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Social Media: Lieber die große Party?

20 Jul
Jahrmarkt am Louvre

Jahrmarkt – hier tanzt der Bär (Photo credit: BenJTsunami)

Die legendäre Thessa hat es ja gezeigt: Einfach das richtige Knöpfchen drücken und, schwupps, kommen alle zur Party. Auch wenn der Return of Zusagen (RoZ) lediglich bei etwa 10 Prozent lag: 1400 Menschen bei einer Geburtstagsparty – das lässt sich sehen. Auch wenn das Ergebnis Anwohnern und Familie noch heute manchen Albtraum beschert.

Was ist heute vorhabe, ist ein bisschen paradox: Als Blogger eine Lanze gegen das Bloggen zu brechen – wenn man das so sagen kann 😉

Ich lese dieser Tage wieder viel von der Überlegenheit des Bloggens gegenüber anderen sozialen Plattformen. Zuletzt äußerten sich Klaus Eck und Jochen Mai dazu. Und nichts liegt mir ferner als die Argumente in Frage zu stellen und das eigene Nest zu beschmutzen. Aber ich möchte ganz bewusst mal einen anderen Blickwinkel einnehmen.

Beim  Bloggen erhält praktisch jeder, der sich für fähig hält, mit wenig oder gar keinem Geld die Chance, seine Ansichten und/oder seine Kompetenz in das Rampenlicht der Öffentlichkeit zu stellen. Ist ein bisschen wie das Casting zu DSDB – Deutschland sucht den Bloggerstar.

Aber der Erfolg beim Bloggen, der stellt sich nicht so ohne weiteres Zutun ein. Das wird jeder merken, der sich einen Namen machen will. Ein hippes Thema, gute Ideen, viel Engagement und ein großes Netzwerk sind da nicht unwesentliche Hilfsmittel auf dem Weg zur wahr und Ernst genommenen Größe. Mag sein, dass man sich für das richtige Thema entscheidet, mag sein, dass man viel Engagement und Liebe zum  Thema mitbringt. Und mag darüber hinaus sogar sein, dass man kluge Gedanken in spritzige Formulierungen verpackt. Aber trotzdem kommt keiner vorbei und liest die Meisterwerke. Und das, wo womöglich irgendwo in der Welt sogar Menschen sitzen, die verzweifelt auf meine Ideen warten 😉 Von wegen Selbstläufer …

Die Wahrheit ist doch, dass ein einzelner Blog – zumindest kurz nach seiner Geburt in der Regel nicht die Kraft hat, Revolutionäres zu bewirken – weder für das Image, noch für die Platzierung von Experten und schon gar nicht für die grundlegenden Fragen der Menschheit 😉 Auch hier muss das Unternehmen bzw. der Blogger die Werbetrommel schlagen und die existierenden Vervielfältigungspotenziale nutzen.

Thessa hat hingegen sehr plakativ aufgezeigt, was mit einer Plattform wie Facebook möglich ist. Und dazu hat sie nicht mal einen Cent in die Hand genommen. Nunja, dass man mit seinen persönlichen Daten vielleicht auch ein bisschen sparsamer umgehen könnte, mag sie womöglich gelernt haben.

Umtrunk unter Freunden vs, Jahrmarkt

Ein Blog ist eine kleine Party – wenn alles stimmt, ist das ein Galadiner oder ansonsten ein einfacher Umtrunk für geladene Gäste oder Freunde. Facebook ist ein Jahrmarkt, eine Expo, ein Rummel. Natürlich wäre es jedem Unternehmen lieber genau die Menschen zu erreichen, die man als (potenzielle) Kunden oder Multiplikatoren oder Spender oder frische Mitarbeiter oder, oder, oder im Blick hat – also diejenigen, von denen man sich auf lange Sicht einen Nutzen oder einen Mehrwert erhofft. Die anderen – naja, ist irgendwie schwierig, die einfach auszuladen.

Die Macht des Massenmediums

Und genau deswegen gehen Unternehmen eben nicht nur auf die Dorfveranstaltungen in Kleinkleckersdorf, sondern auf die großen Messen in Hannover, Stuttgart, München usw. oder schalten ihre Anzeigen in der FAZ, im Spiegel oder meinetwegen in der Bild oder ADAC Motorwelt etc. Weil: die Masse macht´s.  Große soziale Plattformen wie Facebook sind interessant, weil eben viele Menschen sich dort tummeln. Und die müssen nicht mal Fans sein, damit ich sie ansprechen kann. Deswegen verkauft Facebook ja auch Anzeigenformate, nicht wahr? Und die viel beschworene Segmentierung von Zielgruppen ist großes Kino, Streuverluste sind unvermeidlich. Es kommt nur darauf an, diese möglichst gering zu halten. Wohl dem, der einfach ALLE als Zielgruppe fomulieren kann (Knabbereien, koffeinhaltige Erfrischungsgetränke & Co. ;-)).

Mit einem Blog eigene Reichweite mühselig aufbauen oder auf den fahrenden Zug aufzuspringen und die vorhandene Reichweite großer Plattformen nutzen? Letzteres ist für den Einsteiger sicher der schnellere und einfachere Weg, Prominenz aufzubauen (geliehene Multiplikationsmacht). Die Einfachhheit ist verlockend, der Aufwand überschaubar.

Der beste Weg wird sich im Einzelfall zeigen. Es gibt genügend Beispiele, die zeigen, dass ein Blog – entweder vom Unternehmen oder privat betrieben – große Strahlkraft entfalten kann. Aber die großen Hebelwirkungen der mächtigen sozialen Netzwerke zu ignorieren, das wäre doch kurzsichtig, oder? Blogs sind klasse, nicht nur weil wir damit neben der Homepage eine zweite Präsenz im Web aufbauen können. Aber zu werten („Blogs sind besser“) oder die Instrumente gegeneinander auszuspielen, bringt uns nicht weiter. Beide haben ihre Stärken und die wollen richtig eingesetzt werden. Natürlich entscheidet über die Gewichtung der konkrete Fall. Ein guter Koch mischt Gewürze und Zutaten im richtigen Verhältnis und sorgt für ein bekömmliches Mahl – das sollte in den sozialen Medien nicht anders sein. Und wer richtig würzt, erringt die Meisterschaft.
Mit besten Wochenendgrüßen
Ihr/ Euer
Martin/ Reti
 
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Verfasst von - 20. Juli 2012 in Social Media

 

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