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Social Media: Big-Data-Nachschub

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Eine Katastrophe?
Bild: pixabay.de / Hans

Man könnte meinen, im Februar 2014 sei die Welt zusammengebrochen. Die Gemüter erhitzen sich an der Übernahme von WhatsApp seitens Facebook.Da ist das „gute“ WhatsApp, das mit einer minimalen jährlichen Nutzungsgebühr schwarze Zahlen schreibt und da ist die „böse“ Datenkrake Facebook, die kein Geld verlangt und uns dafür zielgruppenorientierte Werbung einblendet.

Fakt ist: Beide Dienste sind höchst erfolgreich mit dem, was sie anbieten. Und wenn man die deutschen Nutzerzahlen zugrunde legt, ist WhatsApp mit 30 Mio. monatlichen Nutzern erfolgreicher als Facebook (27 Mio.), dessen Wachstum seit Kurzem etwas schwächelt.Theoretisch könnte damit Facebook zumindest auf deutschem Boden Reichweite gewinnen. Wobei es natürlich interessant wäre zu erfahren, wie viele Nutzer ohnehin schon beide Dienste nutzen. Die Zahl wird nicht ganz unerheblich sein. Immerhin unterhält WhatsApp auch eine ansehnliche Facebook-Präsenz mit knapp 6 Mio. Fans (allerdings weltweit).

Alles rennet, rettet, flüchtet

Eine Stimmung wie kurz vor dem Einsetzen der Sintflut macht sich breit. Facebook kommt und alles rennt davon.

Das wird natürlich kaum die Realität sein. Aber plötzlich schießen WhatsApp-Alternativ-Apps wie die Pilze in einem warmen, feuchten Herbst aus dem Boden. Threema, bislang nur einer eingeschworenen Gruppe von Sicherheitsfreaks bekannt, wird zum sicheren Hafen und verdoppelt innerhalb weniger Tage seine Nutzerzahlen auf immerhin 400.000. Es ist aber schwer vorstellbar, dass Facebook nur um Threemas willen 19 Mrd. Dollar ausgegeben hat. 😉

Warum also?

Geht es wirklich nur darum, einen „Konkurrenten aus dem Weg zu räumen“ (Lobo) oder „die Welt noch besser zu vernetzen“ (Zuckerberg). Die Wahrheit liegt dazwischen und hat sicher von beidem etwas. Von der Papierform her ist Zuckerberg vielleicht sogar näher an der Wahrheit. Was auch immer unter „Vernetzen“ zu verstehen ist.

WhatsApp und Facebook haben durchaus unterschiedliche Ansätze für unterschiedliche Kommunikationssituationen: WhatsApp – das ist primär die schnelle E-Mail unter persönlich Bekannten, Facebook – das ist meine eigene Vernissage für öffentliche Besucherscharen. So richtig konkurrenzmäßig erscheint das nicht. WhatsApp ist viel intimer, aber auch viel flüchtiger, was sich daran zeigt, dass bei WhatsApp die Zahl der Rechtschreibfehler die von Facebook nochmals dramatisch toppt 😉 (Was kümmert mich mein Post von gestern?)

Wofür also 19 Milliarden? WhatsApp ist wegen dreier Größen sicher ein guter Kauf (nicht nur für Facebook): Die immense Größe mit etwa 450 Mio. aktiven (!) Nutzern, die hohen Wachstumsraten und ein positives Betriebsergebnis. Weiteres Wachstum vorausgesetzt (so wird halt immer gerechnet) – fließen WhatsApp’s kontinuierlich steigende Abogebühren an Facebook. Wie viel das genau ist, wird sich ja irgendwann mal in Facebooks Quartalsberichten zeigen.

Und ob die Aussage des Ex-Geschäftsführers in spe und frisch von Facebooks Gnaden gebackenen Multimilliardärs, Jan Koum, in zwei Jahren noch gilt: „Werbung auf WhatsApp wird es nicht geben“? Wir werden sehen …

Weitere Datenquelle für Big Data

Einen weiteren Mehrwert bringt WhatsApp aber über seine Brautgabe: Die Daten der Nutzer, die auf einem intimeren Kommunikationskanal viel freizügiger reden als öffentlich. Und das macht natürlich die Profilierung von Nutzern viel realistischer. Immerhin sind beide Dienste nicht gerade Vorbilder, was Datenschutz und Datensicherheit angeht – das werden gerade die deutschen Zeigefingerheber nicht müde zu erklären. Und wer annimmt, das die NSA nur Facebook ausspäht, während sie WhatsApp-Nutzer ungeschoren lässt, weil die ja eine jährliche Gebühr bezahlen, nunja …

Ein besseres Targeting für Nutzer in einer „vernetzten Welt“ ist immer noch eher ein Versprechen oder eine Vision ist als eine Realität. Das will ich an einer kleinen Episode aus dem Paralleluniversum Google/Youtube erläutern:

In Ermangelung meines Interesses an Kanälen hat Youtube sich entschlossen, mir einfach einmal ein paar wichtige Kanäle als Abos angedeihen zu lassen. Unter anderem „Rock“ (was angesichts meiner angeschauten Videos gar nicht so falsch ist). Ich weise allerdings auch auf den etwas höher positionierten Andre Rieu hin – knapp unterhalb von Hammerfall-Sänger Joacim Cans 😉 und ich gebe darüber hinaus hier offiziell zu Protokoll, dass ich in der Regel weder Katzen- noch Hundevideos anschaue.

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Auf diesem Abo gab es dann eine Dame namens Demi Lovato, die zwar adrett aussieht, mir aber ansonsten (Asche auf mein Haupt) nicht das Geringste sagt. Also klicke ich mal in diese Aboempfehlung rein …

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Ah, das kenn ich doch irgendwo her? Also ganz ehrlich: Wäre das in Zeiten von targeted Dingsbums nicht möglich, diese grundlegende Frage vor einem Vorschlag zu prüfen? Die Wahrscheinlichkeit, dass ich als Deutscher auch in Deutschland ins Web gehe, scheint offenbar dafür zu niedrig zu sein.

Also ein genauerer Blick auf den Kanal „Rock“:

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Ja, holla … (ohne Worte)

Mit besten Grüßen
Ihr/Euer
Martin/ Reti

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 22. Februar 2014 in Social Media

 

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Social Media: Happy Birthday, Facebook

Diese Woche floss meine kreative Energie komplett in den divia-Blog. Ich mag die Infos und den Text aber so, dass ich sie hier nochmal nutze 🙂

birthday-17297_64010 Jahre Facebook. 10 Jahre Facebook! Gemessen an den Erwähnungen im Web (80,7 Mio. Treffer für „10 Jahre Facebook“) scheint das etwa 100-mal so wichtig wie die Mondlandung (892.000 Treffer).  Und egal ob Freund oder Feind – fast jeder kann mit dem Begriff zumindest was anfangen. Und auch wenn die Experten das vehement bestreiten: Social Media ist Facebook. Das heißt wohl auch, dass alle anderen feiern und Facebook die Füße still hält.

Mehr als Social Media

Facebook ist mehr als nur ein soziales Netzwerk, es ist einer dieser „Game changer“ – mit Auswirkungen auf Menschen, Gesellschaft und Geschäft. Und bis dato ist es unbestritten eine Erfolgsgeschichte. Was aber häufig ein bisschen aus dem Fokus gerät (gerade bei Privatnutzern), ist die Tatsache, dass Facebook ein Wirtschaftsunternehmen ist. Und auch im 21. Jahrhundert bleibt es für die Nutzer von „Umsonstdiensten“ eine unbequeme  Wahrheit, dass Wirtschaftsunternehmen Geld verdienen müssen. Facebook kennt dazu zwei Modelle: Werbung und … was war nochmal das andere? 😉 Achso, Bezahldienste. So eine Art Facebook-internes Paypal.

Obwohl die Geburtsstunde Facebooks 2004 schlug, ist das Phänomen in Deutschland noch nicht so alt. Holger Schmidt erwähnt – damals noch im FAZ-Blog (was die „herausragende“ Bedeutung des Themas anno 2008 unterstreicht ;)) – dass der deutsche Auftritt im März 2008 gestartet wurde. In Deutschland wird Facebook also nächsten Monat erstmal eingeschult. Damals führte Facebook-Vizepräsident Matt Cohler aus: „Facebook ist zurzeit nicht an Werbung oder Umsatz in Deutschland interessiert“.

Die Kasse klingelt

Passend dazu gab es damals auch keine offiziellen Angaben zu den Werbeeinnahmen. Für 2008 berichteten die üblichen „informierten Kreise“ von 400 Mio. US Dollar Werbeumsatz. Eigentlich eine imposante Zahl für ein Studentenprojekt. Noch größer wurde das Staunen, als die selben (?) informierten Kreise im Folgejahr von 700 bis 800 Mio. erzählten – und dass Facebook 10 Mio. Gewinn gemacht habe. Spätestens jetzt war das Interesse der Analysten geweckt: Facebook goes Business – steckt da Potenzial drin? Offizielle Zahlen zur Entwicklung der Werbeeinnahmen gibt es dann seit 2010. „Zeigt her Eure Zahlen“, heißt es nämlich, wenn man bei den Profis mitspielen möchte und an die Börse geht.

Statistik: Umsätze von Facebook weltweit nach Segmenten vom 1. Quartal 2010 bis zum 4. Quartal 2013 (in Millionen US-Dollar) | Statista

Die Geschwindigkeit „digitaler“ Geschäftsmodelle

In 10 Jahren von Null auf 7 Mrd. – das lässt sich doch sehen. Einige unserer DAX-Konzerne sind – zumindest laut Papierform – auch nicht viel älter. Die Deutsche Telekom wird nächstes Jahr 20, die Daimler AG wird dieses Jahr 16, Infineon ist gerade mal fünf Jahre älter als Facebook. Und macht weniger Umsatz: 3,8 Mrd. € (2012/2013). Natürlich haben sie „Vorgeschichten“, die bei Daimler zumindest bis in das Jahr 1883 zurückreichen. Ob Facebook irgendwann auch auf eine 100-jährige Firmengeschichte zurückblicken wird?

Oder ob es wie eine Wunderkerze abbrennt ausgelöscht durch eine „Epidemie„? Oder ob Halbkriminelle das Geschäftsmodell durch wildes Liken aushöhlen? Das wird kaum jemand wissen. Tatsache ist: Im Moment führt an Social Media, Verzeihung, Facebook wenig vorbei.

Und weil Facebook so fleißig Daten von seinen Nutzern bekommt, badet Mark Zuckerberg wie Smaug im eigentlichen Asset seines Unternehmens, dem Datenschatz. Mit dem lassen sich noch ganz andere Geschäftsmodelle realisieren. Es muss ja nicht immer nur Werbung sein. Vielleicht zur Abwechslung Marktforschung. Stichwort: Big Data. Oder haben Sie noch Ideen für Facebook Geschäftsmodelle? Oder Zukunftsutopien für Facebook? So, meine Blogzeit ist alle – ich muss schnell meine Timeline checken 😉

Mit besten Grüßen
Ihr/ Euer
Martin/ Reti

p.s.: Die Entwicklung der Jahreswerte für die Werbeumsätze habe ich hier nochmal in einer Grafik zusammengefasst:

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Umsätze in Mio. US Dollar, 2008 und 2009 Schätzungen entsprechend Text

Das Original des Beitrags gibt es hier.

 
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Verfasst von - 13. Februar 2014 in Social Media

 

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Social Media: Sehr geehrte Frau Algo

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Foto: Romy auf pixabay.com

Maschinen waschen meine Wäsche, sie kochen meinen Tee, sie mähen meinen Rasen – vielleicht zerlegen sie mich oder meine Kinder irgendwann mal in Atome und transportieren uns vom heimischen Sofa in den Urlaub und zurück von der Laufbahn direkt in die Dusche oder schlafen für mich. Fürs Erste übernehmen sie schon mal mein Dasein im sozialen Web.

Social Media – Wo war da nochmal der Vorteil? Achso, in Zeiten, in denen Maschinen uns alles abnehmen (z. B. in den allseits beliebten Hotlines und jetzt auch schon beim Autofahren) konnten wir endlich wieder mit echten Menschen reden, die nicht nur vorgefertigte Algorithmen und Satzfragmente nachkauen, um den Anschein von Intelligenz zu erwecken, sondern wirklich Zeit für uns haben und uns zu helfen versuchen. Und das Beste daran: Manchmal funktioniert das sogar. Das hängt natürlich wesentlich vom Verständnis der sozialen Medien im Unternehmen bzw. bei den betreuenden Menschen ab. Aber das steht auf einem anderen Blatt Papier bzw. einer anderen Storagepartition. 😉

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Ursprünglich war es nur ein kleines Twitter-Bonmot von Klaus Eck über Algorithmen als Gatekeeper, das meine Gedanken anstieß. Aber dann fiel mein Blick auf den Stammvater der automatisierten Kommunikation: „Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist auch ohne Unterschrift gültig„. Die Maschinen nehmen uns die Kommunikation ab. Und im digitalen Zeitalter entscheiden sie auch darüber, was wichtig ist (was das Geschäftsmodell von Google begründete).

Digitale Präsenz als Währung

Dazu kommt die Tatsache, dass sich digitale Präsenz immer mehr zu einer Art Währung entwickelt. Es ist wichtig, (hohe) Aktivität auf allerlei Kanälen zu zeigen, um wahrgenommen zu werden. Es erscheint mir ein wenig wie ein ewiger Kreislauf: Immer wenn die Technik (meist in Form der IT) uns neue Erleichterungen und Möglichkeiten bereit stellt, sind wir irgendwann überfordert und … benutzen wiederum technische Lösungen, um mit den Möglichkeiten Schritt zu halten. Insofern ist es tatsächlich konsequent, den nächsten Schritt zu gehen und Maschinen nun auch unsere Kommunikation anzuvertrauen:

Fremdposten ist angesagt 😉

Das ist nichts Neues, wird aber in Mountain View sicher noch professioneller angegangen als bei den bisherigen Ansätzen. Da gab es die eher klassische Lösung des menschlichen Social Media Butlers, Verzeihung der Butlerin, und den deutschen Social Sitter, der uns im Urlaub vertritt und wild „liket“ und „sharet“. Google aber wird wohl noch einen draufsetzen mit einem Dienst, der automatisch Statusposts absetzt. Ob der das auch bei Facebook wir tun können, wollen wir mal dahin gestellt lassen. 😉

Vorteile en masse

Der Vorteil liegt auf der Hand: Wir müssen nicht mehr selber Zeit investieren, um unsere Spuren im Web zu hinterlassen, die unsere „Online Reputation“ steigern. Das nervige Reden mit anderen Menschen überlassen wir unseren elektronischen Butlern und unser Kloutscore erklimmt ungeahnte Höhen. Na also 😉

Letzten Endes unterhalten sich dann unsere „Vertretungsmaschinen“ mit den Maschinen, die über unseren Wert in der algorithmischen Onlinewelt entscheiden. „Der spielt nicht fair“, mag der eine rufen, „Beschiss“, der andere. Das ist nur ein kleines bisschen wie Bitcoins stehlen. Strafbar sicher nicht, anstößig vielleicht. Wirkungsvoll – aber sicher.

Insofern mag der Versuch Googles, das beste Tool für das automatische Posten (vermutlich kostenfrei) auf den Markt werfen zu wollen, ein Befreiungsschlag sein, der dafür sorgen soll, dass „soziale Signale“ echt bleiben. Was wäre einfacher, als die automatisch generierten Posts vom Google-eigenen Tool herauszurechnen? 😉  

Überdies hinaus ist das eine erfreuliche Entwicklung, weil die NSA von den so abgegriffenen Informationen nicht den geringsten Nutzen hat oder sie aber wahlweise in einem Google Rechenzentrum vorbeischaut, um die entsprechenden virtuellen Maschinen zu verhaften, die meine Befehle verwalten. 😉

Handwerk hat goldenen Boden

Digitale Prominenz auf Knopfdruck – na, das klingt doch. Natürlich haben wir es gerne einfach und kostengünstig, aber warum – nochmal – freuen sich Eltern über die unprofessionellen und ungelenken Bastelprodukte ihrer Kinder, gehen Menschen zur Landmetzgerei statt in den Supermarkt, in ein Restaurant statt zur Pommesbude? Ich vermute, weil sie Industrialisierungsansätze (so effizient für alle Seiten sie sein mögen) satt haben.

Deswegen sehen wir auch gerne mal einen Fehler  – weil wir sehen, dass es Handwerk ist. Individuell. Persönlich. Auch wenn die Maschinen unsere Kommunikation verwalten, ist doch der Wert von Kommunikation immer noch der der Begegnungen von Menschen. Davon bleibe ich zumindest überzeugt. Und man sollte auch damit leben, eben nicht alles tun zu können, alles wissen zu wollen und überall aufzutauchen zu müssen. 😉

Ab und zu einen Butler einzusetzen, der mir ein wenig Arbeit abnimmt, um brachliegende Facebook-Profile zu beleben und darbende Twitter-Accounts zwangszubeatmen kann sinnvoll sein. Aber eine Maschine meine Beziehungen pflegen zu lassen – ganz ehrlich – das ist doch ein bisschen daneben. Wichtiger wäre doch zu überlegen, was ich mit meiner Zeit anfangen will. Was Bedeutung für mich hat und auf was ich verzichten kann. Ich verspreche: Wir können den Verzicht überleben 😉

Mit besten Grüßen
Ihr/ Euer
Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 5. Dezember 2013 in Social Media

 

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Social Media: Kassensturz

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Bild: pixabay.com/ Gerd Altmann

Nachdem unsere Welt durch den Twitter IPO nun wieder um ein paar Milliardäre reicher ist, war es an der Zeit, wieder mal einen Blick auf einen Bereich unseres Lebens zu werfen, in dem sich Virtuelles mit Virtuellem paart: Aktien und digitale Geschäftsmodelle.

Im Februar noch machte sich Dennis Berman im Wall Street Journal Gedanken darüber, ob Twitter 10 Mrd. Dollar wert ist und ob 2014 die erste Umsatzmilliarde erreicht wird und wenige Monate später ging im Zwitschervogeluniversum die Post ab und wir alle erfuhren: Bislang hatte Twitter nicht einen müden Cent verdient. Tatsächlich wurden Jahr um Jahr Millionen und Abermillionen in den Untiefen des Webs versenkt. Ein offenbar todsicherer Aktientipp …

Wie wir mittlerweile alle mitbekommen haben, war der Börsengang höchst erfolgreich – im Gegensatz zu dem von Facebook. Ja, die Anteilskäufer rissen sich derart um die Twitterpapierchen, dass der Ausgabekurs immer mal wieder nach oben korrigiert werden „musste“. Wäre übrigens interessant zu erfahren, ob sich jemand daraus ein Nestchen gebaut hat. 😉

Invest in Social Media?

Eigentlich sollte man sich ja als so ein Social Media Typ ein kleines Social Media Aktienportfolio zulegen. Oder vielleicht zahlen die entsprechenden Social Media Agenturen ihren Mitarbeitern dieses Jahr mal den Bonus in Form von Aktien aus? 😉 Ich war auf jeden Fall daran interessiert, wie viel denn die Aktien dieser ganzen virtuellen Unternehmen kosten und wie viele davon im Umlauf sind.

Das belächelte Facebook übertrifft mittlerweile seinen Ausgabekurs um etwa zwei Euro, nachdem es zwischenzeitlich ziemlich geschwächelt hatte. Soviel ich weiß, verdient Facebook sogar Geld. Sogar gar nicht mal so wenig. Twitter hingegen hat ja „nur“ 70 Mio. Aktien ausgegeben. Die sind mittlerweile etwas weniger wert als noch vor der Ausgabe. Aber wie viel „Geld“ ist das denn jetzt? Hier also die Social Media Aktien-Liga. Alle Kurse stammen vom 15.11.2013

             Unternehmen              Anzahl Aktien               Kurs                    Gesamtvolumen (€) 

Platz 5:  Xing AG                            5,55 Mio.                   76,50 €                      425 Mio.

Platz 4:  Twitter                                 70 Mio.                   32,43 €                     2,27 Mrd.

Platz 3:  LinkedIn                         101,78 Mio.                 171,17 €                     17,4 Mrd.

Platz 2:  Facebook                          1,87 Mrd.                   35,40 €                     68,2 Mrd.

tja, was mag da jetzt noch kommen? Das ist jetzt zwar ein bisschen geschummelt und auch wenn Oliver Gassner sagte, man dürfe Facebook nicht mit Google+ vergleichen – beim Geld sind doch alle gleich. Nun gibt es zwar keine Google+ Aktie, aber Google ist schon länger an der Börse. Und das nicht ganz unerfolgreich:

Platz 1:  Google                              276,72 Mio.               766,29 €                     212 Mrd. 

Zum Vergleich noch zwei andere Aktienunternehmen aus der digitalen Welt, die es allerdings mit Google auch nicht aufnehmen können:

ebay                                    1,29 Mrd.                 39,20 €                     50,5 Mrd. 

Amazon                             457,73 Mio.               272,18 €                   124,5 Mrd.

Vielleicht ändert sich das ja, wenn Amazon auch „social“ wird? 😉 Mit 1100 € gibt es also ein durchgängiges Social Media- Aktienpaket, eine von jeder der Top5 – wobei man für die Google-Aktie allein schon zwei Drittel berappen muss. Allerdings dürften wir nach dem Kauf das Gefühl haben, dass uns ein Stück Internet gehört. Das könnte sehr befriedigend sein. 😉

Schönes Wochenende
Ihr/Euer
Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 16. November 2013 in Social Media

 

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Social Media: Superposition des Marketing

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Foto: Gerd Altmann auf pixabay.com

Superposition – allein schon der Klang des Wortes klingt ein bisschen nach Beschützer der Galaxis. Allein – nur die wenigsten können mit dem Physikkram was anfangen. Wird unsere Welt immer abstrakter? Schrödingers Katze – ja, das war noch ein Bild, mit dem wir was anfangen konnten.

Ich habe neulich meiner Tochter ein Buch geklaut. Und durchgelesen. Darin beschreibt die Physikerin Sonia Fernandez-Vidal in einer Fantasiegeschichte Effekte und Theorien der Relativität und der Quantenmechanik. Unter anderem eben jene Superposition. Und die hat tatsächlich ein bisschen was mit Social Media zu tun. Aber erstmal zur Superposition. Für alle, die es nicht schon längst gegoogelt haben, hier die Wikipedia-Erläuterung – erfreulich wissenschaftlich korrekt (ja, das ist was anderes als in der Social Media ;)):

„Superposition in der Quantenmechanik ist vergleichbar mit der aus der klassischen Wellenlehre, da quantenmechanische Zustände ebenfalls durch Wellenfunktionen beschrieben werden. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass die quantenmechanischen Wellenfunktionen, im Gegensatz zu den klassischen, noch keine „reale“ Bedeutung haben. In der dazu äquivalenten Darstellung mit Zustandsvektoren bedeutet Superposition einfach die Addition (oder Linearkombination) von Vektoren.“

Gott würfelt anscheinend doch 😉

Ich versuch’s mal so: Superposition ist wie Mäxle. Dabei wird mit zwei Würfeln verdeckt gewürfelt und das Gebot muss immer höher sein, als das des Vordermanns. Wer das schon mal gespielt hat, der weiß genau, was Superposition ist: Solange ich den Becher noch nicht gehoben habe, ist alles möglich. Erst wenn der Becher gehoben wird, wird eine der vielen Möglichkeiten Realität. Erst dann weiß ich, dass ich keinen 6er-Pasch habe. Physiker gehen also so weit zu behaupten, dass vor dem Abheben so viele Realitäten gleichzeitig existieren, wie es Würfelergebnismöglichkeiten gibt. Und nennen das Superposition.

Social Media vs. klassisches Marketing

Und jetzt ein großer Sprung – in die Realität. Verzeihung, in die nachvollziehbare Realität unseres täglichen Social Media Lebens. Gestern lief über unseren divia-Twitterkanal (den ich hiermit aufs Wärmste empfehle) ein Link auf eine Gegenüberstellung zwischen dem klassischen Marketing und Social Media. Mir ist die, ehrlich gesagt, ein bisschen zu platt. Hier ist natürlich im Social Media Universum alles gut oder zumindest besser als im „klassischen Marketing“. Beispiel gefällig?

„Im klassischen Marketing werden eine bestimmte Sprache sowie eine klare Botschaft definiert. Oftmals besteht die Kommunikation aus klaren, langen Sätzen. Beim Social-Media-Marketing hingegen fehlen diese vorformulierten Floskeln und ausschweifende Beiträge“ – aha.

Wer will, darf sich die Liste gerne anschauen und möglicherweise klingt das ja im englischen Original gar nicht mehr so schlimm. Aber hier werden künstlich Gegensätze aufgebau(sch)t. Auch wenn zwischen Social Media und der klassischen Marketingdenke definitiv Unterschiede bestehen: Die Textlänge und Sprache ist mit Sicherheit nicht das wesentliche Unterscheidungskriterium. Bullshit-Formulierungen – lange wie kurze – gibt es hüben wie drüben. Die Bewertung darüber hängt vom Standpunkt ab. Und vom Wunsch der Abgrenzung …

Mulitple Realitäten

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Möglichkeiten über Möglichkeiten
Foto: Sandra Probst/pixelio.de

Apropo Standpunkt: Wahrheit ist ja etwas höchst Subjektives. Eine Sache, ein Umstand oder sagen wir: ein Unternehmen oder ein Produkt wird ja von jedem Menschen anders wahrgenommen. Für den Mitarbeiter ist es Brötchengeber, Sinnvermittler, Sozialkontaktvermittler, Coole-Produkte-Macher, aber auch Ausbeuter, Drangsalierer, Überstunden-Aufdrücker. Sollen wir mit den Kunden und den Angehörigen, der Geschäftsleitung weitermachen? Ich denke, Sie haben verstanden, auf was ich raus will: Superposition ist doch etwas sehr Reales. Fazit: 100 Menschen, 200 Wahrheiten. Übrigens kann man – wenn man so will – die Dreifaltigkeit auch als Superposition verstehen. Nur dass da noch niemand den Becher gehoben hat 😉 Wozu die Physik nicht alles gut ist.

Meine Erfahrung ist: Das klassische Marketing sieht das Sollimage, die eine Wahrheit, das eine Bild, das nach außen transportiert werden soll. Das geht dann bisweilen so weit, dass man sich weigert, andere Realitäten oder Betrachtungsweisen zu akzeptieren und Ihnen Irrealität vorhält. „Wir haben hier doch ein Mäxle!“. Und diese Einstellung hat durchaus auch ihren Sinn und ihre Berechtigung 😉

Akzeptanz der Superposition

Die Social Meda akzeptiert hingegen das Superpositionsprinzip, die verschiedenen Wahrheiten und stellt sich auf sie ein. Und versucht im Idealfall Brücken zwischen ihnen zu bauen. Social Media Menschen müssen erkannt haben, dass das Universum komplex ist und dass diese Komplexität spezifischer Pflege bedarf. Und die relevante Realität entsteht, wenn der Becher gehoben wird. Nur, dass ihn allenthalben jemand anderes herumdreht und möglicherweise auf eine Facebookseite, dass „… hier nur Idioten arbeiten …“. 😉

Unternehmen, die Social Media aus der „Perspektive der einzigen Wahrheit“ betreiben, machen aus meiner Sicht einen grundlegenden Fehler, weil das Wesen der Social Media mit dem Auftreten des klassischen gelebten Marketing (noch) nicht zusammenpasst. Und überhaupt: Warum sollte man das klassische Marketing gegen die Social Media ausspielen wollen? Wäre es nicht viel cleverer, das Beste voneinander zu lernen?

Mit besten Grüßen
Ihr/Euer
Martin/ Reti

p.s.: Obwohl es ja heißt, dass Cat Content immer zieht, habe ich Schrödingers Katze zugunsten des Würfelbechers geopfert. Sehen Sie’s mir nach. Alle Physiker bitte ich ohnehin um Verzeihung. Und alle anderen sowieso.

 
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Verfasst von - 24. Oktober 2013 in Social Media

 

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Social Media: Von Vögelchen und Seehunden

Auch heute noch soll es Leute geben, die gerne ihr Geld unter der Matratze horten. Ob sie den Banken misstrauen oder es einfach gerne durch ihre Finger rieseln und auf ihre Glatze prasseln lassen oder darin herum schwimmen wie ein Seehund – ihre Beweggründe kennen nur sie. Sicher aber kann man einen gewissen Hang zum „Echten“, zum „Realen“ diagnostizieren. Für die meisten anderen von uns erscheint diese Attitüde doch sehr antiquiert, unternehmen hie und da sogar ganz Experimentierfreudige Versuche, auf Scheine und Münze komplett zu verzichten (#nocashsummer).

Nicht erst im Windschatten ist das Geld virtuell geworden. Im Grunde genommen macht das Geld mit Kredit- und EC-Karte schon seinen mindestens dritten „Virtualisierungsschritt“ durch: Schon vor der Zeit der Computer gab es Schecks und Wechsel, die auf Basis von Unterschrift und gutem Namen Geldwert darstellten und man sollte auch nicht aus den Augen verlieren, dass Geld selbst schon der Ausdruck von Virtualisierung ist: ein allgemein gültiges Tauschmittel, eine Abstraktion von „echtem Wert“. Denken Sie nur mal an das Material eines Geldscheins. Dennoch war es immer begehrt und leicht zu verlieren – wie uns nicht nur die Postkutschenüberfälle im Wilden Westen lehren. 😉

Virtuelle Sphären verschmelzen

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Ob das Vögelchen auch an der Börse fliegt?
Bild von pixabay.com

Das an virtuellen Werten nicht gerade arme Umfeld der Social Media ist da immer für ein neues Kapitel gut. Im lange währenden Traum der Menschheitsgeschichte, nämlich aus Nichts echtes Geld zu machen, versucht sich aktuell Twitter. Das hat vor dem Hintergrund des eben Geschriebenen fast was Philosophisches oder Musisches, wenn sich sich die zwei Sphären der Virtualität in solche vollkommener Weise vereinen ;-). Aber um es ganz profan auszudrücken: Twitter will an die Börse und dort eine Milliarde Dollar erhalten.

Nur haben weise Regulatoren vor das virtuelle Abkassieren die schöne Tradition der Offenbarung gesetzt. Da wird dem schönen Schein der Spiegel der Realität vorgehalten. Du hast – „wow“ – 2,1 Milliarden Suchanfragen, wächst um 135.000 Accounts pro Tag, gibst 218 Millionen Nutzern Obdach, die Dich zumindest einmal im Monat besuchen und hast während Deines Lebens bereits 419 Millionen Dollar verbrannt, ohne jemals Gewinn gemacht zu haben … mea culpa: Einen Teil dieses Geld habe ich mit meinen gut 3.000 Tweets mitverbrannt. Ich tröste mich damit, dass es schwerere Nutzer gibt, die umsonst 140-Zeichen-Weisheiten in die Welt pusten 😉

Reichweite = Geld?

Dass Reichweite Geld wert ist, wissen wir spätestens, seit wir die Mediadaten diverser Zeitschriften und Zeitungen gelesen haben. (Potenzielle) Reichweite war schon immer ein „Zahlungsmittel“. Twitter versucht nun, die erzielte Reichweite zu monetarisieren, wie das Facebook schon vorexerziert hat. Die Huffington Post, gegen die mancher Blogger derzeit zu Felde zieht, geht den umgekehrten Weg: Sie bezahlt mit Reichweite für die Mitarbeit. Vielleicht kann man eines Tages ja tatsächlich einen Haarschnitt oder eine Tankfüllung mit Reichweite bezahlen.

Das könnte man jetzt ganz prima weiter fabulieren und ein paar absurde Anwendungsbeispiele erfinden. „Geld oder Leben!!!“ – „Äh, ich habe jetzt grad nichts da, aber sie dürfen zwei Tweets an meine 10.000 Follower absetzen.“ „Wow …“ Aber wir sollten bei all dem nicht vergessen, dass diese Währung nur Menschen was bedeutet, die Reichweite auch benötigen. Und vielleicht gibt es da außerhalb der Politik und der Zunft der Marketiers gar nicht so viele. 😉

Reales tut gut

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Aber rechtzeitig anhalten
Bild von Gerd Altmann auf pixabay.com

Irgendwie bleibt schon ein schaler Nachgeschmack bei dieser Total-Virtualisierung. Ich glaube, ich stopfe mal ein paar Scheine unter meine Matratze oder schüttele mein Sparschweinchen. Oder fülle wenigstens meinen Keller mit selbstgemachter Marmelade. Oder ich versuche es alternativ mit bleibenden Werten, die nicht kaputt gehen können. Dazu gibt es ein paar Impulse in Mt 6,19-21. 😉

Falls Sie sich nun immer noch für einen Einstieg bei Twitter interessieren („Vorzugsaktien für alle Tweeter mit mehr als 1000 Followern“ – das wäre mal eine Werbeidee), schauen Sie am besten bei Jeff Bullas vorbei, von dem ich die ganzen Zahlen gestohlen habe. Rein virtuell, versteht sich. Andererseits – vielleicht hat es ja auch Charme, irgendwann behaupten zu können: „Tipp mal twitter.com ein. Siehste, das gehört mir …“ 😉

Mit besten Grüßen
Ihr/ Euer
Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 10. Oktober 2013 in Social Media

 

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Social Media: Die Geißel des Blogposters

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Vorreiter des Banners
Gerd Altmann auf http://www.pixabay.com

Es gibt kein Entkommen mehr: Sogar beim Erstellen eines Blogposts werde ich jetzt von Werbebotschaften angeschrien: Die „Steroid Alternative Deutschland!“ verspricht mir ein Muskelwachstum um 70%, ergänzt auf der rechten Flanke wird das um „1 Tipp Für Einen Flachen Bauch“ (man beachte insbesondere die kreative Form der Großschreibung). Beides untermalt mit hochästhetischen Bildern – geradezu Körperkunst 😉

Und dazwischen der Partygänger (oder wie Mario Kluge mal treffend formulierte der „Adabei“**) des modernen Webs: Wo auch immer was los ist, ist auch ein iPad. Das wird mir für 25 Angström* angeboten. Zumindest halte ich das Gekröse über dem A für einen Ring – kann aber auch was anderes sein. Meine Augen verfügen nicht mehr über die Auflösung, das zu beurteilen. Zuviel Bildschirm wahrscheinlich – und zuviel kleinformatige Werbung.

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Alles nur, weil sie mich lieben

Worüber Heere von Augenärzten und Optikern wahrscheinlich jubilieren, wird für mich als Blogger und Blogleser die Latte des subjektiven Schmerzempfindens wieder mal eine Kategorie höher gelegt. Wahrscheinlich werde ich eine Weile brauchen (wie bei Facebook auch), um das „target advertising“ ignorieren zu lernen.

Damit fällt eine letzte werbefreie Bastion. Und nur weil ich nicht die 18 Dollar für meine persönliche Domain zahle. WordPress war so ein schönes Ding. Altruismus ist schön, aber irgendwann will man ja auch mal Geld verdienen. Hab ich verstanden. Nur die Argumentationen dafür sind schon … gewöhnungsbedürftig. Werfen wir dazu mal einen Blick auf Pinterest.

Das fühlt sich mit mittlerweile 1 Mio. Nutzern in Deutschland und 75 Mio. weltweit auch stark genug, um Werbung einzublenden (Danke für die Info an Jan Firsching). Aber natürlich nicht irgendwelche Werbung. Nein, niemals! Die Werbung wird immer „tasteful“ sein, verspricht mir Ben Silberman, der Gründer von Pinterest. Ich übersetze das mal mit „geschmackvoll“. Sie wird „relevant“ sein, mir also Dinge bieten, die mich jetzt und aktuell interessieren. Und sie wird „optimiert durch mein Feedback“ (das kenne ich schon von Facebook – funktioniert da ganz prima ;-)) beruhen. Aber urteilen Sie selbst:

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Wann fallen die letzten Bastionen?

Neben der Kraft von Katzen, Hunden und Pferden (die man freilich niemals unterschätzen sollte), bleiben Körperkult und – dazu passend – Flirtportale offensichtlich die Themen der Stunde im sozialen Web. Bleibt das soziale Web am Ende nur noch eine Werbeplattform? Eine Industrieruine, deren Mauern nur noch als Basis fürs Wildplakatieren dienen? Natürlich nicht, aber das „Ich gebe Geld für Reichweite“-Prinzip wird immer seinen Platz behalten. Guter Content aber auch – nur gibt es davon wahrscheinlich zu wenig. 😉

Als weitere Geschäftsidee empfehle ich WordPress, den Nutzern einen werbefreien premium-Zugang anzubieten. Das macht die Situation auch nicht schlimmer. Bin mal gespannt, wie viele Blogger zu Blogger abwandern. Gerüchteweise nehmen übrigens Londoner Buchmacher jetzt auch die ersten Wetten auf das Fallen des Werbungs-Abwehrbollwerks Wikipedia an. 😉

Mit besten Grüße für das lange Wochenende, kramen wir schnell den Text der Nationalhymne raus
Ihr/ Euer
Martin/ Reti

* Das Ångström (eigentlich mit einem „bekreisten“ Å) ist eine Begegnung mit meiner Vergangenheit, eine Maßeinheit in der Chemie. Entspricht 0,000 000 000 1 m und ist benannt nach dem schwedischen Physiker Anders Ångström.

** das, die oder der Adabei – der Duden ist sich nicht sicher – ist eine Person, die immer und überall dabei sein muss oder will („auch dabei“, süddeutsch), ohne einen nennenswerten Beitrag zu erbringen. Insbesondere in Meetings in Großkonzernen ist diese Spezies anzutreffen. 😉

Und weil es so schön war, hier noch ein Screenshot aus dem Preview des Blogposts :
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Ein Kommentar

Verfasst von - 2. Oktober 2013 in Social Media

 

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