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Webwelt: Eine Frage des Vertrauens

15 Aug
google_app

„It started with an app … „

Vertrauen Sie den sozialen Medien? „Niemals“, antworten darauf wie aus der Pistole geschossen die meisten. Übrigens hauptsächlich natürlich diejenigen, die die Plattformen wie Facebook, Google plus et al. nur vom Hörensagen kennen.

Vertrauen Sie Google? Oder fragen wir anders: „Wenn Sie sich Informationen besorgen wollen, wen fragen Sie dann?“ Ich frage Google – wie sollte es anders sein? Noch lieber frage ich aber Menschen. Aber wenn man niemand genau weiß, was Amarula denn nun genau ist? Oder ein Iguanodon? Ja, dann frage ich – natürlich – Google.Und dann bekomme ich auch ziemlich schnell eine Antwort. Zumindest auf Standardfragen. Bei komplexeren Fragen ist das schon schwieriger. Da greifen wir lieber auf Experten zurück. Das hat Christian Buggisch vor ein paar Tagen bei seinem Bummel durch Thalia ausgeführt. Aber auch das ist nicht immer von Erfolg gekrönt.

Social Media – bei komplexen Fragen?

In Social Media spiegelt sich der Wunsch der Menschen wider, Antworten von Menschen zu bekommen und eben nicht von Maschinen. Vielleicht sogar bewertete Antworten. Oder Antworten aus eigener Erfahrung und eben nicht „Ich google das mal kurz für Dich …“😉 Allerdings protokollieren heute die Maschinen die Diskussionen mit. Im Gegensatz zum Stammtisch-, Fußball- oder Bäckerplausch.

Wir vertrauen Menschen mehr als Maschinen! … wirklich? Möglicherweise. Ein Grund dafür könnte sein: Wenn wir den Hintergrund der Menschen kennen, dann kennen wir auch ihre Haltung und ihren Blick auf das Leben allgemein. Da weiß man dann schon im Vorfeld, welche Antworten man auf welche ideologischen Themen bekommt (beispielsweise zum Wert des Christentums oder zum flexiblen Arbeiten oder zu Automobilen bestimmter Marken oder Fußballvereinen … ;-)).

Die unberechenbare Maschinenwelt

Maschinen sind unbestechlich. Zu denen können die Wenigsten eine Beziehung aufbauen. Mit denen können wir weder Bier noch Kaffee trinken. Und wenn wir das tun, bekommt es ihnen meist schlecht (wenigstens das haben wir ihnen voraus). Sie gelten als unbestechlich. Und doch haben sie in den letzten Jahren gelernt mitdenken und einen Teil des Denkens für uns zu übernehmen. Das ist häufig durchaus angenehm. Hat aber auch seine Schattenseiten. Eine dieser Schattenseiten, die Informations-Bevormundung, habe ich ja bereits im Serendipity-Post dargestellt. Eine weitere Schattenseite ist: Ich weiß nicht, wie sie denken. Seien wir ehrlich: Wenn wir Glück haben, wissen diejenigen, die die „Intelligenz“ der Maschine programmiert haben, was sie denkt😉

Bitte anmelden!

Kehren wir zu Google zurück. Schande über mich. Ich hatte die Google Search App noch nicht auf meinem Smartphone installiert. Das habe ich – auch weil ich mal die Suche per Foto und Spracheingabe ausprobieren wollte. Und was war das erste, was ich tun sollte? Mich anmelden. Ist ja wie beim Arzt. Aber Anmelden für eine Websuche? Hallo? Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass die Zahl der Webseiten, die eine Anmeldung für irgendein „myDingsbums“ erfordert, sprunghaft gestiegen ist? Sie sollten mal mein Passwortarchiv sehen. Achso, vielleicht lieber nicht😉

Der zweite Punkt, der mich ins Nachdenken brachte, war ein Tippser auf das Icon „Apps“ (s.o.): GMail, Calendar, Drive, Google Plus, News, Fotos, Youtube, Übersetzer … Wozu brauche ich denn da noch andere Apps? Das Angebot ist ganz klar: „Mach Google und seine Dienste zur zentralen Drehscheibe Deines (virtuellen?) Lebens“. Alles aus einer Hand. „Lass mich Dich verwalten. Ich bin Dein persönlicher Butler. Das funktioniert aber nur, wenn Du mich fütterst“. Klarer Deal, das. „Aber – wuff – der will doch nur suchen …“😉

Digitaler Wandel – verändertes Leben

Webdienste (auch besonders personalisierte) durchziehen unser Leben. Und es ist gar nicht so einfach, wieder davon loszulassen. Davon sang und singt Markus Henkel ein Lied. Auf die Implikationen für Datensicherheit etc. (#PRISM …) will ich hier gar nicht eingehen. Mir geht es mehr darum aufzuzeigen, wie sich die Welt verändert hat und welche Bedeutung Maschinen und Webdienste für unser Leben gewonnen haben. Vergessen wir nicht: Etwa 75% der Deutschen sind online. Und was ist in der Regel eine der ersten Webseiten, die wir aufrufen? .. richtig: Google.

Wenn Sie gerne mal wissen wollen, wie Ihr Google Search Protokoll aussieht, schauen Sie mal bei Google plus vorbei (natürlich mit doppelter Anmeldung). Es soll ja niemand Unbefugtes auf Ihr Konto zugreifen. Im Übrigen ist das ganz praktisch, wenn Sie beispielsweise auf die Schnelle nochmal nachvollziehen wollen, wo Sie diese oder jene Information gefunden haben. Wie gesagt: Alles hat seine zwei Seiten.

Herren der Daten

Transparenz ist der Preis, den wir für eine Welt der Kostenlosigkeit, Unbeschwertheit und Flexibilität bezahlen. Informationsgesellschaft bedeutet, dass Informationen ein bedeutsames Handelsgut sind. Das sind sie schon immer gewesen. Nur heute vertrauen wir unsere Informationen elektronischen Medien an, die deren Verwaltung und Auswertung dramatisch vereinfachen. Für uns und für andere. Es ist wichtig, sich das immer vor Augen zu halten. Da darf man sich ein bisschen wie ein Promi fühlen.

Es bleibt die Weisheit: Nichts im Leben ist umsonst. Und Altruismus ist selten und deswegen umso begehrens- und bewundernswerter. Und zuletzt sind wir natürlich immer gefragt, unsere Haltungen und Äußerungen zu überdenken. Es gibt im Zweifelsfall ein Protokoll😉

Mit besten Grüßen
Ihr/ Euer Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 15. August 2013 in Social Media

 

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