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Social Media: Video killed the Radio Star

23 Mai

Am 1. August 1981 ging MTV auf Sendung. Und das erste, was wir* zu hören und zu sehen bekamen, war eine Art Kindervideo mit Musik, aber – wie MTV wohl hoffte – prophetischer Aussagekraft: Video killed the Radio Star von den Buggles. Ich weiß gar nicht, ob Radiosender den Titel jemals gespielt haben. Aber weil ich ihn immer noch frisch finde, habe ich das Video mal eingebunden.
Video killed the Radio Star

Ach so? Video killed the radio star?

Im Radio hat sich viel getan seitdem. Da wir letzte Woche bei der BERA Besuch von Radio Ton hatten, habe ich mir mal ein paar Zahlen angeschaut: Heute gibt es über 3000 Webradios. Denen stehen etwa 300 Sender entgegen, die in der Tradition des Rund“funkens“ ihre Programme in den Äther blasen. Nun könnte man folgern, dass die Buggles Recht hatten. Doch „aua, aua“ – das erscheint ein bisschen vorschnell.

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Der Gipfel des Genuss? Aber sicher ein Radiofan😉
Bild: Andreas Bouloubassis/ pixelio.de

Bereits 2010 prognostizierte Goldmedia dem Webradio eine glorreiche Zukunft. Damals gab es 2700 „Sender“, die 8,8 Mio. € für Werbung einnahmen. Für den ganz großen Wurf wurden wir auf das Jahr 2014 vertröstet – das nun nur noch sieben Monate entfernt ist. Prognose: Verdreifachung auf 28,5 Mio. €. Der tatsächliche Status hingegen: Gerade mal 45 Prozent der Sender erzielten 2011 Werbeeinnahmen von insgesamt 14,1 Mio. €, die Kostendeckung liegt bei 71 Prozent (Webradiomonitor 2012). Damit nimmt so ein Webradio gerade mal 4.700 € ein – im Schnitt und pro Jahr. Der momentan – vor allem für Fußballfans – traurige Höhepunkt: 90elf stellt seinen Sendebetrieb ein.

Drei Stunden Radio hören die Menschen in Deutschland täglich. Und zwar vor allem aus dem klassischen Äther (sag ich mal – bitte Gegenbelege gerne als Kommentar). Die Radiostatistik 2012 bestätigt zumindest meine Annahme. Video oder besser Web killed the radio star sieht für mich anders aus.

Das klassische Radio wird weiterleben**

Auch ein kurzer Blick in das Social Web gibt hier ein ziemlich klares Bild:

Bis auf den Martkführer Radio NRW, den ich nicht auf die Schnelle auf Facebook auftreiben konnte, haben zumindest einige der Top Ten ansehnliche Fanzahlen:

  • Radio NRW –
  • SWR 3: 175.000 Fans
  • Antenne Bayern: 241.000
  • EinsLive (WDR): 266.000
  • WDR 2: 19.000
  • Bayern 3: 40.000
  • NDR 2: 55.000
  • Radio FFH: 161.000
  • BigFM: 2.500 (!)
  • Radio FFN: 125.000

Eine Korrelation zwischen Reichweite und Social Media Fanzahlen lässt sich wohl kaum feststellen.😉 Ein wirklich kurzer (und damit wahrscheinlich unfairer) Blick auf die Auftritte von Webradios mit Dutzenden oder im Erfolgsfall einigen Tausend Fans illustriert auch in dieser Hinsicht die sehr unterschiedliche Präsenz. Aber auf der anderen Seite kann ich mir kaum vorstellen, dass das Radioprogramm der Webradios schlechter ist. Und sind wir ehrlich: Eine Nachrichtenredaktion könnte sich heute im Internet oder womöglich sogar in den sozialen Medien leicht bedienen. Auf längeren Autofahrten höre ich im Halbstundentakt – kurz vor oder nach „halb“ und „ganz“ – immer dieselben „Neuigkeiten“.

Auf geht’s ins Social Web

Gerade vor diesem Hintergrund ergibt ein Engagement im social Web einen großen Sinn. Social Media kann haufenweise Aktivitäten nachnutzen oder integrieren, die direkt im Zusammenhang mit dem „Rundfunk“-Angebot stehen. Zum einen können über Bilder oder die zeitliche Entkopplung von Liveprogramm zusätzlicher Nutzen für Hörer generiert werden: Wir machen Außerhaus-Aktionen? Hier kommen die Bilder. Ihr wollt einen Blick in das Studio? Hier kommen unsere Moderatoren. Ihr wollt live ins Programm? Oha, das können wir ja auch über Social Media machen. Das ist ja noch einfacher als telefonieren. Ihr habt einen Song oder einen Beitrag verpasst. Ok, stellen wir über Facebook bereit. Der gute alte Dr. Music könnte wieder auferstehen, die Hörer-Hitparade, der Song des Tages, Zeig mir Deine Playlist von Smartphone … die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos.

Die drei coolsten Fakten daran

  1. Wer Unterhaltung macht, kann geradezu jeden Sch… posten, der für Unternehmen absolutes No Go ist. Beispiele gefällig? Bitteschön.
  2. Fan = Hörer? Das ist eine Gleichung, die für mich einfacher aufgeht als Fan = Käufer oder Fan = Mitarbeiter.
  3. Musik als ein wesentlicher Bestandteil von Radio transportiert per se schon mal Emotion. Das schadet schon gleich mal gar nicht für dauerhafte Beziehungen😉

Radio und Social Web – das passt für mich perfekt. Und gerade für Webradios sollte ein Engagement im Social Web obligatorisch sein. Die Content Strategie schreibt sich fast von selbst. Wenn das mit dem einfachen Reichweitengewinn funktioniert, dann mit Medien. Also ran an den Speck, äh das Social Web.

So, ich schau mir nochmal die Buggles an, aber in einer moderneren Version, sonst bekomme ich auch Augenkrebs. Oder vielleicht doch was Schöneres für die Augen😉

The Corrs Radio – unplugged***

Ihr/ Euer
Martin/ Reti

* Ich verwende das WIR hier nur mal verallgemeinernd. ICH hatte nämlich keinen Zugang zu irgendwelchen kabelgebundenen Fernsehprogrammen, die über ARD, ZDF und den SDR (!) hinausgingen😉

** behaupte ich halt mal …

*** bis der EuGH entscheidet, dass das Einbinden von youtube-Videos illegal ist, wird noch ein wenig Zeit vergehen😉

 
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Verfasst von - 23. Mai 2013 in Social Media

 

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