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Cloud Computing: Das persönliche Recht auf geschützte Nacktfotos

legs-393263_640Promi-Nacktfotos! Früher war das Codewort dafür, alles stehen und liegen zu lassen noch „Freibier“. Ob es kriminelle Energie ist oder doch nur der Wunsch, auf effizienteste Weise einer technikhörigen Generation den Spiegel vorzuhalten, wird sich wohl nie recht herausfinden lassen. Die Veröffentlichung von einem ordentlichen Paket Nacktfotos weiblicher Promis hat nicht nur den Datenverkehr aufs Neue angekurbelt, sondern auch ein vielfältige Echo im Web und in den Social Media ausgelöst.

Die Unschuld vom Lande

Zweifelsohne – das will ich voranstellen – sind die Damen zu Recht entrüstet und pochen feste auf das Recht am eigenen Bild (und seien sie noch so entblößt). Aber andererseits offenbart das für mich frappierende Ähnlichkeit zu einem Vorfall meiner Jugend. Da hatte ein Freund auf dem Fahrrad ein stehendes Auto (irregulär) rechts passiert. Und wurde durch die geöffnete Tür vom Rad geschleudert. Bei der Gerichtsverhandlung erhielt er 40 Prozent Schuld für den Vorfall, der Autopassagier 60.

Was ich damit sagen will: Eine Überschrift wie „Keine Nacktfotos sind auch keine Lösung„, die x-fach widergekäut wurde, symbolisiert für mich einen dramatischen Mangel an Durchblick. Oder eben wieder nur eine stillschweigende Akzeptanz der Tatsache, dass es völlig normal ist, sich nackt abzulichten und dann die Bilder einer unpersönlichen Cloud anzuvertrauen – im 100%igen Vertrauen darauf, dass schon nichts passieren wird. Wir erwarten ja nur, dass alles so funktioniert, wie wir uns das wünschen. Eine weitere Auseinandersetzung mit dem technischen Brimborium ist nicht nötig. Eine Haltung, die Apple & Co. massiv gefördert haben.

Was? Da sind Kriminelle unterwegs?

Allein in der letzten Woche habe ich (und ich habe nicht gezielt danach gesucht) von drei Hackerangriffe gelesen – wenn wir mal die für die Historie der Welt völlig unbedeutende Promiattacke außen vor lassen. Der erste ging gegen eine Reihe von US-amerikanischen Banken, der zweite gegen norwegische Öl-Unternehmen, der dritte gegen die US-Heimwerkerkette Home Depot. Cyberkriminalität ist ein Wirtschaftsfaktor geworden. Allein in Deutschland entstanden 2013 42,6 Mrd. € Schaden. Die Schätzungen für den weltweiten Schaden belaufen sich auf eine halbe BILLION Dollar. Auch wenn ich davon ausgehe, dass McAfee hier großzügig und bar jeglichen exakten Wissens (weil Cyberkriminelle selten ihre Bücher beim Finanzamt vorlegen) geschätzt hat, sollte sich jeder bewusst sein, dass man heute nicht mehr in den nächtlichen Gassen einer Großstadt rumlungern muss, um überfallen zu werden. Noch ein Hinweis hierzu: Die Superhelden, die in solchen Momenten immer pünktlich auftreten, sind reine Fantasiefiguren.

Man lernt nie aus

Man sollte meinen, dass ein bisschen gesunder Menschenverstand oder wenigstens der Schaden anderer klug macht. Hatten wir nicht die Hoffnung, dass das kollektive Wissen, das wir im Internet anhäufen, uns immer klüger macht? Bereits 2012 war ein Hacker verurteilt worden, der ebenfalls Nacktfotos von Promi-Damen im Netz verbreitet hatte.

Auch wenn das hier niemand lesen wird – zumindest nicht diejenigen, die es sollten: Der einfachste Weg, ein weiteres Nakedgate zu vermeiden, ist, dass ihr aufhört, Euch nackt zu fotografieren. Ganz ehrlich: Wie exhibitionistisch muss man veranlagt sein? Oder steckt dahinter der Wunsch, sich im hohen Alter nochmal vor Augen halten zu können, wie schön wir mal waren? Aber wenn man ich mich schon nicht zurückhalten kann, dann muss ich ja nicht unbedingt ein Handy verwenden, das mir vorher mitgeteilt hat, dass ich alle Daten so schnell wie möglich „mit der Cloud“ synchronisiere, damit ja nichts verloren geht. Immerhin sind ja alle Daten per se schützenswert. Übrigens, Apple, meine Bilder vom Gemeindefest waren damals leider verschollen 😉

Bitte Hirn einschalten

Ich verweise an dieser Stelle auf Emma Watson, die die kluge Hermine offenbar nicht nur vorgegaukelt hat: „Ich mache keine Selfies, wenn ich nackt bin.“ Könnte sie ihren Kolleginnen mal ins Poesiealbum schreiben. Oder müssen wir das jetzt unseren Kindern empfehlen?

Ich hege die Hoffnung, dass unser Naked-Promi-Leak etwas Gutes hat: Eine Sensibilisierung dafür

  1. wie wichtig uns diese tragbaren Computer geworden sind, dass wir sie für einfach alles zu jeder Zeit verwenden
  2. welche ungeheure Vertrauenseligkeit wir in die Technik und die großen Technikkonzerne haben
  3. wie wir mit unseren Daten umgehen
  4. wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt

Ah, ich muss jetzt Schluss machen. Ich muss mein tägliches Nacktselfie machen. Oder … vielleicht doch nicht. Ich glaube, damit täte ich weder mir noch der Cloud einen Gefallen 😉

Ihr/Euer
Martin/Reti

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Cloud Computing – die Dampfmaschine für die IT

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Vielseitig einsetzbare Wolken Bild: pixabay.com

Nachdem ich ja jetzt immer wieder mit dem Thema Cloud zugange bin, werde ich von den Nicht-ITlern immer wieder gefragt, was das ist. Dazu habe ich mal einen kleinen Text geschrieben, bei dem ich ursprünglich bei der Dampfmaschine anfangen wollte – aus naheliegenden Gründen. Zum einen wegen des revolutionären Charakters, zum andern wegen der ausgestoßenen Wolken, die mich direkt zum Thema führen.

Cloud Computing – das klingt … nunja, diffus. Und damit ist der Begriff gar nicht so schlecht gewählt. Und auch das aus wiederum zwei Gründen: Zum einen wird sich kaum eine einheitliche, wissenschaftlich scharfe Definition des Begriffs finden. Zum anderen kennzeichnet Cloud Computing eine Art, IT-Dienste zu produzieren ohne recht zu wissen, wo sie denn herkommen. Und da ist die Herkunftsbezeichnung „aus der Wolke“ gar nicht so falsch gewählt.

Schon längst millionenfach genutzt

Dass Cloud Computing aber etwas höchst Reelles ist, zeigt der Alltag von vielen Millionen Menschen, die Apps auf ihren Smartphones und/oder verschiedene Dienste aus dem Internet auf ihren PCs nutzen: Eine Vielzahl dieser basiert auf Cloud Computing. Eines der bekanntesten Beispiele ist der Onlinehändler Amazon, der zufälligerweise auch als Erfinder des Cloud Computing gilt.

Amazon – der Klassiker

Gerade in Onlineshops zeigt der Besucherandrang sehr große Schwankungen. Denken wir beispielsweise an das bald wieder heraufziehende Osterfest. Viele Menschen werden die Gelegenheit nutzen, um für Freunde und Verwandte Geschenke zu kaufen. Nun ist es aber so, dass große Horden von Interessenten bisweilen Webseiten zum Abstürzen bringen. Mit dem Resultat, dass aus dem geplanten Einkauf nichts wird. Ärgerlich für den Onlinehändler. Amazon möchte sich natürlich ungern die Chance auf Umsatz entgehen lassen und hat entsprechend vorgesorgt. In den Rechenzentren des Unternehmens schlummern riesige Farmen von Servern, die nur auf ihren Einsatz warten. Übersteigt die Last der Anfragen die Fähigkeiten der aktuell aktiven Server, werden flugs weitere Server der Farm „aufgeweckt“. Mit dem Resultat, dass alle Kunden eine funktionstüchtigen Bestellservice vorfinden. Geht dann über die Feiertage die Last nach vollbrachtem Kauf wieder herunter, legen die zusätzlichen Server wieder ein Päuschen ein – bis sie wieder gebraucht werden. Beispielsweise an Weihnachten. Das brachte Amazon auf die Idee, ihre überschüssigen Rechenkapazitäten auch in die Angebotspalette aufzunehmen. Sozusagen IT von der Resterampe. Die Idee des Cloud Computing war geboren.

Diese Art, IT-Ressourcen so bereitzustellen, dass sie sich am tatsächlichen Bedarf orientieren, ist die Kernidee von Cloud Computing. Viele der bekannten Unternehmen aus dem Internet betreiben ihre Auftritte und Geschäftsprozesse mittlerweile auf diese Weise: Facebook, Google, Apple, runtastic … die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Aus der Cloud ist noch lange nicht Cloud Computing

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Bild: pixabay.com

Diese Flexibilität ist das entscheidende Kriterium, doch Techniker verlangen noch weitere Kriterien, damit der Begriff Cloud Computing gerechtfertigt ist: Die erbrachten Leistungen sollen aus Speicher- und Rechenpools über Netzwerke zum Nutzer transportiert werden, also nicht auf dem Endgerät laufen. Diese Bedingung führt auch zum Begriff Cloud Computing. Die Dienste kommen aus der Cloud, dem Synonym für das Internet. Damit nicht genug der Bedingungen: Der Endnutzer sollte die Dienste unmittelbar und ohne wesentliche Hürden nutzen können und die Dienste sollten dem Anspruch der Messbarkeit genügen. D.h. wie viel IT wird für die Bereitstellung einer Leistung benötigt?

Den Privatnutzern eines cloudbasierten Dienstes ist das ziemlich egal. Sie halten es mit der Weisheit, dass nur „das zählt, was hinten rauskommt“. Die Messbarkeit und die Ausrichtung der bereitgestellten IT-Kapazitäten sind aber reizvoll für die potenziellen Nutzer in Unternehmen. Cloud Computing wird damit mehr zu einem Bereitstellungsmodell für IT-Leistungen als zu einem technischen Spielzeug.

In der Vergangenheit haben IT-Anbieter nämlich ihre IT-Investitionen auch an Schätzungen für  Höchstkapazitäten ausgerichtet. Mit dem Resultat, dass ein großer Teil der IT-Infrastruktur betrieben werden musste, ohne einen realen Nutzen davon zu haben. Und das musste das Unternehmen dennoch bezahlen. Mit Cloud Computing befreien sich Unternehmen aus diesem Modus. Sie können IT-Ressourcen dann einkaufen, wenn sie sie brauchen. Langfristige Investitionen und die Bindung von Kapital können dadurch vermieden werden. Stattdessen können notwendige IT-Kapazitäten für Centbeträge  von einem Cloudprovider dann gemietet werden, wenn sie gebraucht werden. Das ist betriebswirtschaftlich durchaus bedeutsam. Außerdem verspricht man sich von einer stärker am Bedarf ausgerichteten IT-Bereitstellung auch einen Umweltschutzaspekt, da der Strombedarf sinkt.

Schöne, neue IT-Welt?

Cloud Computing ist kein gänzlich neues Thema. Das hat den Vorteil, dass es nicht mehr nur durch die rosarote Brille betrachtet wird. Eines der ersten Hindernisse ist der hohe Automatisierungsgrad. Das Auffinden eines menschlichen Ansprechpartners bei einem Cloudanbieter kann Kunden nicht wenig Nerven kosten.

Weitere Kritikpunkte an dem Konzept sind, dass es die Anbieter immer noch nicht geschafft haben, einheitliche Standards zu schaffen. Ich als gestern auf einer Folie, dass es mittlerweile 35 Standardisierungsansätze gibt.  Ein Wechsel des Anbieters ist für die Unternehmen mit großen Aufwand verbunden.

Zugleich muss festgehalten werden, dass das Gros der bekannten Anbieter aus den USA stammt. Daten, die bei ihnen verarbeitet werden, verlassen also potenziell den europäischen Rechtsraum, was bedeutende rechtliche Konsequenzen haben kann. Für die man möglicherweise den Anbieter nicht einmal zur Haftung heranziehen kann. Denn auch hier gilt der Grundsatz: Recht haben, ist noch lange nicht Recht bekommen. Und wahrscheinlich haben nur die wenigsten einen erfahrenen Anwalt für IT-Recht in der englischsprachigen Welt an der Hand. Damit entwickeln sich europäische Anbieter, die möglicherweise ihre Heimat in der Unternehmenswelt und nicht im Consumeruniversum haben, zu echten Alternativen.

Zuletzt ist noch zu beachten, dass die Cloudwelt sich nicht unbedingt mit der existenten Unternehmens-IT-Welt verträgt. Das kann bei Cloud-Einführungsprojekten zu großen Aufwänden führen.

Cloud Computing ist ein ziemlich umfassendes Thema, das einen nicht unerheblichen Einfluss darauf hat und haben wird, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt. Und deswegen ist es vielleicht auch nicht ganz unsinnig, zumindest die grundlegenden Aussagen dazu zu kennen. Und das Cloud nicht nur eine wolkige, theoretische Angelegenheit ist, sollte längst widerlegt sein.

 
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Verfasst von - 11. April 2014 in Cloud Computing

 

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Ohne Cloud geht’s auch – aber nicht so gut

pirates-139211_640Einmal mehr bestätigt sich, dass man heute nicht mehr nachts in die dunklen Gassen der Großstädte gehen muss, um überfallen zu werden. Nein, heute können Sie gemütlich daheim sitzen – und der Räuber genauso. Sehr komfortabel 😉

Ran an die Enterhaken

16 Mio. E-Mail-Adressen haben Hacker kürzlich gekapert. Und damit können die Piraten* nun in 16 Mio. verschiedene Rolle schlüpfen, 16 Mio. E-Mail-Postfächer auswerten (was wohl ein Big Data Thema ist) und von 16 Mio. Postfächern Spam verschicken. Und was einem geschäftstüchtigen Hacker zum Thema Botnet noch so einfällt. Die könnten sogar auf die Ideen kommen, MEIN Passwort zu ändern und dann in MEINEM Namen den amerikanischen  Präsidenten zu beleidigen. Und dann wäre ICH ratzfatz Staatsfeind Nummer Eins. Uiuiui …

Erstmal schauen: Bin ich dabei?

Dankenswerterweise hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schnell reagiert und versucht, auf seiner Webseite für Transparenz zu sorgen. Nur einfach die E-Mailadressen eintragen und … ach halt, das geht ja gar nicht. Zumindest nicht zu Beginn. Als ich meine diversen Accounts prüfen wollte, fand ich lediglich das vor

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Cloud wär fein

Schien ein bisschen so, als ob da noch ein paar Leute mehr als ich die Idee hatten zu prüfen, ob sie betroffen sind. Und auch so ein Webserver ist nur ein Mensch … Verzeihung … eine Maschine mit endlichen Kapazitäten. Hätte man eigentlich vorher ahnen können, dass da ein paar Interessierte vorbeischauen. Das erinnert mich doch an was: Abfedern plötzlicher (und unerwarteter) Lastspitzen? Ah, die Cloud. Naja, wenn wir ehrlich sind, bietet auch die Cloud nicht „infinite resources“ (wie das mancher gerne formuliert). Unendlich ist halt nun mal ein großes Wort, das vor allem Mathematiker gerne verwenden, wenn sie nicht weiter wissen 😉

Aber Infrastrukturressourcen für den Einsatz als Webserver – das sollte die Cloud mittlerweile allemal bieten können. Fast auf Knopfdruck und für recht wenig Geld. In diesem Fall waren es aber wohl Sicherheitsbedenken, die gegen die Ressourcen aus einer Public Cloud sprachen. Oder Imageerwägungen: Ich kann mir die süffisanten Blicke schon vorstellen: „BSI setzt auf Cloud Computing von Amazon“. Das wäre ja sowas wie der Ritterschlag für die Public Cloud.

Wir sollten allerdings nicht vergessen: Der angebotene Dienst der Kaperungsidentifikation ist kein kritischer Dienst. Das Kind ist längst in den Brunnen gefallen, genauso wie die Milch verschüttet ;).

Cloud oder Geduld – das ist hier die Frage

Ein paar Minuten später kam ich dann tatsächlich drauf und holte mir meine Codes zur Abfrage. Mit negativem Ergebnis. Also nichts passiert. Und vielleicht ist die Cloud doch auch nicht so wichtig. Manchmal muss man halt ein bisschen warten können. Aber das verlernen wir langsam durch das Web mit seinem Diensten, die IMMER verfügbar sind/sein müssen …

Für eine schnelle Reaktion wäre man ohnehin in seinem Postfach besser aufgehoben gewesen. Mal versuchen, ob man ran kommt und dann einfach mal das Passwort ändern. Schon ist das Problem grundlegend gelöst. Wenn’s geht. Und dann suchen wir eben mal ein anderes Passwort aus als qwertz, 123456 oder passwort. Hier gibt es noch ein paar Tipps für die schlechtesten Passworte des Universums.

Bis denne,
Euer/Ihr
Martin/ Reti

*damit meine ich nicht, die gleichnamige Partei. Das ist nur ein Synonym für die Kaperer.

 
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Verfasst von - 23. Januar 2014 in Cloud Computing

 

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Social Media: Die Twitter-Analysten

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Wohin geht die Reise? Twitter entschlüsselt die Zukunft
http://www.pixabay.de

Die leicht orientalisch anmutende Dame mit dem Turban zieht die Augenbraue hoch und schaut hochkonzentriert in ihre Glaskugel: „Ich sehe ein großes Vermögen auf Sie zukommen, sie werden einem gut aussehenden Mann begegnen, der sie auf Händen trägt … ach nein, das sind ja gar keine Hände. Das ist eine Trage und Sie werden das Vermögen verlieren wegen eines längeren Krankhausaufenthalts … aber im Krankenhaus lernen Sie einen Millionär kennen … “

Die Ausblicke auf das Jahr sind im Vorfeld von Ostern schon wieder deutlich verblasst und werden vermutlich erst wieder gegen Weihnachten herausgezogen oder beerdigt werden. Aber der Wunsch, die Zukunft zu kennen, ist ungebrochen. Denken wir nur an Michael J. Fox, der die Sportergebnisse der Zukunft mit in die Gegenwart nimmt. Manchmal wären es nur ein paar Minuten, die wir in die Zukunft schauen möchten. Aber – es geht halt leider nicht. Und bitte versuchen Sie nicht, mich vom Gegenteil zu überzeugen. 😉

Das Geschäft mit der Zukunft

Dennoch beschäftigen sich ganze Berufsstände mit der Analyse der Zukunft. Und zwar da, wo es sich lohnt: beim lieben Geld. Doch wie es aussieht, steht diese Zunft vor großen Umbrüchen. Was der Mensch nicht hingebracht hat (immerhin verlieren Banken ja bisweilen immer noch Geld mit ihren Anlagen), das sollen nun die Maschinen richten. Oder besser die Maschinen, die die Massen beaufsichtigen. Das Zauberwort Social Media schickt sich nun an, auch Aussagen über die Zukunft zu machen.

Holger Schmidt hat die Erkenntnisse im aktuellen Focus zusammengefasst. Er zitiert u.a. auch die Studie von bazaarvoice. Dabei zeigt sich, dass die Menge der Tweets über ein Unternehmen recht ordentlich mit dem Aktienkurs korreliert.  Das Ergebnis: Je mehr über ein Unternehmen gesprochen wird, desto eher werden dessen Aktien nachgefragt. In der aktuellen Gegenwart, die die nähere Zukunft speist. Das bedeutet dann einen Kurssprung. Juhu – die Welt ist einfach 😉

„Die Banken werden sich fragen, ob sie weitere Analysten einstellen oder lieber in Algorithmen investieren“, wird im Artikel Timm Sprenger von der TU München zitiert, der den Twittereffekt ebenfalls untersucht hat. Twitter als Glaskugel. Ein Menschheitstraum geht in Erfüllung – wahrscheinlich werden wir nächstes Jahr dann via Social Media in die Zukunft reisen können 😉

Schon heute ist ein Großteil des Börsenhandels automatisiert. Ein Zukunftsszenario könnte also sein, dass die einen Maschinen die Aussichten für ein Papier bestimmen und die anderen die Papiere direkt handeln. Ein großartiges Handwerk. Zum Frühstücksdirektor kommt dann noch die Position des Frühstücks-Derivatehändlers. Ob der dann noch eine Wesen aus Fleisch und Blut ist sei mal dahin gestellt. 😉

Der Faden lässt sich in zwei Richtungen weiterspinnen: Kann sich noch jemand an den Flash Crash in New York erinnern? Wahrscheinlich wird es viele geben, die behaupten, dass Computersysteme keine Fehler machen können. Aber die alltägliche Praxis im Kleinen wie im Großen zeigt, dass nicht immer alles so einwandfrei läuft, wie wir uns das vorstellen. Die Volatiliät könnte dann in eine ganz neue Dimension vorstoßen.

Twitterheer treibt Aktienkurs

Natürlich kommen die Daten, die von den Maschinen ausgewertet werden, aus den Posts von Menschen. Es läge also nahe, den Pfaden von Curtis James Jackson III, namens 50 Cent, (was ich für einen außerordentlich  passenden Namen halte :-)) zu folgen. Der ist mit 5,9 Mio. Followern eine ziemliche Einflußgröße auf Twitter. Und der hat sich auch mal positiv über eine Firma geäußert, die mit seinem Namen Geld verdient.

Also werden wir konsequenterweise Abteilungen entstehen sehen, die Namen wie Twitter-Based Analyst Forces oder Social Media Stock Influence Squad heißen. Da sitzt dann ein Heer von eifrigen Twitterern, die den Aktienkurs des Unternehmens in die Höhe treiben. Deren variabler Gehaltsanteil richtet sich dann nach den erzielten Kursanstiegen. Oder noch besser: Wir delegieren das als dritte Aufgaben an die Maschinen im Nachbarraum. Und dann kennt der Aktienkurs nur noch einen Weg: nach oben

Finanzkennzahlen, Produkte, Dienstleistungen, Skandale, Naturkatastrophen – alles unbedeutend. Twitter ist der Maßstab. Es würde dann völlig ausreichen, „ein paar“ Algorithmen auf Cloudressourcen zu bringen und aufs Knöpfchen zu drücken. Und das Geldverdienen geht in der virtuellen Welt automatisch. Ein etwas grummeliges Bachgefühl bleibt indes bestehen.

Herrscher der Zukunft? Welch ein Traum! Aber nun ist die Gier derjenigen, die das große, schnelle Geld verdienen wollen, aufs Neue befeuert. Muss jetzt aufhören, habe eine längere Twittersession zu absolvieren. Melde mich wieder, wenn ich reich bin 😉

Ihr/ Euer
Martin/ Reti

p.s.: Der einfachere und schnellere Weg zumindest zu einem kleineren Gewinn führt über den Osterkalender hier im Blog. Ich nehme noch bis Ostersamstag Abgaben entgegen 😉

p.p.s.: Und herzlichen Glückwunsch an Twitter zum 7. Geburtstag – danke an Lars Hahn für den Hinweis

 
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Verfasst von - 21. März 2013 in Social Media

 

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Cloud Computing: Präsident aus der Cloud

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Das waren noch Zeiten der Kontinuität, Image via Wikipedia

Fieberhaft, aber sehr kurz haben wir DSDP gespielt: Deutschland sucht den Präsidentenstar. Und damit haben wir natürlich eine großartige Chance verpasst, der Cloud zum endlichen Durchbruch zu verhelfen.

The Times they are a´changin´:  Innerhalb von knapp zwei Jahren zwei neue Bundespräsidenten küren zu müssen, ist meines Erachtens neu in dieser Republik. Aber vielleicht auch ein Zeugnis für die Geschwindigkeit, mit der sich Dinge verändern – vielleicht auf Basis des „modernen“ Umgangs miteinander (was keineswegs schlechter oder besser sein soll, sondern eben … anders). Über die These lässt sich wahrscheinlich trefflich streiten, aber es steht nunmal außer Frage, dass die Laufzeiten unserer Bundespräsidenten tendenziell Richtung Atommeiler gehen (nicht absolut, aber relativ = ständig kürzer). Wäre mal zur Abwechslung wieder schön, wenn einer die ganzen fünf langen Jahre durchhielte.

Ich wundere mich, dass die Piraten noch nicht nach einem modernen Präsidenten gerufen haben. Einem Präsidenten, der unbestechlich, unvorbelastet, zuverlässig, leistungsfähig, womöglich geradezu jungfräulich ist. Einem Präsidenten, der erhaben ist über jede Zuflüsterung von Einflussgruppen und immun gegen jegliche Verbindlichkeiten der Vergangenheit – und der auch keine Zeitungen bedroht. Die Lösung liegt für die IT-Kenner auf der Hand: Die Cloud. Wir wollen den Präsi aus der Cloud 😉

Für alle, die mit der Cloud nicht auf Du und Du stehen: Unter Cloud Computing verstehen wir allzeit verfügbare IT bzw. IT-Dienste, die sich dynamisch an die Anforderung der Nutzer anpassen (und ebenso produziert werden), über Netze (zumeist das Internet) nach Bedarf geliefert wird und bei der man nur die Leistung bezahlt, die sie erbringt (das wäre übrigens mal ein interessantes Diätenkonzept ;-))

Die Cloud verheißt Flexibilität und Zuverlässigkeit auch bei hoher Last, sie ist völlig neutral – für alle Zwecke einzusetzen und vor allem hat sie keine Vergangenheit – sie ist vollkommen unabhängig und die investigativen Journalisten können graben, solange sie wollen. Sie werden nichts zu Tage fördern. Im gleichen Zug könnte man übrigens in elektronischen Bibliotheken das Wissen der Ratgeber hinterlegen, so dass sie sogar über die kniffligsten Menschheitsfragen mit einem viel sagenden „42“ richten könnte.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Cloud ist zuverlässig und hält die gesamte Amtsperiode durch, sie bevorteilt niemanden, sie weiß fast alles und entscheidet völlig unvoreingenommen. Wahrscheinlich ist sie sogar kostengünstiger als die aktuelle Humanlösung. Außerdem braucht sie keinen Schlaf. Es gibt keine verflossenen Partner, keine zu jungen Gattinnen, keine zu alten Liebhaber. Menschliche Vorurteile sind ihr völlig fremd.

Ok, ich gebe zu, dass die Repräsentation ein wenig anders wird. Wenn Herr Obama, Kaiser Wladimir oder Stan Sarkozy dem Bundes-Avatar Hallo sagen, das wird sicher zu Beginn ein besonderes Schauspiel sein. Aber ich denke, wir werden uns daran gewöhnen. Das könnte übrigens der Startpunkt sein, die politische Entscheidungsfindung nach und nach in elektronische Hände zu legen. Man bedenke nur die Geschwindigkeit, die wir dadurch gewinnen könnten … und Deutschland wäre endlich wieder innovativstes Land der Erde. Wenn wir unseren Bundesavatar dann noch mit regenerativen Energien betrieben … wow!

Nichts gegen Herrn Gauck, aber ich plädiere für den Präsi aus der Cloud. Die ist per se untadelig  und die Presse kann sich wieder anderen Themen zuwenden 😉

Mit einem fetten Augenzwinkern

Ihr/Euer
Martin/ Reti

 
2 Kommentare

Verfasst von - 23. Februar 2012 in Cloud Computing

 

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