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Social Media: Spionage mal andersrum

05 Sep

Dass wir die Dinge, die wir in den sozialen Netzwerken so treiben – unabhängig von Sicherheitseinstellungen, Datenschutz etc. – als öffentlich verstehen sollten, hat sich hoffentlich mittlerweile rumgesprochen. Und ebenso, dass man (und damit meine ich jetzt Plattformanbieter oder beispielsweise Geheimdienste) aus den hinterlassenen Spuren – mehr oder weniger gelungene – Persönlichkeitsprofile zusammenstricken kann.

Kontrolle, Kontrolle!

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Gut aufpassen!😉
Rolf Handke/pixelio.de

Und dass Unternehmen Angst haben, ihre Mitarbeiter würden zuviele oder die falschen Informationen herausgeben – auch das ist hinlänglich bekannt. „Das muss man alles verhindern!“ Am einfachsten geht das natürlich, indem man als Unternehmen die Brücken in die soziale Welt drastisch kappt. Oder gar nicht erst aufbaut. Erinnert mich ein bisschen an die Van Helsing Variante mit dem silbernen Kreuz😉 oder an den Traum der Insel der Glückseligkeit.

Freilich ist das keine Lösung. Mindestens aus zwei Gründen: 1. Die Zeiten tragbarer Minicomputer (aka Smartphones) sind längstens angebrochen und 2.- vielleicht ist das jetzt für manchen neu – Netzwerke haben keine Öffnungszeiten. Die werden nach Dienstschluss nicht abgeschaltet. Das Zeitalter der Kontrolle und der Regelung – das ist ein Relikt aus der musealen Gedankenwelt von Ü40.

Die Realität, zu der die Kontrollhaltung führt, ist aufreibend. Ah, ein Loch in der Bordwand, schnell! Finger rein, noch eines, noch nen Finger rein, noch eins, den Zeh, noch eins, noch nen Zeh – vielleicht hat der eine oder andere noch die Cartoonbilder vor Augen, in denen Donald oder Tom versuchen, dem einbrechenden Wasser Herr zu werden – nur um letzten Endes festzustellen, dass plötzlich die ganze Bordwand einbricht und das Boot trotzdem sinkt😉

Neue Welt, neue Denke

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Die Freiheit und ihre Möglichkeiten warten.
Herbert Walter Krick/pixelio.de

Wäre es nicht viel besser, auf diese neue Situation mit einer neuen Haltung zu reagieren? Den Schwung der sozialen Netzwerke auszunutzen, statt einer sicheren Verlustpartie entgegenzuschlittern? Den Mitarbeitern Vertrauen zu geben und sie möglicherweise zu befähigen, mit sozialen Netzwerken umzugehen? Und die Leidenschaft, die sie haben zu fördern und dann für das Unternehmen nutzbar zu machen?

Das muss noch lange nicht bedeuten, dass die Mitarbeiter sich als Aushängeschilder für das Unternehmen zeigen müssen oder Inhalte des Unternehmens weitergeben. Das könnte auch auf wesentlich niedrigerem Niveau anfangen: bei der Beobachtung des Marktes.Tobias Anslinger berichtete solches vor Kurzem in Markt und Mittelstand vom österreichischen Möbelunternehmen Bene. Mitarbeiter unterschiedlicher Einheiten werden zur (Vorsicht Businesssprech!) Market Intelligence Force des Unternehmens. Sie beobachten das Umfeld und tragen – mit voller Billigung des Unternehmens und eingeräumter Zeit für die Recherche – Aktuelles und Wissenswertes zusammen. Das ist so eine Art Mini-Crowdsourcing zur Informationsbeschaffung. Ok, dass die Mitarbeiter „… unterstützt werden unter anderem auch durch unsere Social Media Guidelines“ – das kann man wohl noch ein bisschen optimieren.

Aber worauf es mir ankommt*: Das soziale Transparenzmoment ist also nicht nur etwas Bedrohliches, sondern hat durchaus auch seine nützlichen Seiten. Es ist immer nur die Frage, ob man sich als Opfer versteht oder als Täter. Oder, um es in anderen Worten zu sagen: „Es ist gut, solange es mir gut tut“ (zugegeben, das ist jetzt ein wenig egoistisch)🙂

Und Möglichkeiten tun sich auf

Mit dem gesammelten Material gewinnt das Unternehmen Inhalte für die eigene Publikationstätigkeit und bekommt zusätzlich einen guten Überblick über den Markt. Mit der Kenntnis des Marktes erarbeitet sich das Unternehmen zugleich auch selber Branchenkomptenz, die in der Folge über Kuratierdienste oder in einem Blog genutzt werden kann. Und die Mitarbeiter können individuelle Expertise aufbauen und möglicherweise nachher als Experten nach „draußen“ geschickt werden.

Wissen ist Macht😉

Mit besten Grüßen
Martin/ Reti

* Ich hätte hier auch vertiefen können, dass die Mitarbeiter eine Haltung haben, dass sie ihre Informationen gerne in die Community hinein teilen und dass ihr Teilen als willkommener Beitrag bewertet wird. Das ist auch Teil der „Teilkultur“. Ein andermal vielleicht.

 
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Verfasst von - 5. September 2013 in Social Media

 

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