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11 Millionen oder eine halbe Million? Wie viele Twitter-Nutzer gibt es in Deutschland?

11 Millionen oder eine halbe Million? Wie viele Twitter-Nutzer gibt es in Deutschland?

Eine schöne Zusammenstellung von Christian Buggisch über die Größe von Twitter. Und wieder einmal mehr manifestiert sich die Tatsache, dass die Schönheit (oder die Bedeutung, die Größe …) im Auge des Betrachters liegt.

Christian Buggischs Blog

Wie viele Twitter-Nutzer gibt es in Deutschland? Auf diese einfache Frage gibt es viel Diskussion und leider keine einfache Antwort. Warum das so ist, habe ich mir mal im Detail angesehen …

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Verfasst von - 24. März 2014 in Social Media

 

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Social Media: Kassensturz

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Bild: pixabay.com/ Gerd Altmann

Nachdem unsere Welt durch den Twitter IPO nun wieder um ein paar Milliardäre reicher ist, war es an der Zeit, wieder mal einen Blick auf einen Bereich unseres Lebens zu werfen, in dem sich Virtuelles mit Virtuellem paart: Aktien und digitale Geschäftsmodelle.

Im Februar noch machte sich Dennis Berman im Wall Street Journal Gedanken darüber, ob Twitter 10 Mrd. Dollar wert ist und ob 2014 die erste Umsatzmilliarde erreicht wird und wenige Monate später ging im Zwitschervogeluniversum die Post ab und wir alle erfuhren: Bislang hatte Twitter nicht einen müden Cent verdient. Tatsächlich wurden Jahr um Jahr Millionen und Abermillionen in den Untiefen des Webs versenkt. Ein offenbar todsicherer Aktientipp …

Wie wir mittlerweile alle mitbekommen haben, war der Börsengang höchst erfolgreich – im Gegensatz zu dem von Facebook. Ja, die Anteilskäufer rissen sich derart um die Twitterpapierchen, dass der Ausgabekurs immer mal wieder nach oben korrigiert werden „musste“. Wäre übrigens interessant zu erfahren, ob sich jemand daraus ein Nestchen gebaut hat. 😉

Invest in Social Media?

Eigentlich sollte man sich ja als so ein Social Media Typ ein kleines Social Media Aktienportfolio zulegen. Oder vielleicht zahlen die entsprechenden Social Media Agenturen ihren Mitarbeitern dieses Jahr mal den Bonus in Form von Aktien aus? 😉 Ich war auf jeden Fall daran interessiert, wie viel denn die Aktien dieser ganzen virtuellen Unternehmen kosten und wie viele davon im Umlauf sind.

Das belächelte Facebook übertrifft mittlerweile seinen Ausgabekurs um etwa zwei Euro, nachdem es zwischenzeitlich ziemlich geschwächelt hatte. Soviel ich weiß, verdient Facebook sogar Geld. Sogar gar nicht mal so wenig. Twitter hingegen hat ja „nur“ 70 Mio. Aktien ausgegeben. Die sind mittlerweile etwas weniger wert als noch vor der Ausgabe. Aber wie viel „Geld“ ist das denn jetzt? Hier also die Social Media Aktien-Liga. Alle Kurse stammen vom 15.11.2013

             Unternehmen              Anzahl Aktien               Kurs                    Gesamtvolumen (€) 

Platz 5:  Xing AG                            5,55 Mio.                   76,50 €                      425 Mio.

Platz 4:  Twitter                                 70 Mio.                   32,43 €                     2,27 Mrd.

Platz 3:  LinkedIn                         101,78 Mio.                 171,17 €                     17,4 Mrd.

Platz 2:  Facebook                          1,87 Mrd.                   35,40 €                     68,2 Mrd.

tja, was mag da jetzt noch kommen? Das ist jetzt zwar ein bisschen geschummelt und auch wenn Oliver Gassner sagte, man dürfe Facebook nicht mit Google+ vergleichen – beim Geld sind doch alle gleich. Nun gibt es zwar keine Google+ Aktie, aber Google ist schon länger an der Börse. Und das nicht ganz unerfolgreich:

Platz 1:  Google                              276,72 Mio.               766,29 €                     212 Mrd. 

Zum Vergleich noch zwei andere Aktienunternehmen aus der digitalen Welt, die es allerdings mit Google auch nicht aufnehmen können:

ebay                                    1,29 Mrd.                 39,20 €                     50,5 Mrd. 

Amazon                             457,73 Mio.               272,18 €                   124,5 Mrd.

Vielleicht ändert sich das ja, wenn Amazon auch „social“ wird? 😉 Mit 1100 € gibt es also ein durchgängiges Social Media- Aktienpaket, eine von jeder der Top5 – wobei man für die Google-Aktie allein schon zwei Drittel berappen muss. Allerdings dürften wir nach dem Kauf das Gefühl haben, dass uns ein Stück Internet gehört. Das könnte sehr befriedigend sein. 😉

Schönes Wochenende
Ihr/Euer
Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 16. November 2013 in Social Media

 

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Social Media: Von Vögelchen und Seehunden

Auch heute noch soll es Leute geben, die gerne ihr Geld unter der Matratze horten. Ob sie den Banken misstrauen oder es einfach gerne durch ihre Finger rieseln und auf ihre Glatze prasseln lassen oder darin herum schwimmen wie ein Seehund – ihre Beweggründe kennen nur sie. Sicher aber kann man einen gewissen Hang zum „Echten“, zum „Realen“ diagnostizieren. Für die meisten anderen von uns erscheint diese Attitüde doch sehr antiquiert, unternehmen hie und da sogar ganz Experimentierfreudige Versuche, auf Scheine und Münze komplett zu verzichten (#nocashsummer).

Nicht erst im Windschatten ist das Geld virtuell geworden. Im Grunde genommen macht das Geld mit Kredit- und EC-Karte schon seinen mindestens dritten „Virtualisierungsschritt“ durch: Schon vor der Zeit der Computer gab es Schecks und Wechsel, die auf Basis von Unterschrift und gutem Namen Geldwert darstellten und man sollte auch nicht aus den Augen verlieren, dass Geld selbst schon der Ausdruck von Virtualisierung ist: ein allgemein gültiges Tauschmittel, eine Abstraktion von „echtem Wert“. Denken Sie nur mal an das Material eines Geldscheins. Dennoch war es immer begehrt und leicht zu verlieren – wie uns nicht nur die Postkutschenüberfälle im Wilden Westen lehren. 😉

Virtuelle Sphären verschmelzen

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Ob das Vögelchen auch an der Börse fliegt?
Bild von pixabay.com

Das an virtuellen Werten nicht gerade arme Umfeld der Social Media ist da immer für ein neues Kapitel gut. Im lange währenden Traum der Menschheitsgeschichte, nämlich aus Nichts echtes Geld zu machen, versucht sich aktuell Twitter. Das hat vor dem Hintergrund des eben Geschriebenen fast was Philosophisches oder Musisches, wenn sich sich die zwei Sphären der Virtualität in solche vollkommener Weise vereinen ;-). Aber um es ganz profan auszudrücken: Twitter will an die Börse und dort eine Milliarde Dollar erhalten.

Nur haben weise Regulatoren vor das virtuelle Abkassieren die schöne Tradition der Offenbarung gesetzt. Da wird dem schönen Schein der Spiegel der Realität vorgehalten. Du hast – „wow“ – 2,1 Milliarden Suchanfragen, wächst um 135.000 Accounts pro Tag, gibst 218 Millionen Nutzern Obdach, die Dich zumindest einmal im Monat besuchen und hast während Deines Lebens bereits 419 Millionen Dollar verbrannt, ohne jemals Gewinn gemacht zu haben … mea culpa: Einen Teil dieses Geld habe ich mit meinen gut 3.000 Tweets mitverbrannt. Ich tröste mich damit, dass es schwerere Nutzer gibt, die umsonst 140-Zeichen-Weisheiten in die Welt pusten 😉

Reichweite = Geld?

Dass Reichweite Geld wert ist, wissen wir spätestens, seit wir die Mediadaten diverser Zeitschriften und Zeitungen gelesen haben. (Potenzielle) Reichweite war schon immer ein „Zahlungsmittel“. Twitter versucht nun, die erzielte Reichweite zu monetarisieren, wie das Facebook schon vorexerziert hat. Die Huffington Post, gegen die mancher Blogger derzeit zu Felde zieht, geht den umgekehrten Weg: Sie bezahlt mit Reichweite für die Mitarbeit. Vielleicht kann man eines Tages ja tatsächlich einen Haarschnitt oder eine Tankfüllung mit Reichweite bezahlen.

Das könnte man jetzt ganz prima weiter fabulieren und ein paar absurde Anwendungsbeispiele erfinden. „Geld oder Leben!!!“ – „Äh, ich habe jetzt grad nichts da, aber sie dürfen zwei Tweets an meine 10.000 Follower absetzen.“ „Wow …“ Aber wir sollten bei all dem nicht vergessen, dass diese Währung nur Menschen was bedeutet, die Reichweite auch benötigen. Und vielleicht gibt es da außerhalb der Politik und der Zunft der Marketiers gar nicht so viele. 😉

Reales tut gut

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Aber rechtzeitig anhalten
Bild von Gerd Altmann auf pixabay.com

Irgendwie bleibt schon ein schaler Nachgeschmack bei dieser Total-Virtualisierung. Ich glaube, ich stopfe mal ein paar Scheine unter meine Matratze oder schüttele mein Sparschweinchen. Oder fülle wenigstens meinen Keller mit selbstgemachter Marmelade. Oder ich versuche es alternativ mit bleibenden Werten, die nicht kaputt gehen können. Dazu gibt es ein paar Impulse in Mt 6,19-21. 😉

Falls Sie sich nun immer noch für einen Einstieg bei Twitter interessieren („Vorzugsaktien für alle Tweeter mit mehr als 1000 Followern“ – das wäre mal eine Werbeidee), schauen Sie am besten bei Jeff Bullas vorbei, von dem ich die ganzen Zahlen gestohlen habe. Rein virtuell, versteht sich. Andererseits – vielleicht hat es ja auch Charme, irgendwann behaupten zu können: „Tipp mal twitter.com ein. Siehste, das gehört mir …“ 😉

Mit besten Grüßen
Ihr/ Euer
Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 10. Oktober 2013 in Social Media

 

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Social Media: Zeigt her Eure Tweets …

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Zeig mir Deine Füße – und ich sag Dir, welche Farbe Dein Hemd hat.
Bild: pixabay.com

„Zeigt her Eure Füße, zeigt her Eure Schuh …“ – ehrlich, ich habe immer noch nicht verstanden, warum die Kinder ihre Schuhe vorzeigen sollen, wenn sie den fleißigen Waschfrauen zusehen. Das sollte mal Gegenstand einer groß angelegten Studie werden. Der Gedanke dahinter bringt uns aber direkt in die Welt der Social Media.

„Wir“ wollen was über „die Anderen“ erfahren. Wobei wir doch sehr schwammig ist. Natürlich möchte ich als Privatmensch auch was über die Menschen erfahren, mit denen ich mich so austausche und dann sehe ich den Musikgeschmack*, Lieblingsfilme, -bücher, Geburtstag, Familienstand, Likes etc. – aber mein Bild von den meisten Kontakten wird doch eher vom realen Hören, Anschauen etc. geprägt.

Noch interessierter sind aber natürlich Unternehmen, die den Menschen was verkaufen wollen. Zunächst mal sind das Facebook & Co., die Plattformbetreiber, die wissen wollen, ob ich Fluch der Karibik schon gesehen habe oder XY kenne oder ob die Werbung XY ausblende, „weil sie meinen Ansichten entgegen steht“ (s.u. rechts)

In der Folge sind das aber die Unternehmen, die mit dem Verkauf ihrer Produkte (und möglicherweise Leistungen – heute wurde mir Online Yoga angeboten ;-)) Geld verdienen. Und die Facebook dafür Werbegelder überweisen.

Der gläserne Nutzer – bitte lächeln

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Sogar beim Wegklicken wird unser Profil verfeinert. Cool, was?

Trotz all diesem Profilgedöns und dem gläsernen Social Media Nutzer – werfen wir mal einen Blick in die Realität. Die so genannten Click Through Raten, die uns potenzielle Käufer zunächst mal in Online-Kontakt mit den Produkten bringen (da habe ich übrigens noch lange nicht gekauft 😉 liegen in den astronomischen Größenordnungen von 0,0x%. Also, mein Matheunterricht liegt nun schon eine Weile zurück, aber individuelle Zielgruppenansprache (taylored ads) sollte für mein laienhaftes Empfinden etwas größere Zahlen produzieren. In der Chemie nannten wir sowas früher Millimol-Bereich 😉

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Der Beweis: die Top 4 meiner LinkedIn-Jobempfehlungen …

Weg von den Zahlen hin zu einem persönlichen Beispiel aus einem der prosperierenden sozialen Netzwerke: LinkedIn. Da bekomme ich auch bisweilen Jobs angeboten. Ich habe mir die Top 4 aus dem letzten Mailing gerade mal konserviert (s. links). Großartig, nicht wahr? Ich möchte jetzt nicht überheblich klingen, aber ich bin jetzt seit knapp 13 Jahren in verschiedenen Marketing- und Kommunikationsjobs gewesen. Ich könnte mir vorstellen, dass ich nicht nochmal mit einem Praktikum starten möchte. Und ein berufsbegleitender MBA Marketing Manager in dem Unternehmen, für das ich über 10 Jahre als solcher gearbeitet habe, ist auch nicht wirklich mein Ding. Wundert sich da noch jemand, dass ich diese Anzeigen nicht anklicke? 😉

Wir sehen: Da gibt es noch ein bisschen was zu tun. Abhilfe verspricht IBM. Eine Vermutung, die ich schon IMMER hatte, seit ich Twitter benutze, wird nun zur Gewissheit. Zeig mir, was Du postest und ich sag Dir, wer Du bist 😉 Und dazu muss ich weder eine IT-Evangelistin und Rednerin oder ein Professor für Evolutionspsychologie sein, die mit einem einzigen Post ganze Karrieren ruinieren – vorrangig ihre eigenen. Nein, ich könnte auch ein Autofahrer sein, der sich brüstet, einen Radfahrer „abgeräumt“ zu haben. Vielleicht sollte man mal eine Hitliste der folgenreichsten und dämlichsten Tweets bei zehn.de einstellen 😉

Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über (Mt.12,34)

Zurück zu IBM. Klar, wer ein Kunstgehirn herstellen kann, das bei Jeopardy gewinnt, der kann auch eine Software schreiben, die Twitterprofile auswertet. Damit macht das Programm das, was uns auch so durch den Kopf geht, wenn wir über die Tweets fliegen: Die da engagiert sich für die Rechte der Tiere, der da ist ein politischer Akitivist, der ein Menschenfänger, der beschäftigt sich mit Zukunftsthemen, Vegetarier, BVB-Fan, engstirnig, von sich selbst überzeugt, gesprächsoffen, ausgleichend, einladend, vertrauenschaffend … Oder was mache ich wohl, wenn mir ein Account angeboten wird, dem ich folgen soll? Natürlich lese ich die Selbstbeschreibung und die letzten Tweets. Ich mache mir in wenigen Sekunden ein Bild von der Person.

Die Software will das automatisch machen. Die jagen wir dann auf den @martinreti los und dann wird der in die „Big Five“ der Psychokisten seziert: Extraversion, Verträglichkeit, Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit und Offenheit für Erfahrungen. Interessieren würde mich schon, wie ich da abschneide. Und ob ich dann wohl passendere Werbung bekomme? 50 Tweets seien ausreichend für eine Analyse. Ab 200 ist dann alles klar. Ergo (wie Michael Pauly gerne zu sagen pflegt):  Ab 50 Tweets wird aus Spaß Ernst.

Eine willkürliche Auswertung von 200 Tweets – ich kann mir vorstellen, dass da ziemlich schräge Ergebnisse rauskommen. Aber andererseits: Vielleicht verrät die Wahl unserer Worte – und nicht nur der Themen – tatsächlich so viel über uns. Tatsache bleibt: Was wir sagen – im Guten wie im Schlechten, im Affekt wie in der Ruhe – das ist ein Teil von uns. Und die sozialen Medien konservieren das für uns, wenn wir ihnen das anvertrauen.

Trotzdem wäre es irgendwie schade, Menschen auf ihre Äußerungen in sozialen Netzwerken oder gar nur auf ihr Twitter-Alter Ego zu reduzieren. Oder sehen Sie das anders?

Mit besten Grüßen
Ihr/ Euer
Martin/ Reti

p.s.: Übrigens stellt das IBM-Team fest, dass Coca Cola Trinker extrovertiert sind, während  Pepsi-Konsumenten introvertiert sind. Ich trinke Pepsi, … weil es etwa die Hälfte kostet. Vorlieben sind nicht alles, was uns bewegt, manchmal sind es auch faktische Realitäten 😉

*Ich fühle mich erinnert an eine Diskussion mit Mario Kluge vor einigen Jahren. Damals ging es darum, aus dem Musikgeschmack eines Menschen dessen Persönlichkeit herauszulesen. Bei Bewerbungen solle man stets sagen, man sei ein Fan von Jazzmusik. Das sei das positivste. Sie können ja mal überlegen, wie sie einen HipHopper, einen Heavy Metal-Fan oder einen Klassikliebhaber schubladisieren würden. 🙂

 
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Verfasst von - 13. Juni 2013 in Social Media

 

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Social Media: Perfektion durch Formalismen

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That´s Life!
Bild: Dieter Schütz/ pixelio.de

Ich wollte schon immer ein sensationeller Postmann sein. Und ich vermute, dass es vielen anderen Social Media Menschen genauso geht. Davon leben wir schließlich: Vom Informationen verbreiten, wahrgenommen werden und kommunizieren und Beziehungen knüpfen. Nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge.

Zum Glück gibt es immer wieder Tipps aus den Weiten des Web, die mich zu einem erfolgreichen Postmann machen. „Der perfekte Facebook Post„, „So machen Sie einzigartig erfolgreiche Tweets“, „Werden Sie ein Superkontakter“, „Wie Ihr Blog in Suchmaschinen den Weg nach oben findet“ usw.

Vor einiger Zeit hatte Twitter wieder mal die Nase ganz weit vorn. Fusenetworks publizierte eine Grafik (auf Basis einer Buddy Media Studie), in der uns der perfekten Tweet vorgestellt wird. Und wir geben diese Tipps natürlich in Legion weiter, so dass nachher niemand mehr ohne dieses Geheimwissen leben muss. Allerdings bezieht sich die zugrunde liegende Studie auf Tweets von Markenunternehmen. Übertragbar? Wen schert´s …

Gib mir mehr Engagement

In Kürze: Tweets am Mittwoch und Donnerstag sind sinnlos. Der perfekte Tweet geht am Wochenende (bringt 17% mehr Engagement) zwischen 7 Uhr morgens und 8 Uhr abends raus (+30 Prozent). Er hat weniger als 100 Zeichen (plus weitere 17% Gewinn) und enthält ein bis zwei Hashtags (nochmal 21% plus).

Macht unter dem Strich für einen Tweet Sonntag morgens um 7:10 Uhr  „Schönen #Sonntag #Euch“ oder „#Trink Coca Cola zum Mittagessen“ 85 % Gewinn an Engagement, also Wahrnehmung, Weitergabe, Antwort etc. Und nun die Krönung: Wer seine Fans auffordert („pls RT“), die Informationen weiterzugeben, bekommt nochmal 1100 Prozent dazu. Yeah! So einfach kann das (Social Media) Leben sein.

Ich dachte immer, das Leben sei kompliziert. Aber Studien wie diese bescheinigen und bestärken uns in dem Glauben, dass alles eine Frage des Formalismus ist. Seien wir ehrlich: Wir gieren wie der Durstige nach dem Schluck Wasser nach Patentrezepten, die uns Social Media Erfolg bringen. Handbuch Schema F. Neben der Frage: „Wenn das alle so machen, wie hebe ich mich dann noch ab?“ bewegt mich noch viel mehr: „Warum sehen 99,9% der Tweets in meiner Timeline anders aus?“ 🙂

Ich glaube nicht, dass Formalismen allein den Erfolg verantworten. Viel wertvoller sind Inhalte mit Relevanz für Fans/Follower. Und möglicherweise Mehrwert für mich als Follower. Möglicherweise … Wie viel Prozent zusätzliches Engagement das wohl brächte? 😉

Nur was ich messen kann, zählt?

Das Problem: Relevanz können wir nicht messen, wir Datenwütigen. Wir Zahlenschergen. Wir können alles zählen, bei dem mal ein Mensch auf eine Taste oder eine Maus gedrückt hat: Fans, Follower, Mausklicks, Zeichen, Hashtags. Und dann entsteht aus diesen Zählungen von vielen, vielen Tastendrücken die Realität.

Wie ich meine, eine recht hohle Form der Realität. Ist mir zu mechanistisch und erinnert ein bisschen an den Golem, der Prag unsicher machte oder den Dr. Frankenstein. Dass – nur – aus Formalismen Erfolg entsteht, das wirkt mir ein wenig zu seelenlos. Dass handwerkliche Fertigkeit einen Teil von Erfolg ausmacht, will ich wohl anerkennen. Aber irgendwo muss doch auch ein bisschen Esprit, ein wenig Substanz herkommen, oder nicht? Oder besteht das Leben nur aus Zahlen?

Mit besten Grüßen

Ihr/ Euer Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 18. April 2013 in Social Media

 

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Social Media: Die Twitter-Analysten

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Wohin geht die Reise? Twitter entschlüsselt die Zukunft
http://www.pixabay.de

Die leicht orientalisch anmutende Dame mit dem Turban zieht die Augenbraue hoch und schaut hochkonzentriert in ihre Glaskugel: „Ich sehe ein großes Vermögen auf Sie zukommen, sie werden einem gut aussehenden Mann begegnen, der sie auf Händen trägt … ach nein, das sind ja gar keine Hände. Das ist eine Trage und Sie werden das Vermögen verlieren wegen eines längeren Krankhausaufenthalts … aber im Krankenhaus lernen Sie einen Millionär kennen … “

Die Ausblicke auf das Jahr sind im Vorfeld von Ostern schon wieder deutlich verblasst und werden vermutlich erst wieder gegen Weihnachten herausgezogen oder beerdigt werden. Aber der Wunsch, die Zukunft zu kennen, ist ungebrochen. Denken wir nur an Michael J. Fox, der die Sportergebnisse der Zukunft mit in die Gegenwart nimmt. Manchmal wären es nur ein paar Minuten, die wir in die Zukunft schauen möchten. Aber – es geht halt leider nicht. Und bitte versuchen Sie nicht, mich vom Gegenteil zu überzeugen. 😉

Das Geschäft mit der Zukunft

Dennoch beschäftigen sich ganze Berufsstände mit der Analyse der Zukunft. Und zwar da, wo es sich lohnt: beim lieben Geld. Doch wie es aussieht, steht diese Zunft vor großen Umbrüchen. Was der Mensch nicht hingebracht hat (immerhin verlieren Banken ja bisweilen immer noch Geld mit ihren Anlagen), das sollen nun die Maschinen richten. Oder besser die Maschinen, die die Massen beaufsichtigen. Das Zauberwort Social Media schickt sich nun an, auch Aussagen über die Zukunft zu machen.

Holger Schmidt hat die Erkenntnisse im aktuellen Focus zusammengefasst. Er zitiert u.a. auch die Studie von bazaarvoice. Dabei zeigt sich, dass die Menge der Tweets über ein Unternehmen recht ordentlich mit dem Aktienkurs korreliert.  Das Ergebnis: Je mehr über ein Unternehmen gesprochen wird, desto eher werden dessen Aktien nachgefragt. In der aktuellen Gegenwart, die die nähere Zukunft speist. Das bedeutet dann einen Kurssprung. Juhu – die Welt ist einfach 😉

„Die Banken werden sich fragen, ob sie weitere Analysten einstellen oder lieber in Algorithmen investieren“, wird im Artikel Timm Sprenger von der TU München zitiert, der den Twittereffekt ebenfalls untersucht hat. Twitter als Glaskugel. Ein Menschheitstraum geht in Erfüllung – wahrscheinlich werden wir nächstes Jahr dann via Social Media in die Zukunft reisen können 😉

Schon heute ist ein Großteil des Börsenhandels automatisiert. Ein Zukunftsszenario könnte also sein, dass die einen Maschinen die Aussichten für ein Papier bestimmen und die anderen die Papiere direkt handeln. Ein großartiges Handwerk. Zum Frühstücksdirektor kommt dann noch die Position des Frühstücks-Derivatehändlers. Ob der dann noch eine Wesen aus Fleisch und Blut ist sei mal dahin gestellt. 😉

Der Faden lässt sich in zwei Richtungen weiterspinnen: Kann sich noch jemand an den Flash Crash in New York erinnern? Wahrscheinlich wird es viele geben, die behaupten, dass Computersysteme keine Fehler machen können. Aber die alltägliche Praxis im Kleinen wie im Großen zeigt, dass nicht immer alles so einwandfrei läuft, wie wir uns das vorstellen. Die Volatiliät könnte dann in eine ganz neue Dimension vorstoßen.

Twitterheer treibt Aktienkurs

Natürlich kommen die Daten, die von den Maschinen ausgewertet werden, aus den Posts von Menschen. Es läge also nahe, den Pfaden von Curtis James Jackson III, namens 50 Cent, (was ich für einen außerordentlich  passenden Namen halte :-)) zu folgen. Der ist mit 5,9 Mio. Followern eine ziemliche Einflußgröße auf Twitter. Und der hat sich auch mal positiv über eine Firma geäußert, die mit seinem Namen Geld verdient.

Also werden wir konsequenterweise Abteilungen entstehen sehen, die Namen wie Twitter-Based Analyst Forces oder Social Media Stock Influence Squad heißen. Da sitzt dann ein Heer von eifrigen Twitterern, die den Aktienkurs des Unternehmens in die Höhe treiben. Deren variabler Gehaltsanteil richtet sich dann nach den erzielten Kursanstiegen. Oder noch besser: Wir delegieren das als dritte Aufgaben an die Maschinen im Nachbarraum. Und dann kennt der Aktienkurs nur noch einen Weg: nach oben

Finanzkennzahlen, Produkte, Dienstleistungen, Skandale, Naturkatastrophen – alles unbedeutend. Twitter ist der Maßstab. Es würde dann völlig ausreichen, „ein paar“ Algorithmen auf Cloudressourcen zu bringen und aufs Knöpfchen zu drücken. Und das Geldverdienen geht in der virtuellen Welt automatisch. Ein etwas grummeliges Bachgefühl bleibt indes bestehen.

Herrscher der Zukunft? Welch ein Traum! Aber nun ist die Gier derjenigen, die das große, schnelle Geld verdienen wollen, aufs Neue befeuert. Muss jetzt aufhören, habe eine längere Twittersession zu absolvieren. Melde mich wieder, wenn ich reich bin 😉

Ihr/ Euer
Martin/ Reti

p.s.: Der einfachere und schnellere Weg zumindest zu einem kleineren Gewinn führt über den Osterkalender hier im Blog. Ich nehme noch bis Ostersamstag Abgaben entgegen 😉

p.p.s.: Und herzlichen Glückwunsch an Twitter zum 7. Geburtstag – danke an Lars Hahn für den Hinweis

 
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Verfasst von - 21. März 2013 in Social Media

 

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Social Media: Rette mich!

Modersohn-Becker - Alte Frau mit Taschentuch

„Sie war immer freundlich zu den Kindern und gutmütig an Halloween, wenn die Kinder für der Tür standen, sie versorgte die Katze  während unseres Urlaubs – aber sie ist halt nicht im Web.“ Ob die saarländische oder sachsen-anhaltinische Oma jemals erfahren wird, woher der Argwohn kommt, woher die kritischen Blicke der Nachbarn kommen?

Woche der Psychopathen

Hat irgendein Ministerium oder ein Institut die Woche der Psychopathie in den sozialen Medien ausgerufen? Der vielfach getwitterte Artikel des Tagesspiegel klärt uns darüber auf, dass der Batman-Attentäter von Denver kein Facebook-Profil hatte und auch ansonsten im Netz wenig Spuren hinterlassen hat. Und: Ja, auch bei Herrn Breivik war das der Fall. Aber hoppla, oder besser rakatakataka – da haben wir´s: Wer nicht auf Facebook ist, der ist ein Psychopath – ach, die Welt kann so einfach sein. Doch die starke Faktenbasis von zwei Fällen überzeugt.

Eine logische Weiterentwicklung dieses Gedankens führt uns zu 58 Millionen deutschen Psychopathen – das sind nämlich die Menschen, die kein Facebook-Profil haben.Mindestens, denn ein paar Fake-Profile muss ich ja auch noch reinrechnen. Wenn ich also über die Straße gehe, werde ich mich in Zukunft genau umschauen: Sieben von zehn Menschen in den Fußgängerzonen haben es auf mich abgesehen …

Liegt die Rettung beim W-LAN?

„W-LAN ist Bodde“ – die Kinder (auch so kleine Psychopathen ohne Facebook-Profil)  formulieren meinen Überlebensrat: Ich werde mich in Zukunft bevorzugt an Orten aufhalten, an denen es fette Funknetze gibt und wo Menschen mit Smartphones und ähnlichem Equipment unterwegs sind, um meine Lebenserwartung zu erhöhen. Die Umgebung von Surfern und elektromagnetischer Strahlung wird wie ein Jungbrunnen wirken. Wenn ich mich hinreichen sicher fühle, springe ich schnell zum nächsten Hot Spot in Sicherheit …

Natürlich gibt es in Deutschland keine 70 Prozent potenziellen Massenmörder – es gibt ja zum Glück auch Menschen, die ihre Spuren im Internet ganz regulär – ohne soziale Netzwerke – zurücklassen. Ich erkläre also für das Heil meines eigenen Geisteszustandes (Verhinderung von Verfolgungswahn) alle deutschen Internetnutzer für geistig gesund – und drehe das Verhältnis mit diesem Kunstgriff direkt rum. Bleiben nur noch drei von zehn bösen Buben und Mädchen. 17 Millionen Menschen, die mir nach dem Leben trachten. Mehr als reichlich. Auch Oma Erna aus Püttlingen oder Tante Wilhelmine aus Braunsbedra.

USP für Social Media

Die Schlussfolgerungen des Artikels schreien geradezu nach einer großen Werbekampagne, in der sich die sozialen Medien und Plattformen zusammen als Überlebensbringer positionieren. Ich schlage Etiketten wie auf den Zigarettenschachteln vor: „Bleiben Sie gesund, nutzen Sie Twitter“, „Soziale Medien erhöhen Ihre Überlebenschancen – bringen Sie Ihre Freunde mit“, „Tumbler sind bessere Menschen“, „Reduzieren Sie die Angst ihrer Mitbürger, werden Sie Pinteresto“ etc. Aber Vorsicht: Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie ihren Social Media Manager oder den Soziologen ihres Vertrauens …

Pech gehabt – Sie sind auch unter uns

Schade, dass eine andere Studie uns auch dieser Illusion beraubt. Nicht alle Social Media Nutzer sind immun: In den USA untersuchten Forscher 3 Millionen Tweets von knapp 3000 Twitteristi und kamen zu dem Schluss, dass man aus den Satzschnipseln auf die Persönlichkeit schließen kann. Social Media Äußerungen werden damit zum Indikator für den „dunklen Dreiklang“ (dark triad): Psychopathie, Narzissmus und Machiavellismus. Aus der Profilinformation, der Menge gesendeter, beantworteter und retweeteter Nachrichten sowie dem Kloutscore gewannen sie einen „Psychopathie Score“. Demnach waren 41 von 2927 Untersuchten definitiv Psychopathen: 1,4%. Die müssen wir den Nicht-Webnutzern auf jeden Fall noch zuschlagen.

Man kann´s drehen und wenden, wie man will: Sie sind unter uns! Und nicht mal Social Media kann uns retten. Ich werde mal meine Kollegin, die @Kerstin__h, genauer unter die Lupe nehmen müssen. Dann kommt das Nachbarbüro dran … Und dann fällt mir ein, dass ich noch ein paar Facebook-Freunde mit auffälligen Namen unter die Lupe nehmen wollte.

Wer sicher gehen will, umgibt sich sicherheitshalber mit zertifizierten falschen Freunden aus günstig zu erstehenden Fake-Profilen. Ist zwar ein bisschen schwierig, mit denen eine sinnvolle Beziehung zu pflegen, aber dafür schießen die mich auch nicht über den Haufen und haben nette Namen. Wäre eine Idee für ein Geschäftsmodell.

Aber möglicherweise werden die Daten einfach überbewertet. Huch, hat da das Mädel vor dem Fenster mich gerade komisch angeschaut …?

Beste Grüße

Ihr/Euer Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 24. Juli 2012 in Social Media

 

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