstorms gelesen, dass er sich lieber in seiner Festung einigelt und seine Rüstungen poliert. Ob vor den Burgtoren marodierende Hunnenscharen stehen oder nur eine unzufriedene Bauernfamilie – alles ist eine Bedrohung ersten Grades.

Sehr geehrter General Furchtvoll,

ein negativer Post auf Deiner Pinnwand ist noch kein Shitstorm. Und weil wir ja nicht wirklich in den Krieg ziehen, sondern insgesamt in weitgehend friedlichen und zivilisierten Zeiten leben (auch wenn uns Ausnahmeerlebnisse bisweilen dran zweifeln lassen): So eine Negativäußerung ist eine Chance und kein Unternehmens-Ragnarök.

Schotten dicht, Zugbrücke hoch – das sind Verhaltensweisen aus dem letzten Jahrtausend. Wenn jemand schlecht über das Unternehmen reden will, dann wird er das auch ohne mich können. Dann macht er eben seine eigene Facebook-Seite („1 Million Likes gegen Unternehmen XY“ zum Beispiel) auf oder eine eigene Webseite oder er nutzt die reichlich zur Verfügung stehenden Bewertungsportale. Meine Güte – wir können heute schon Klobewertungen im Internet einsehen😉

Eigener Auftritt als Anlaufstelle

Wäre es nicht viel sinnvoller, Unzufriedenen die Chance zu geben, sich dort zu melden, wo ihre Unzufriedenheit entstanden ist? Ihnen eine Anlaufstelle zu geben, wo ich als Unternehmen mit Ihnen diskutieren und meine Sicht der Dinge darlegen kann? Natürlich kann ich nach dem „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“-Motto handeln, aber ich denke, Diskussionen dort zu führen, wo ich eingreifen kann, hat seinen Charme. Es zeugt von Souveränität (mit Grüßen an Admiral HinterdemBerg) und es ist ein deutliches Zeichen gegen eine chaotische Diskussionskultur. Und womöglich meldet sich ja auch mal jemand, der zufrieden ist. Upps …

So wird vielleicht aus Social Media „Marketing“ tatsächlich noch etwas mehr, etwas Neues und etwas Werthaltigeres als my company is my castle …🙂

Mit besten Grüßen
Ihr/ Euer Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 16. Mai 2013 in Social Media

 

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