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Social Media: Der Shitstorm, das unbekannte Wesen

14 Mrz
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Thunderbolt and lightning – very, very frightening. Galileo …

Die Angst vor dem Shitstorm ist nicht totzukriegen. Wenn man sich über Social Media unterhält, landet man früher oder später bei dem Thema – das die Betroffenen leidig, die Auslösenden gerechtigkeits-stiftend und die Zuschauer unterhaltsam empfinden. Man kann es Unternehmern nicht übel nehmen, wenn sie diese Eventualität sehen und davor zurückschrecken. Welches Unternehmen möchte schon gern durch den Dreck gezogen werden? Allerdings gibt es dafür zumeist auch einen Grund. Manche sind absehbar: schlechte Produkte, herablassender oder nicht vorhandener Service, unnachhaltiges Handeln gegen Menschen, Natur, Ressourcen …

Sprengstoff Ideologisches

Neuerdings sind es auch ideologische Themen, die immer wieder zu Auseinandersetzungen führen: Politische und religiöse Themen (zu denen natürlich auch der Fußball zählt :)) sind Klassiker, aber die Diskussion um Homosexualität und Vegetarismus beginnt – aus meiner subjektiven Sicht -, ihnen den Rang abzulaufen. Man traut sich kaum mehr zu sagen, dass man 20 Jahre verheiratet ist, Kinder in die Welt gesetzt hat und sonntags in die Kirche geht, ohne befürchten zu müssen als homophob tituliert zu werden 😉

Der Flügelschlag des Schmetterlings

Tatsache ist: Manche Schittstürme sind absehbar, manche kommen unerwartet. Und keiner weiß, warum. Vielleicht bleibt als Erklärung einfach „Shit happens“. Eine Grundingredienz für einen Entrüstungssturm sind aber Menschen, die Kante zeigen und ihre starken (und vielleicht extremen) Meinungen klar artikulieren.

Tim Ebner hat schon vor ein paar Wochen dankenswerterweise die Top 9 auf der nach unten offenen Shitstormskala für 2013 zusammengestellt – manches davon auch im Vorfeld absehbar (Götze), manches vielleicht gar nicht so shitstörmig (Bahn) und manches völlig unverständlich (Rewe).

Shitstormpotenzial ungenutzt vs. Nichtpotenzial gehoben

Und bei Rewe sind wir genau bei dem Thema, das mich umtreibt: die Unnachvollziehbarkeit. Ende 2011 publizierte die ING DiBa einen mittlerweile berühmten Nowitzki-Werbespot. Der große Junge kehrt zurück in die Metzgerei seiner Heimatstadt. Und isst ein Rädle Worscht, wie man bei uns sagt. Charmante, sympathische, augenzwinkernde 45 Sekunden. Und dennoch laufen Vegetarier und Veganer Amok auf der Facebookseite der ING DiBa – was dann die Karnivoren auf die Barrikaden bringt … wir kennen die Geschichte. Da hatte der Sturm mit dem Geschäft nicht das Geringste zu tun.
 

Und dann wird aktuell dieser Edeka-Spot mit Friedrich Liechtenstein durchs Netz getrieben. Da sehe ich einen älteren Wohlstandsmenschen, der Lebensmittel in eine Badewanne schüttet bzw. wirft. Und alle finden es „supergeil“. Und das bei einem Unternehmen, das behauptet, es würde Lebensmittel lieben.

edekaInteressanterweise treibt das niemanden auf die Barrikaden. Aber das hat doch Shitstorm-Potenzial oder irre ich mich da so sehr? (Andererseits: Wir schmeißen 11 Mio. Lebensmittel jedes Jahr in die Tonne).Da kommt es wahrscheinlich auf einen Liter Milch oder eine Packung Müesli auch nicht an. Nicht mal ein Shitfürzchen weit und breit …
 

Angst? Eher nicht …

Die Welt bleibt kompliziert und undurchsichtig … Ein letztes noch: Laut expandedramblings gibt es 50 Millionen Unternehmensseiten auf Facebook. Wenn wir mal die Anzahl der Shitstorms (und ich rede hier nicht von einzelnen kritischen Posts) dagegen halten, liegt die Shitstormrate allerhöchstens im ppm-Bereich. Das kann eigentlich kaum daran liegen, dass alle Unternehmen, an denen was auszusetzen wäre, nicht auf Facebook sind. Ansonsten wäre das natürlich ein großartiges Auswahlinstrument dafür, mit wem man Geschäfte machen will 😉

Aber vieleicht reden wir einfach nur so gern über Shitstorms, weil das Thema so anschaulich ist und es sich so leicht bebildern lässt – ohne dass man dazu bei Getty anfragen muss. 

Ihr/ Euer
Martin/ Reti

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Verfasst von - 14. März 2014 in Social Media

 

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