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Social Media: Allein unter Personalern

06 Jun

Dass sich auch Personalbereiche mit dem Thema Social Media auseinandersetzen, hat sich ja mittlerweile rumgesprochen. Und dass Bewerber sich mithilfe ihrer Social Media Profile sowohl ins Fettnäpfchen setzen können als auch ein (positives) i-Tüpfelchen auf die Bewerbung drauf setzen können, ebenfalls. Und dass sich Recruiting in Zeiten von Social Media verändert, naja, darüber haben wir ebenfalls schon einiges gelesen und gehört.

Aber ist Social Media alles, was Personalabteilungen bewegt und frische Impulse setzt? Natürlich nicht! Aber es ist ein Eingangstor für mich, gerade als Mitarbeiter eines Personaldienstleisters, an einer Tagung über HR Innovation teilzunehmen. Prof. Peter Wald hatte mich eingeladen, mein Scherflein (oder wie man heute sagt: 50 Cent) zum HR Innovation Day beizutragen. Was ich dann auch gerne gemacht habe. Wann hat man schon mal die Gelegenheit vor einem prall gefüllten Hörsaal zu sprechen? Dafür musste ich allerdings 400 Kilometer fahren. Nach Leipzig an die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK)

HR InnoDay2

Einstieg: Der digitale Wandel
Danke für das Bild: Prof. Peter Wald

Opening Act – Mitarbeiter als Mitmacher

Wer sich für meinen Vortrag über Mitarbeiter als Mitmacher interessiert, kann den gerne auf Slideshare anschauen, aber es sind natürlich die Zwischentöne und Histörchen, die so einen Vortrag ausmachen. Und die waren halt exklusiv für die Zuhörer. Einen Vorteil müssen die ja auch haben, wenn die Studenten und ehemaligen Studenten am Samstag um 8:45 Uhr bei strömendem Regen in die Hochschule pilgern.😉 Zwei Dinge schienen den Twitterern im Raum an meinem Vortrag wichtig zu sein:

das Nichtmitmachen schützt nicht vor Diskussionen im Netz @martinreti #HRInnoday
— Torsten Oertel (@TorstenOertel) 1. Juni 2013

@martinreti Social Media ist wie eine Mitarbeiterbefragung #HRInnoday
— Peter Wald (@PeterMWald) 1. Juni 2013

Im Nachgang gab es noch ein paar knifflige Fragen zu überstehen, u.a. nach der Erfolgsmessung in Social Media. Aber dann konnte ich mich entspannt zurücklehnen und den Rest der Veranstaltung genießen. Ach was, eigentlich habe ich auch die Zeit auf der „Bühne“ genossen😉

Das 3×3 des Mitarbeitermanagements

Ein originär personalwirtschaftliches Thema stellte @ManuelSeyffert vor. Wenn ich das richtig verstanden habe (aber er kann das ja im Zweifelsfall im Kommentar korrigieren), entwickelte er ein Konzept für ein ganzheitliches Management von Mitarbeitern auf Basis der Leistungen in der Vergangenheit (klassische Zielerreichungsschema), die er mit den Aussichten für die zukünftige Leistungs kreuzte (klingt jetzt ein bisschen nach Mendel🙂. Auf Basis der entstehenden 3×3 Matrix werden Mitarbeiter kategorisiert. Damit hat er ein funktionales Modell für das Management der Mitarbeiter entwickelt. Das fanden viele der mit dem Personalwesen Vertrauten im Publikum sehr elegant. Mir persönlich ist es aber ein wenig zu mechanistisch. Und ich möchte auch nicht die daraus folgenden Auseinandersetzungen mit den Betriebsräten ausfechten.

Manuel Seyffert gelingt es, eine Gesamtsicht auf HR zu entwickeln #HRInnoday
— Peter Wald (@PeterMWald) 1. Juni 2013

HRInnoDay7

Sandra Leupold in klassischem Magenta/Grau

Welt in Rosarot? Widerstände bei Veränderungen

Als nächstes stand für mich ein Ausflug in die magenta Vergangenheit auf der Agenda. Sandra Leupold von der T-Systems MMS war aus Dresden angereist und erzählte ein wenig über die Einführung von Social Intranets und viel über Changemanagement-Projekte. Und dabei insbesondere, wie man Gewohnheitstieren zum Umdenken bringt und Neuerungen einführt. Ihre Kernbotschaft: Änderungen nicht einfach überstülpen, sondern die Ängste und Hemmnisse erkennen und gezielt durch Information ausräumen. Aber uns Zuhörern blieb vor allem ein eindrückliches Beispiel im Kopf: Bei einem Einführungsprojekt eines Social Intranets verbot der Arbeitgeber gleichzeitig das Rauchen im Treppenhaus. Was schlagartig zu einer Akzeptanz des neuen Social Intranet führte: Die Raucher artikulieren ihren Unmut über ihre Entscheidung. Die Einführung des Social Intranet wurde zur Nebensache und das Medium überzeugte durch seinen spürbaren Mehrwert, die eigene Meinung äußern zu können. Vielleicht eine Standardstrategie für zukünftige Einführungsprojekte?😉

Aus der Praxis: Mitarbeiter-Models, Läuferscharen und Kununu

Nach dem Essen hatte ich noch die Gelegenheit, Anne Stöckmann aus dem Personalmarketing von Unister zu erleben. Sie berichtete, wie sie Mitarbeiter zu Markenbotschaftern entwickelt. Unsere Vorträge hatten eine große Schnittmenge miteinander. Aber während ich eher den theoretischen Unterbau mit einigen Erlebnissen anreicherte, startete sie direkt bei kununu (klasse und richtig: Unister fordert die Mitarbeiter und Bewerber aktiv zum Bewerten auf), stellte das „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“-Programm vor und berichtete von Teilnahmequoten von 10 Prozent beim Leipziger Firmenlauf – immerhin 160 Mitarbeiter waren dabei. Da müssen wir an der Fitness unserer Kollegen hier noch ein wenig arbeiten😉 Unister hat über seine Shopping- und Reiseportale noch ganz andere Möglichkeiten, Mitarbeiter einzubinden. So können diese für Kleidung modeln oder als Hoteltester (Holiday Reporter) fungieren und dann eben einen Erlebnisbericht anfertigen. Holiday Reporter wäre eine Rolle, für die ich auch zur Verfügung stände😉

Erfrischend, inspirierend: Employer Branding use case von Anne Stöckmann, Unister #hrinnoday
— Martin Reti (@MartinReti) 1. Juni 2013

Für mich war es dann auch schon vorbei. Die Vorträge von Nina Buschle sowie Lutz Leichsenring gingen dann leider ohne mich über die Bühne. 400 Kilometer durch Nebel und Regen und ein Wochenendeinkauf warteten noch auf mich. Ich habe den Tag in Leipzig dennoch genossen und viele Impulse mitgenommen. War schön, wieder in ein Fast-Hochschulumfeld zurückzukehren. Vielen Dank auch für all die freundlichen Feedbacks und Kontaktanfragen.

Facebook spielte übrigens am Samstag kaum eine Rolle. Es scheint eher ein Medium zu sein, über das man spricht. Einige wenige der Anwesenden verewigten sich auf der Twitterwall unter #HRInnoDay, aber Kontaktanfragen gab es hinterher nur über Xing. Das halte ich persönlich für eine interessante Momentaufnahme.

Mit besten Grüßen
Ihr/ Euer
Martin/Reti

 
4 Kommentare

Verfasst von - 6. Juni 2013 in Social Media

 

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4 Antworten zu “Social Media: Allein unter Personalern

  1. Manuel Seyffert (@MSeyffert)

    7. Juni 2013 at 15:07

    Danke auch von mir, Herr Reti … über das mechanistische, oder darwinistische – oder eben auch nicht – der Matrix diskutieren wir dann gern noch mal bei einem Rothaus😉; nur soviel vorab: eine klare Struktur aufzuweichen erledigt sich in der Regel von sich aus; aber wo gar keine erst ist; gibt´s dann auch gar nichts mehr was noch relativierbar wäre … in diesem Sinne … Manuel Seyffert

     
    • martinreti

      7. Juni 2013 at 16:20

      Das ist richtig. Die Struktur ist eine Arbeitsbasis, von der aus man eine passende Lösung entwickeln kann. Ich tue mich halt immer ein wenig schwer damit, Menschen zu „schubladisieren“ – aber das ist eine persönliche Ansicht von mir.

       
  2. Peter M. Wald

    7. Juni 2013 at 13:38

    Tolle Zusammenfassung … herzlichen Dank! Ich hoffe sehr, dass Sie zwar „Allein unter Personalern“, aber trotzdem nicht einsam waren.
    Mit vielen freundlichen Grüßen Peter M. Wald

     
    • martinreti

      7. Juni 2013 at 13:53

      Nein, einsam war ich auf keinen Fall. Die Stimmung war wirklich klasse. Das machte auch einen Teil des Charmes des HR Innovation Days aus.

       

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