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Archiv der Kategorie: Cloud Computing

Cloud Computing: Das persönliche Recht auf geschützte Nacktfotos

legs-393263_640Promi-Nacktfotos! Früher war das Codewort dafür, alles stehen und liegen zu lassen noch „Freibier“. Ob es kriminelle Energie ist oder doch nur der Wunsch, auf effizienteste Weise einer technikhörigen Generation den Spiegel vorzuhalten, wird sich wohl nie recht herausfinden lassen. Die Veröffentlichung von einem ordentlichen Paket Nacktfotos weiblicher Promis hat nicht nur den Datenverkehr aufs Neue angekurbelt, sondern auch ein vielfältige Echo im Web und in den Social Media ausgelöst.

Die Unschuld vom Lande

Zweifelsohne – das will ich voranstellen – sind die Damen zu Recht entrüstet und pochen feste auf das Recht am eigenen Bild (und seien sie noch so entblößt). Aber andererseits offenbart das für mich frappierende Ähnlichkeit zu einem Vorfall meiner Jugend. Da hatte ein Freund auf dem Fahrrad ein stehendes Auto (irregulär) rechts passiert. Und wurde durch die geöffnete Tür vom Rad geschleudert. Bei der Gerichtsverhandlung erhielt er 40 Prozent Schuld für den Vorfall, der Autopassagier 60.

Was ich damit sagen will: Eine Überschrift wie „Keine Nacktfotos sind auch keine Lösung„, die x-fach widergekäut wurde, symbolisiert für mich einen dramatischen Mangel an Durchblick. Oder eben wieder nur eine stillschweigende Akzeptanz der Tatsache, dass es völlig normal ist, sich nackt abzulichten und dann die Bilder einer unpersönlichen Cloud anzuvertrauen – im 100%igen Vertrauen darauf, dass schon nichts passieren wird. Wir erwarten ja nur, dass alles so funktioniert, wie wir uns das wünschen. Eine weitere Auseinandersetzung mit dem technischen Brimborium ist nicht nötig. Eine Haltung, die Apple & Co. massiv gefördert haben.

Was? Da sind Kriminelle unterwegs?

Allein in der letzten Woche habe ich (und ich habe nicht gezielt danach gesucht) von drei Hackerangriffe gelesen – wenn wir mal die für die Historie der Welt völlig unbedeutende Promiattacke außen vor lassen. Der erste ging gegen eine Reihe von US-amerikanischen Banken, der zweite gegen norwegische Öl-Unternehmen, der dritte gegen die US-Heimwerkerkette Home Depot. Cyberkriminalität ist ein Wirtschaftsfaktor geworden. Allein in Deutschland entstanden 2013 42,6 Mrd. € Schaden. Die Schätzungen für den weltweiten Schaden belaufen sich auf eine halbe BILLION Dollar. Auch wenn ich davon ausgehe, dass McAfee hier großzügig und bar jeglichen exakten Wissens (weil Cyberkriminelle selten ihre Bücher beim Finanzamt vorlegen) geschätzt hat, sollte sich jeder bewusst sein, dass man heute nicht mehr in den nächtlichen Gassen einer Großstadt rumlungern muss, um überfallen zu werden. Noch ein Hinweis hierzu: Die Superhelden, die in solchen Momenten immer pünktlich auftreten, sind reine Fantasiefiguren.

Man lernt nie aus

Man sollte meinen, dass ein bisschen gesunder Menschenverstand oder wenigstens der Schaden anderer klug macht. Hatten wir nicht die Hoffnung, dass das kollektive Wissen, das wir im Internet anhäufen, uns immer klüger macht? Bereits 2012 war ein Hacker verurteilt worden, der ebenfalls Nacktfotos von Promi-Damen im Netz verbreitet hatte.

Auch wenn das hier niemand lesen wird – zumindest nicht diejenigen, die es sollten: Der einfachste Weg, ein weiteres Nakedgate zu vermeiden, ist, dass ihr aufhört, Euch nackt zu fotografieren. Ganz ehrlich: Wie exhibitionistisch muss man veranlagt sein? Oder steckt dahinter der Wunsch, sich im hohen Alter nochmal vor Augen halten zu können, wie schön wir mal waren? Aber wenn man ich mich schon nicht zurückhalten kann, dann muss ich ja nicht unbedingt ein Handy verwenden, das mir vorher mitgeteilt hat, dass ich alle Daten so schnell wie möglich „mit der Cloud“ synchronisiere, damit ja nichts verloren geht. Immerhin sind ja alle Daten per se schützenswert. Übrigens, Apple, meine Bilder vom Gemeindefest waren damals leider verschollen 😉

Bitte Hirn einschalten

Ich verweise an dieser Stelle auf Emma Watson, die die kluge Hermine offenbar nicht nur vorgegaukelt hat: „Ich mache keine Selfies, wenn ich nackt bin.“ Könnte sie ihren Kolleginnen mal ins Poesiealbum schreiben. Oder müssen wir das jetzt unseren Kindern empfehlen?

Ich hege die Hoffnung, dass unser Naked-Promi-Leak etwas Gutes hat: Eine Sensibilisierung dafür

  1. wie wichtig uns diese tragbaren Computer geworden sind, dass wir sie für einfach alles zu jeder Zeit verwenden
  2. welche ungeheure Vertrauenseligkeit wir in die Technik und die großen Technikkonzerne haben
  3. wie wir mit unseren Daten umgehen
  4. wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt

Ah, ich muss jetzt Schluss machen. Ich muss mein tägliches Nacktselfie machen. Oder … vielleicht doch nicht. Ich glaube, damit täte ich weder mir noch der Cloud einen Gefallen 😉

Ihr/Euer
Martin/Reti

 
 

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Meine Cloud ist tot

„Mein Auto ist gestorben, es springt mich nicht mehr an. Obwohl ich schon geflucht hab, so laut wie ich nur kann …“ – ich kann es nicht besser ausdrücken als Fredl Fesl, der große Poet an der Gitarre. Ja gut, das war vor 30 Jahren, als das Auto im Graben lag und nicht mehr tat. Heute – Zeichen des digitalen Wandels – gibt es das natürlich nicht mehr. Oder besser gesagt: Wir haben Alternativen gefunden im Internet. Die menschlichen Reaktionen bleiben aber dieselben. Beruhigend zu sehen, dass sich manches – trotz dynamischerer Welt – nicht verändert.

Am Montag sollte unser lange vorbereiteter Blogpost bei der divia erscheinen: 60 Sekunden im Internet – mit eigener Infografik auf Basis umfangreicher eigener Recherchen. Steckte viel Arbeit drin und wir haben uns schon gefreut auf die Publikation. Aber dann war unser Web-Auftritt übers Wochenende verstorben. Die üblichen Prozesse liefen an.

Machen Sie mit mir also eine Zeitreise zurück zum 11. August. Anfrage an den Dienstleister: „Was ist da los?“ „Weiß ich nicht. Ah, siehe da, zwei Festplatten sind kaputt. Aller Voraussicht nach läuft das heute Mittag wieder. Dann spielen wir die Backups vom 3. August ein“. 3. August? Zum Glück haben wir den Post etwas langfristiger geplant. „Na prima, dann können wir ja heute noch publizieren“. Aber es kommt (natürlich), wie es kommen musste: Am Dienstag dasselbe Spiel, am Mittwoch … Mittlerweile ist Donnerstag – täglich grüßt das Murmeltier. Meine Homepage ist gestorben …*

Das Zeitalter der Cloud

Und das in einem Zeitalter, da sich alle IT-Dienstleister mit dem Label „Cloud“ schmücken. Jetzt habe ich wieder mal eine eigene Erfahrung „mit der Cloud“ gemacht – unersetzlich. Besser als alle theoretischen Diskussionen über dreifache Spiegelungen in verschiedenen redundant ausgelegten Rechenzentren in verschiedenen Zeitzonen, Ressourcenpools, adaptive Kapazitätsanpassung.

Natürlich schmücken sich viele Web-Anbieter mit einem Cloud-Label. Aber – und das ist der wichtige Merksatz heute – „aus der Cloud“ bedeutet noch lange nicht „auf Basis von Cloud (Computing Technologie) produziert“. Nur weil ein Dienst im Internet (der „Cloud“) verfügbar ist, bedeutet das noch lange nicht, dass er technisch so konzipiert ist, dass er auch in jedem Fall funktioniert (und wir sprechen hier nicht von unerwarteten Lastspitzen, sondern nur von der Aufrechterhaltung des Betriebs einer einfachen Webseite bzw. deren Wiederherstellung). Oder anders gesagt: Eine Reduktion der Definition von Cloud Computing auf „network accessed“ trägt halt nicht. Ein zentrales Versprechen der Cloud-Befürworter war schon immer, dass keine Daten verloren gehen, weil das Internet ja nichts vergisst – um es zugespitzt zu formulieren …

Funktionstüchtigkeit ist aber die Erwartungshaltung von Nutzern an Webdienste. Eindrücklicher kann sich der Unterschied zwischen Cloud-gewaschenen Angeboten mit Sprachspielerei und der realen Abbildung von Cloudkonzepten kaum zeigen.

Leben mit Ausfällen der Cloud

Outages, Ausfälle bei Cloud-Anbietern, sind nicht ungewöhnlich. Nicht selten, aber auch nicht gerade an der Tagesordnung. Vielleicht sind wir deswegen so verwöhnt und fühlen uns beruhigt über Verfügbarkeiten von 99,9 Prozent. 2013 trugen sich auch Namen wie Amazon, Google, Microsoft in die Hitliste der Cloud-Ausfälle ein. Meist zog sich so was über Stunden oder Minuten hin. („Die Googlesuche war fünf Minuten nicht verfügbar …“) Am beeindruckendsten war der Ausfall von Verizon Terremark, der Obamas healthcare.gov ins Nirwana zog. Und dafür sorgte, dass HP sich künftig um die Infrastruktur für die Seite kümmern wird.

Nun, die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht gelingt es den Experten ja noch, unsere Seite wiederzubeleben oder die dann knapp einen Monat alten Backups aufzutreiben. Und wir berichten nicht über eine Sekunde im Internet, sondern über Wochen, an denen wir nicht am Internetleben teilgenommen haben.

Ich sollte nicht unfair sein: Die Webseite tut heute Morgen wieder. Allerdings stammt der aktuellste Post im Blogverzeichnis vom Januar. Und der Blog kennt mich nicht mehr. Und der Dienstleister teilt mit, dass alle unsere Inhalte seit Launch der Seite (Februar) wahrscheinlich unwiderruflich verloren sind. Wenn ich überlege, wie viel Zeit darin gesteckt hat … Einmal mehr zeigt sich, dass man den Schadensfall als Dienstleister planen sollte. Und dass Diskussionen über Verfügbarkeit, Disaster Recovery keine verschwendete Zeit sind – auch in Zeiten der Cloud.

Und – Danke, WordPress.com. Es hat seine Vorteile, keine eigene Domäne und keine eigene Installation zu haben.

 

Epilog

Zwei gestresst wirkende „Zwei“-Techniker betreten ein riesiges Archiv in einem Keller. Ort unbekannt. Sicherheit – sie verstehen.  „Wo sind denn die Backups abgeblieben? Schnell!“ Der Orang-Utan schwingt sich elegant mit gespitztem Mund um die Ecke. „Ugg“. Er deutet auf einen Stapel verschiedener Speichermedien in der Ecke. In der Tradition eines Wimmelbildes weist er auf einen Turm babylonischen Ausmaßes – USB-Sticks, Flashspeicher, Festplatten, ja sogar klassische Musik-Kassetten. Aus einigen Kassetten hängen die Magnetbänder, die sich großzügig im Wirrwarr verlieren … und wenn sie nicht gestorben sind, dann suchen sie noch heute …

Nachtrag 2

was sonst so geschah, während unsere Seite im Sterben lag. Ich wage gar nicht nachzurechnen, wie der Webverkehr durch unseren Seitenausfall eingebrochen ist 😉

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60 Sekunden im Internet

 
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Verfasst von - 14. August 2014 in Cloud Computing

 

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Cloud Computing – die Dampfmaschine für die IT

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Vielseitig einsetzbare Wolken Bild: pixabay.com

Nachdem ich ja jetzt immer wieder mit dem Thema Cloud zugange bin, werde ich von den Nicht-ITlern immer wieder gefragt, was das ist. Dazu habe ich mal einen kleinen Text geschrieben, bei dem ich ursprünglich bei der Dampfmaschine anfangen wollte – aus naheliegenden Gründen. Zum einen wegen des revolutionären Charakters, zum andern wegen der ausgestoßenen Wolken, die mich direkt zum Thema führen.

Cloud Computing – das klingt … nunja, diffus. Und damit ist der Begriff gar nicht so schlecht gewählt. Und auch das aus wiederum zwei Gründen: Zum einen wird sich kaum eine einheitliche, wissenschaftlich scharfe Definition des Begriffs finden. Zum anderen kennzeichnet Cloud Computing eine Art, IT-Dienste zu produzieren ohne recht zu wissen, wo sie denn herkommen. Und da ist die Herkunftsbezeichnung „aus der Wolke“ gar nicht so falsch gewählt.

Schon längst millionenfach genutzt

Dass Cloud Computing aber etwas höchst Reelles ist, zeigt der Alltag von vielen Millionen Menschen, die Apps auf ihren Smartphones und/oder verschiedene Dienste aus dem Internet auf ihren PCs nutzen: Eine Vielzahl dieser basiert auf Cloud Computing. Eines der bekanntesten Beispiele ist der Onlinehändler Amazon, der zufälligerweise auch als Erfinder des Cloud Computing gilt.

Amazon – der Klassiker

Gerade in Onlineshops zeigt der Besucherandrang sehr große Schwankungen. Denken wir beispielsweise an das bald wieder heraufziehende Osterfest. Viele Menschen werden die Gelegenheit nutzen, um für Freunde und Verwandte Geschenke zu kaufen. Nun ist es aber so, dass große Horden von Interessenten bisweilen Webseiten zum Abstürzen bringen. Mit dem Resultat, dass aus dem geplanten Einkauf nichts wird. Ärgerlich für den Onlinehändler. Amazon möchte sich natürlich ungern die Chance auf Umsatz entgehen lassen und hat entsprechend vorgesorgt. In den Rechenzentren des Unternehmens schlummern riesige Farmen von Servern, die nur auf ihren Einsatz warten. Übersteigt die Last der Anfragen die Fähigkeiten der aktuell aktiven Server, werden flugs weitere Server der Farm „aufgeweckt“. Mit dem Resultat, dass alle Kunden eine funktionstüchtigen Bestellservice vorfinden. Geht dann über die Feiertage die Last nach vollbrachtem Kauf wieder herunter, legen die zusätzlichen Server wieder ein Päuschen ein – bis sie wieder gebraucht werden. Beispielsweise an Weihnachten. Das brachte Amazon auf die Idee, ihre überschüssigen Rechenkapazitäten auch in die Angebotspalette aufzunehmen. Sozusagen IT von der Resterampe. Die Idee des Cloud Computing war geboren.

Diese Art, IT-Ressourcen so bereitzustellen, dass sie sich am tatsächlichen Bedarf orientieren, ist die Kernidee von Cloud Computing. Viele der bekannten Unternehmen aus dem Internet betreiben ihre Auftritte und Geschäftsprozesse mittlerweile auf diese Weise: Facebook, Google, Apple, runtastic … die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Aus der Cloud ist noch lange nicht Cloud Computing

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Bild: pixabay.com

Diese Flexibilität ist das entscheidende Kriterium, doch Techniker verlangen noch weitere Kriterien, damit der Begriff Cloud Computing gerechtfertigt ist: Die erbrachten Leistungen sollen aus Speicher- und Rechenpools über Netzwerke zum Nutzer transportiert werden, also nicht auf dem Endgerät laufen. Diese Bedingung führt auch zum Begriff Cloud Computing. Die Dienste kommen aus der Cloud, dem Synonym für das Internet. Damit nicht genug der Bedingungen: Der Endnutzer sollte die Dienste unmittelbar und ohne wesentliche Hürden nutzen können und die Dienste sollten dem Anspruch der Messbarkeit genügen. D.h. wie viel IT wird für die Bereitstellung einer Leistung benötigt?

Den Privatnutzern eines cloudbasierten Dienstes ist das ziemlich egal. Sie halten es mit der Weisheit, dass nur „das zählt, was hinten rauskommt“. Die Messbarkeit und die Ausrichtung der bereitgestellten IT-Kapazitäten sind aber reizvoll für die potenziellen Nutzer in Unternehmen. Cloud Computing wird damit mehr zu einem Bereitstellungsmodell für IT-Leistungen als zu einem technischen Spielzeug.

In der Vergangenheit haben IT-Anbieter nämlich ihre IT-Investitionen auch an Schätzungen für  Höchstkapazitäten ausgerichtet. Mit dem Resultat, dass ein großer Teil der IT-Infrastruktur betrieben werden musste, ohne einen realen Nutzen davon zu haben. Und das musste das Unternehmen dennoch bezahlen. Mit Cloud Computing befreien sich Unternehmen aus diesem Modus. Sie können IT-Ressourcen dann einkaufen, wenn sie sie brauchen. Langfristige Investitionen und die Bindung von Kapital können dadurch vermieden werden. Stattdessen können notwendige IT-Kapazitäten für Centbeträge  von einem Cloudprovider dann gemietet werden, wenn sie gebraucht werden. Das ist betriebswirtschaftlich durchaus bedeutsam. Außerdem verspricht man sich von einer stärker am Bedarf ausgerichteten IT-Bereitstellung auch einen Umweltschutzaspekt, da der Strombedarf sinkt.

Schöne, neue IT-Welt?

Cloud Computing ist kein gänzlich neues Thema. Das hat den Vorteil, dass es nicht mehr nur durch die rosarote Brille betrachtet wird. Eines der ersten Hindernisse ist der hohe Automatisierungsgrad. Das Auffinden eines menschlichen Ansprechpartners bei einem Cloudanbieter kann Kunden nicht wenig Nerven kosten.

Weitere Kritikpunkte an dem Konzept sind, dass es die Anbieter immer noch nicht geschafft haben, einheitliche Standards zu schaffen. Ich als gestern auf einer Folie, dass es mittlerweile 35 Standardisierungsansätze gibt.  Ein Wechsel des Anbieters ist für die Unternehmen mit großen Aufwand verbunden.

Zugleich muss festgehalten werden, dass das Gros der bekannten Anbieter aus den USA stammt. Daten, die bei ihnen verarbeitet werden, verlassen also potenziell den europäischen Rechtsraum, was bedeutende rechtliche Konsequenzen haben kann. Für die man möglicherweise den Anbieter nicht einmal zur Haftung heranziehen kann. Denn auch hier gilt der Grundsatz: Recht haben, ist noch lange nicht Recht bekommen. Und wahrscheinlich haben nur die wenigsten einen erfahrenen Anwalt für IT-Recht in der englischsprachigen Welt an der Hand. Damit entwickeln sich europäische Anbieter, die möglicherweise ihre Heimat in der Unternehmenswelt und nicht im Consumeruniversum haben, zu echten Alternativen.

Zuletzt ist noch zu beachten, dass die Cloudwelt sich nicht unbedingt mit der existenten Unternehmens-IT-Welt verträgt. Das kann bei Cloud-Einführungsprojekten zu großen Aufwänden führen.

Cloud Computing ist ein ziemlich umfassendes Thema, das einen nicht unerheblichen Einfluss darauf hat und haben wird, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt. Und deswegen ist es vielleicht auch nicht ganz unsinnig, zumindest die grundlegenden Aussagen dazu zu kennen. Und das Cloud nicht nur eine wolkige, theoretische Angelegenheit ist, sollte längst widerlegt sein.

 
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Verfasst von - 11. April 2014 in Cloud Computing

 

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Ohne Cloud geht’s auch – aber nicht so gut

pirates-139211_640Einmal mehr bestätigt sich, dass man heute nicht mehr nachts in die dunklen Gassen der Großstädte gehen muss, um überfallen zu werden. Nein, heute können Sie gemütlich daheim sitzen – und der Räuber genauso. Sehr komfortabel 😉

Ran an die Enterhaken

16 Mio. E-Mail-Adressen haben Hacker kürzlich gekapert. Und damit können die Piraten* nun in 16 Mio. verschiedene Rolle schlüpfen, 16 Mio. E-Mail-Postfächer auswerten (was wohl ein Big Data Thema ist) und von 16 Mio. Postfächern Spam verschicken. Und was einem geschäftstüchtigen Hacker zum Thema Botnet noch so einfällt. Die könnten sogar auf die Ideen kommen, MEIN Passwort zu ändern und dann in MEINEM Namen den amerikanischen  Präsidenten zu beleidigen. Und dann wäre ICH ratzfatz Staatsfeind Nummer Eins. Uiuiui …

Erstmal schauen: Bin ich dabei?

Dankenswerterweise hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schnell reagiert und versucht, auf seiner Webseite für Transparenz zu sorgen. Nur einfach die E-Mailadressen eintragen und … ach halt, das geht ja gar nicht. Zumindest nicht zu Beginn. Als ich meine diversen Accounts prüfen wollte, fand ich lediglich das vor

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Cloud wär fein

Schien ein bisschen so, als ob da noch ein paar Leute mehr als ich die Idee hatten zu prüfen, ob sie betroffen sind. Und auch so ein Webserver ist nur ein Mensch … Verzeihung … eine Maschine mit endlichen Kapazitäten. Hätte man eigentlich vorher ahnen können, dass da ein paar Interessierte vorbeischauen. Das erinnert mich doch an was: Abfedern plötzlicher (und unerwarteter) Lastspitzen? Ah, die Cloud. Naja, wenn wir ehrlich sind, bietet auch die Cloud nicht „infinite resources“ (wie das mancher gerne formuliert). Unendlich ist halt nun mal ein großes Wort, das vor allem Mathematiker gerne verwenden, wenn sie nicht weiter wissen 😉

Aber Infrastrukturressourcen für den Einsatz als Webserver – das sollte die Cloud mittlerweile allemal bieten können. Fast auf Knopfdruck und für recht wenig Geld. In diesem Fall waren es aber wohl Sicherheitsbedenken, die gegen die Ressourcen aus einer Public Cloud sprachen. Oder Imageerwägungen: Ich kann mir die süffisanten Blicke schon vorstellen: „BSI setzt auf Cloud Computing von Amazon“. Das wäre ja sowas wie der Ritterschlag für die Public Cloud.

Wir sollten allerdings nicht vergessen: Der angebotene Dienst der Kaperungsidentifikation ist kein kritischer Dienst. Das Kind ist längst in den Brunnen gefallen, genauso wie die Milch verschüttet ;).

Cloud oder Geduld – das ist hier die Frage

Ein paar Minuten später kam ich dann tatsächlich drauf und holte mir meine Codes zur Abfrage. Mit negativem Ergebnis. Also nichts passiert. Und vielleicht ist die Cloud doch auch nicht so wichtig. Manchmal muss man halt ein bisschen warten können. Aber das verlernen wir langsam durch das Web mit seinem Diensten, die IMMER verfügbar sind/sein müssen …

Für eine schnelle Reaktion wäre man ohnehin in seinem Postfach besser aufgehoben gewesen. Mal versuchen, ob man ran kommt und dann einfach mal das Passwort ändern. Schon ist das Problem grundlegend gelöst. Wenn’s geht. Und dann suchen wir eben mal ein anderes Passwort aus als qwertz, 123456 oder passwort. Hier gibt es noch ein paar Tipps für die schlechtesten Passworte des Universums.

Bis denne,
Euer/Ihr
Martin/ Reti

*damit meine ich nicht, die gleichnamige Partei. Das ist nur ein Synonym für die Kaperer.

 
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Verfasst von - 23. Januar 2014 in Cloud Computing

 

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Crocodile Dun-Google-dee

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Was frisst das Vieh eigentlich?
Bild: Dieter/ pixelio.de

Energiewende, Recycling von (Alt-)Handys, Elektroautos, … So langsam wächst mein nachhaltig grünes Bewusstsein. Oder besser: es wird gewachsen durch die aktuelle Berichterstattung in Presse, Internet und anderen Medien. Nachhaltig ist gut. Da will ich auch mitmachen. Also nichts wie ran.

Grünen Strom habe ich schon. Meine alten Handys sind bei der letzten Sammelaktion meines Magenta-T-Mobilfunkanbieters mit verwertet worden. Ein Elektroauto habe ich noch nicht. Naja, vielleicht kommt das demnächst. Aber wie sieht es mit der IT aus, die ich nutze? Wie grün sind die Cloud-Services, die ich nutze? Und woran kann ich das erkennen?

Fast alle Anbieter von (Public-)Cloud-Angeboten entdecken ihre „grüne“ Ader, bzw. die ihrer Rechenzentren. Hier wird die IT mit allem möglichen gekühlt, was die Natur zu bieten hat. Und die Kühlung verbraucht ja einen großen Teil der Energie in „klassischen“ Rechenzentren.

Was ich jedoch mehrfach lesen konnte, das zeigt mir, dass auch die Natur sich ein Stück Rechenzentrum zurück erobert. Ähnlich den Lachsen, die wieder im Rhein heimisch werden. Nur ein bisschen amerikanischer und nicht so friedlich ;-).

Im Kühlwasserbecken eines Google-Rechenzentrums in South Carolina, das durch Regenwasser gespeist wird, lebt seit einiger Zeit ein Alligator. Nicht so ein niedlich kleiner. Nein. Das Tier ist schon 1,20 m und befindet sich noch im Wachstum. Sozusagen ein Alligator im „Zentrum“ von Google. Ein Tier mit Urinstinkten, das alles verspeist, was ihm zu nahe kommt. Da drängt sich ein Vergleich zu Google doch direkt auf, so finde ich.

Keiner weiß genau, wie er dorthin gekommen ist. Aber es zeigt mir, dass IT und Natur friedlich zusammen leben können. Friedlich? Aber natürlich, denn der Badetourismus in solchen Kühlwasserbecken hält sich normalerweise in Grenzen.

Denn wenn badende Teenager bedroht wären, wie, sagen wir mal,  beim Weißen Hai, dann hätte Hollywood das Thema sicher schon für sich entdeckt. Den Filmtitel kann ich mir schon vorstellen. Die Frage ist nur noch wer die Rolle des „Krokodiljägers“ bekommt.

Aber das ist Fiktion. Soweit wird es sicher nicht kommen. Noch darf er dort bleiben. Erst wenn er zu groß (und mächtig) wird, dann greift der amerikanische Staat korrigierend ein und entfernt das Tier aus dem Rechenzentrum. Ob hier der Vergleich bzw. die Analogie zu Google immer noch gilt, bleibt Ihnen überlassen. In diesem Sinne.

Ihr Michael Pauly

 
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Verfasst von - 3. Dezember 2012 in Cloud Computing

 

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Big Brother Siri?

Haben Sie es gewusst? Apple überträgt und speichert, sobald Sie Siri auf ihrem iPhone nutzen, Ihr persönliches Sprachprofil zu Apple und verarbeitet dieses dort. Was noch hinzukommt ist, dass die Daten dann auch noch dort – auf unbestimmte Zeit – gespeichert werden (Das soll so sein. Nachgesehen habe ich selbst dort noch nicht.).  Das geht doch jetzt gar nicht. Auf jeden Fall nicht für jemanden, der mit dem europäischen Datenschutzgedanken groß geworden ist. Einige Firmen sehen das bereits auch so und haben Siri von ihren dienstlichen Telefonen verbannt.

Aber, wenn ich mir jetzt die Sache noch einmal durch den Kopf gehen lasse, dann stellt sich mir die Frage: Was soll denn hierbei schiefgehen? Denn, eigentlich finde ich es gut, wenn IT einfacher zu handhaben ist und Services weiterentwickelt werden. Dazu trage ich dann auch meinen Teil gerne bei.

Bedenken habe ich meistens nur dann, wenn jemand anderes weiß, was ich gerade denke oder mache. Dann ist mir immer etwas unwohl. Aber dafür brauche ich doch Siri nicht, oder? Dieser Bereich ist im Internet doch schon lange nicht mehr vakant. Hierfür gibt es schließlich Google, Facebook & Co. Außerdem weiß mein Mobiltelefon – meist genauer und besser als ich – wo ich bin.

Dann bleiben noch immer die generellen Bedenken, dass „staatliche“ Stellen auf diese Daten zugreifen und diese nutzen können. „Man“ weiß zwar noch nicht genau wofür und weshalb, aber „Fakt“ ist, dass es so ist. Hierzu habe ich meine persönliche Meinung. Denn, da ich zurzeit nicht vorhabe, irgendwelche Verbrechen zu begehen – weder Kapitalverbrechen, noch Steuerhinterziehung – mache ich mir darüber keine Sorgen. Vor allem, da ich weiß, dass diese Daten, zwar gut verteilt, sowieso irgendwo im Netz verfügbar sind. Man muss diese nur finden. Auch diese Herausforderung wird demnächst mit Big Data gelöst sein ;-).

Also, was könnte getan werden? Da fallen mir auf Anhieb zwei Dinge ein. Zum einen könnte die Siri-Verarbeitung aufs Smartphone verlagert werden. Ein wenig Rechenleistung steht auf dem iPhone ja auch zur Verfügung (etwa 70 mal mehr als bei der ersten Mondlandung). Und wenn ich mit meinem Telefon spreche, sollte es in der Zwischenzeit sowieso nichts anderes tun, sondern mir zuhören ;-). Ein kleiner Nachteil dabei ist nur, dass Siri hierdurch nicht wesentlich weiterentwickelt werden kann. Und das ist – so mein Empfinden – noch notwendig.

Zum anderen könnte die Verarbeitung, in kleine Pakete zerlegt, verteilt in der Cloud verarbeitet werden. … Dann ist es allerdings auch wieder nur eine Frage der Zeit, bis jemand mit Big Data Methoden die Dinge wieder zusammensetzt. Und schon gingen die Bedenken (und das Geschrei) wieder von vorne los.

Interessant an der ganzen Diskussion ist für mich, dass das Verfahren und die Vorgehensweise bei Siri eigentlich jedem IT-ler klar sein muss, – die Sprachverarbeitung ist nicht neu, die hierzu benötigte und die begrenzte Rechenleistung von Smartphones bekannt, der Entwicklungsbedarf auch, … Das alles hat solange keinen gestört, bis es jemand  „öffentlich“ ausgesprochen hat. Naja, dasselbe Phänomen haben wir ja auch bei der aktuellen Olympia-Bekleidung der USA. …  plötzlich und völlig unerwartet stellte „man“ fest, dass diese in China gefertigt wurde.

Mein Fazit: Berechtigte Bedenken sind immer gut und müssen auch publik gemacht werden. Bedenken, nur um etwas dagegen zu haben, sollten jedoch nicht ungefiltert und unreflektiert weitergegeben werden. Oder wie sehen Sie das? Bin ich hier (als Europäer) zu unkritisch? Ich freue mich auf Ihre kritischen Kommentare.

Ihr Michael Pauly

 

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As Time goes by …

Nein, ich habe in den letzten Wochen keine Rating-Agentur gegründet, wie zu Beginn des Jahres angekündigt. Es gibt eine einfache Erklärung, warum Sie seit einiger Zeit nichts mehr von mir in diesem Blog gelesen haben. Mich hat das ganz normale „IT-Leben“ erfasst. Hier und da ein Projekt und zur Entspannung noch etwas CeBIT ;-). Naja, was soll ich sagen? Inzwischen hat mich der Alltag wieder. Auch die Umstellung der Uhr habe ich ganz locker weg gesteckt.

Nichtsdestotrotz, eine Ära neigt sich langsam dem Ende. Nein. Nicht was Sie jetzt vielleicht denken. Ich werde weiter auch an dieser Stelle bloggen. Aber einige Urgesteine der IT haben die Tastatur für immer aus der Hand gelegt. Als letztes Jack Tramiel der Gründer der Computerfirma Commodore.

Auch wenn ich mich jetzt als Non-Digital-Native oute. Ich weiß nicht nur, dass es einmal einen (damals im letzten Jahrtausend nannte man es schon Computer) Commodore C64 gab. Nein. Ich habe selber einen solchen besessen. Und was soll ich sagen? Auch damals haben wir die IT ständig optimiert. Im C64-Fall beispielsweise musste ich den „Brotkasten“ aufschrauben und konnte dann das Betriebssystem-ROM durch ein selbst gebranntes „neues“ OS-EPROM ersetzen. Natürlich auf einer selbst gelöteten Platine. Noch ein kleines Loch ins Gehäuse für den Drehschalter zur Umschaltung und schon war das „Tuning“ fertig. Das hört sich nicht nur einfach an, sondern ist es auch.

Vielleicht kennen einige von Ihnen das auch noch? Einen Monitor brauchte man damals nicht. Ein Fernseher reichte aus – mit Röhre, versteht sich ;-). Und um Programme und Daten zu speichern, reichte ein (modifizierter) Kassettenrecorder aus. Kassettenrecorder? Ja, das waren die Vorgänger der CD-Player, die wiederum die Vorgänger der MP3-Player waren, die wiederum die Vorgänger der Streamingdienste wie Spotify sind. Sie sehen: So war das IT-Mittelalter.

Wobei ich ehrlicher Weise zugebe: Eine Datasette hatte ich nie. Dafür ein Floppy-Disk-Laufwerk. Nein. Nicht 3,5 Zoll. 5,25 Zoll war damals das Maß aller Dinge. Und das flexible schwarze Ding verdiente den Namen „Floppy“ auch noch. Dafür konnte man, wenn der Locher an der richtigen Stelle angesetzt wurde, auch noch die Rückseite „bespielen“. Versuchen Sie das heute mal mit einem USB-Stick ;-).

Doch halt. Bevor ich jetzt ganz in die Vergangenheit abdrifte, bleibe ich doch lieber im Hier und Heute und somit in der Cloud. Vielleicht erlebe ich es ja, dass eines meiner Jugendspiele (im Originalgewand) auch dort läuft? Decathlon zum Beispiel oder ??? Das wäre doch mal eine Herausforderung an die Cloud ;-). Oder soll ich doch mal wieder meinen C64 entstauben und dann einen Blogpost schreiben, wie überlegen die altvorderen Rechner waren? 😉 Wie heißt es noch bei Casablanca so schön: „Play it again (Sam).“ In diesem Sinne.

Ihr Michael Pauly

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 16. April 2012 in Cloud Computing, Uncategorized

 

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