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Social Media: No Country for Old Men?

19 Dez
Jetzt ist die traurige Wahrheit ans Tageslicht gekommen. Lange haben die Verantwortlichen sich geweigert, ihr ins Auge zu schauen. Doch nun lässt es sich nicht mehr leugnen, die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Facebook vergreist!

santaSchon im April wurde kolportiert, dass Jugendliche sich in Scharen von Facebook abwenden und ihre kostbare Onlinezeit andernorts auf den Kopf hauen. Socialbakers sah sogar einen Verlust von über 200.000 Facebooknutzern. Und winfuture sekundierte mit harten Fakten: Twitternutzer Patrick Moorhead berichtete, dass seine 12-jährige (!) Tochter Facebook mit den Worten beschied, es sei blöd und für alte Leute. Ob das nun prophetische Worte waren oder nicht: Im November räumte David Ebersman, der Finanzchef von Facebook, in etwas komplizierten Worten und auf positivere Betrachtungsweisen ablenkend ein, dass es wohl sein könne, dass man jugendliche Nutzer verliere. Woohaa! Das Ende ist nahe!

So betrüblich der Verlust Jugendlicher ist – die Werbetreibenden werden über andere Zahlen jubeln: Denn gleichzeitig wuchsen die Nutzerzahlen derer, die wir nicht originär mit sozialen Netzwerken in Verbindung bringen – stellt das Faktenkontor in seiner Studie fest: Die Menschen über 45. Und deren Geldbeutel sollten – so zumindest meine Erfahrung – praller gefüllt sein als die der Jugend, die ja vor allem eines im Übermaß hat: Zukunft und Perspektiven – hoffe ich zumindest.

Wenn Facebook reift, kann das dem Netzwerk eigentlich nur gut tun. Und welcher Social Media Berater wird nicht mit Freude seinem Kunden in ein, zwei Jahren verkünden: „Aber natürlich finden Sie Ihre Zielgruppe der einkommensstarken 50- bis 60-Jährigen auf Facebook.“
Leider, leider kann ich mit einer Aussage wie „Nutzen das Web 2.0“ nicht allzuviel anfangen. Das ist wie „Lesen die lokale Zeitung“. Titelzeile, Überschriften, Kommentare, Sportteil oder Todesanzeigen? Ober womöglich die Werbeanzeigen?😉 Ich räume ein, dass die Plattformbetreiber und Analysatoren „ausgereifte Modelle“ für die Erhebung ihrer Daten anwenden, aber Nutzung und Nutzung – das können zwei sehr verschiedene Paar Schuhe sein. Aber möglicherweise liege ich ja völlig falsch und wir sehen in fünf Jahren wild auf ihren Smartphones rumtippende grauhaarige Menschen auf den Straßen. Bis der Gegenbeweis erbracht ist, bleibe ich bei meiner Vermutung, dass ältere Menschen soziale Medien anders nutzen als Jugendliche. Vor allem, weil sie sie nicht als integralen Bestandteil ihres Lebens verstehen. Sie kennen eine Zeit, in der man ohne always on überleben konnte.

Nun erreicht also der demografische Wandel auch das ewig junge Facebook. Sehen wir es gelassen: Auch das hippste soziale Netzwerk kann den Lauf der Zeit nicht zurückdrehen. Und auch Facebook erfindet sich nicht alle halbe Jahre neu und wird spektakulärer. Warten wir noch ein paar Jahre ab … und Facebook wird Greybook.

Frohe Weihnachten
Ihr/ Euer
Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 19. Dezember 2013 in Social Media

 

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