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Social Media: Das Dreamteam

01 Aug
240659_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.deGerade eben sind unsere Damen Fußball-Europameister geworden. Und die Komentatoren, die die Truppe auf ihrer Schwedenreise begleitet haben, haben den zentralen Erfolgsfaktor ausgemacht – übrigens bereits schon vor dem ersten Anstoß: Laganda. Wie wir jetzt alle wissen, war das der Aufdruck auf diesen Armbändchen, die seltener gewechselt wurden als die Trikots – TEAMGEIST.
Das Team ist der Star. Und dass sich das Berufsleben mittlerweile viel vom Fußball abgeschaut hat, ist ja auch kein großes Geheimnis mehr: Nun gut, es heißt Gewinn und nicht Gewinnen, aber Teambuilding, inklusive passendem -spirit, Training, Coach – die Parallelen sind offensichtlich. Und nicht immer führen die Sportlichsten der Mitarbeiter diese Ausdrücke permanent mit sich😉 Allerdings finde ich persönlich die Themenwelt „Mannschaftssport“ sympatischer als die Themenwelt „Krieg“, der wir die Ausdrücke Strategie und Taktik verdanken. Und allemal bunter als die Sprachwelt der Bürokratie, der wir die vielen wunderbaren Wortschöpfungen aus dem UNG-Universum verdanken: Überprüfung, Führung, Verwaltung, Mitarbeiterentwicklung, Revitalisierung …
„Teamplay“ – hat das auch eine Bedeutung für Social Media? Wie sieht denn das perfekte Social Media Team aus? Oder mit anderen Worten: Welche Mitspieler muss der FC Bayern des sozialen Web unter Vertrag nehmen?

Zunächst: Die Bank

505374_web_R_by_Thomas Siepmann_pixelio.deDa wäre also das Trainerteam. Auf der Bank sitzt der Stratege (m/w), nennen wir ihn Pep, Otmar, Jupp oder für die ältere Generation: Otto oder Sepp. Interessant, dass die mit der wichtigen Rolle so kurze Namen haben😉. Der Stratege gibt das Spielsystem vor, er kennt die Vorgaben der Vereinsführung, weiß, wie das Team zum Erfolg kommen soll und instruiert seine Spieler. Er greift nicht selber ein und würde auch nicht auf die Idee kommen, sich selbst einzuwechseln.
Ihm zur Seite sitzt der Experte (m/w). Der ist immer up to date, kennt die aktuellen Trends in Social Media, hat einen Account auf jeder denkbaren Plattform (nur um die Funktionalitäten, die Regeln und die Mitspieler auf den verschiedenen Plätzen kennenzulernen). Er kennt auch die NoGos, die Fußangeln und die Perspektiven. Er gibt die Empfehlungen für die verschiedenen Spielgründe („schwerer Acker, Techniker schonen, körperlich robuste Spieler einsetzen, „kick and rush“ … ;-)). Er ist übrigens kein reiner Theoretiker, sondern mehr so ein McGyver, der auch die Drähte abisolieren kann, um … oh, das führt uns jetzt zu weit weg. Sorry.
Langsam wird es voll auf der Bank: Aber selbst auf Spielplätzen der Kreisliga B steht immerhin eine Biertischbank (sie ist multifunktional und wird nach dem Spiel gerne auch für den Ausklang oder das Geburtstagsbier verwendet) am Spielfeldrand. Platz für eine dritte Person ist da noch: Der Repräsentant (m/w). Der hat meistens – im Gegensatz zu den anderen beiden, die bisweilen im Trainingsanzug kommen, einen pressekonferenztauglichen Anzug an. Er vertritt das Team nach außen und innen hin, er besorgt die Budgets für neue Ideen/Kampagnen und er erklärt der wissbegierigen Öffentlichkeit, warum das Team so erfolgreich ist (oder auch nicht ;-)). Mit seinem smarten Auftritt gewinnt er die Herzen der Zuhörer und vermarktet das Social Media Team und dessen Leistungen.

Jetzt aber endlich aufs Spielfeld

Da haben wir zunächst mal den Aufspürer (m/w). Der Aufspürer stöbert wie ein Trüffelschwein die Themen auf, die das Team ins Social Media Spiel werfen kann. Damit es nicht immer Cat content sein muss. Er findet die aktuellen Themen („HEUREKA! CONTENT – ERGO SUM!“ ;-)), die die adressierten Zielgruppen interessieren. Und möglicherweise sogar so bewegen, dass die mitmachen. Er weiß, worüber „das Netz“ diskutiert und sieht die Möglichkeit, wie das Unternehmen seinen Anteil am Hype ernten kann. Er arbeitet auch intensiv an Analysen/Monitoring mit. Er ist ja sowieso den ganzen Tag am Scannen und Rumsuchen …
Jedes Social Media Team braucht auch seinen Scotty. Sorry, das passt jetzt nicht gut. Aber einer muss ja die Technik im Griff haben. Scotty, der Techniker (m/w), weiß genau, welche Plattform welche Technologien unterstützt. Er kann programmieren, er kennt die Schnittstellen, natürlich hat er einen Facebook Developer Ausweis😉. Er weiß, wie die Teilnehmer an dem Wettbewerb schummeln können und präsentiert gleichzeitig Lösungen, wie er die Schummler aussortiert. Er ist mit den Suchmaschinen auf Du und Du und schubst die Inhalte nach oben. Er kennt natürlich auch die Tools, die den Menschen mit ihren künstlichen Gehirnen Arbeiten abnehmen. Er hält den Laden sauber und baut das Angriffspiel auf.

Die Spielmacher

Dann haben wir noch zwei echte Machertypen auf dem Feld. Der eine ist der Kreative (m/w). Er ist jemand, der ein Video machen oder einen Cartoon zeichnen kann; jemand, aus dem die eigenen Ideen nur so sprudeln. Eine Quelle des Amüsements, dessen pointierte Arbeitsergebnisse Kultcharakter haben. „Ich bin nur Fan dieser Seite, weil da jeden Tag so ein cooler Clip drauf ist“. Er sorgt für die Einzigartigkeit der Inhalte und er sorgt dafür, dass die Fans nicht in den Newsstream schauen, sondern aktiv Unternehmensauftritte besuchen. Und Viralität ist ohne ihn undenkbar. Ok, der Kreative kann gut mit Bildern und so was umgehen. Aber vielleicht kann er nicht so dolle schreiben. Aber keine Angst: Ihm zur Seite steht der Schreiber. Das ist der Wortjongleur, so eine Art Supermario der Buchstabenwelt, ein Virtuose der Fomulierungskunst, der in Sekundenbruchteilen das Spannende aus den Infomationen herauskitzeln und in jeglicher Form aufbereiten kann. Seine einzige Frage lautet: „Wieviel Zeichen?“ – und dann legt er los. Egal ob 25 oder 25.000. Obwohl letzteres in sozialen Medien eher selten ist. Aber bereit ist er dafür allemal😉
Natürlich gibt es selbst beim schönsten Thema immer wieder Leute, die eben anderer Ansicht sind. Aus Prinzip oder eben mal so, weil sie schlecht aufgestanden sind. Oder weil Texter oder Kreative zu spitz waren. Und das melden die dann zurück. Ungeschminkt und unverblümt. Wie wir halt so sind. Oder die Empfänger verstehen die feine Ironie nicht. Dann brauchen wir einen Aufräumer: den Empathen (m/w). Der Empath hat Verständnis für seine Gegenüber – wie absurd ihre Ansichten auch sein mögen. In der Regel ist er derjenige, der die Community managen darf. Er weiß, was er sich beim unsichtbaren Gegenüber erlauben darf. Wenn der Community Manager kein Empath ist, dann werden die Fans auch schon mal beschimpft oder zumindest zurecht gewiesen. Und das sind dann die Geschichten, die auch hohes virales Potenzial haben. Nur halt nicht so, wie sich das Unternehmen das wünschen mag.😉

Sämann und Reichweiten-Besorger

Erfolgreiche Social Media? Mit dem Team haben wir die Hausaufgaben gemacht. Aber halt, zumindest einer fehlt noch: der Netzwerker (m/w). „Ich kenn da jemanden, den kann ich mal anrufen“. Er verfügt über ein ungeheures und einflussreiches Mediennetzwerk. „Ach, schau mal“, wird er zu seinem alten Studienfreund sagen, „das Thema da passt doch wie maßgeschneidert auf Eure Seite/in Eure Zeitschrift“. „Magst Du nicht mal einen Link setzen?“, „Ich kann Dir auch ein Interview anbieten oder willst Du selber drüber bloggen?“, „Wir können gerne auch mal was von Euch mit reinnehmen …“, sind Mitternachtsformulierungen. Das nennt man dann wohl „seeding“. Seine guten Kontakte sorgen für die notwendige Reichweite der Unternehmensinhalte – und das natürlich ohne dafür Geld auszugeben.

Alle für einen, …

close-up-88488_640Natürlich müsste der Trainer aus diesen Spitzenindidvidualisten noch ein Team formen – aber das ist ein anderes Thema. Auf jeden Fall ist dieses Team noch unter der kritischen Grenze von neun. Und das verspricht dann sogar noch ein effizientes Arbeiten.
Ich habe jetzt bewusst mal ganz tayloristisch gedacht. Die Realität sieht natürlich anders aus. Da werden diese ganzen Funktionen von sicher weniger als acht Personen wahrgenommen. Im „Idealfall“ macht einer alles. Der Vorteil: Damit werden die Schnittstellen effizienter🙂. Auf der anderen Seite bietet genau diese Situation auch externen Dienstleistern wie Agenturen die Chance, die Lücken zu füllen. Aber dazu bedarf es wiederum Budget. Allein im Buddyprinzip wird es kaum gehen.

Schade, dass ich kein solch kreativer Zeichner bin, sonst hätte ich das Team auch gleich mit netten Fußballmännchen illustriert, um die potenzielle Viralität dieses Posts zu vergößern. Und gleichzeitig wäre meine erste Infografik entstanden.

Sicher gibt es noch Funktionen, die fehlen. Nur her damit. Dafür gibt es ja die Kommentare. Aber bei der Aufstellung eines Social Media Teams kann man ja die beschriebenen Funktionen als Checkliste verwenden. Ich glaube, wer so ein Team zusammenbaut, der wird großen Erfolg haben. Egal ob das jetzt alles originär in Social Media liegt oder anderswo im Unternehmen oder außerhalb. Dass Teammitglieder zwei oder drei der Funktionen übernehmen, ist denkbar. Aber alle? Naja …

Mit besten Grüßen
Ihr/ Euer
Martin/ Reti

Bilder: byrev bei pixabay.com, Stephanie Hofschläger und Thomas Siepmann bei www.pixelio.de

 
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Verfasst von - 1. August 2013 in Social Media

 

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