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Breaking News: Ich gehöre jetzt zu Facebook

Das kam für mich so unerwartet wie für meine Kollegen. Still und heimlich wurden wir an Facebook verkauft. Hier die wenigen Hintergründe, mit denen wir informiert wurden. Über den Kaufpreis war auch für Insider nichts in Erfahrung zu bringen. Bei einer Raterunde in gehobener Stimmung gingen die Mundwinkel von Navin aber erst bei „8-stellig?“ wissend in die Höhe. Was auch immer das bedeuten mag. Hier also der offizielle Artikel vom divia-Blog …

Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit hat Facebook in diesen Tagen einen weiteren Akquisitionsdeal durchgezogen. Der Aufenthalt von F. Scott Woods bei der Allfacebook Marketing Conference in München bot die Gelegenheit die Unterschrift unter den Übernahmevertrag zu setzen. Am Abend des 25. März war die Tinte trocken: divia ist nun eine 100%-Tochter des sozialen Netzwerks.

Facebook und kein Ende der Akquisitionen

Nachdem die Kriegskasse des Social-Network-Giganten Facebook prall gefüllt ist, geht das Unternehmen weiter auf Einkaufstour. Bekannt geworden sind bislang die Käufe von WhatsApp und kürzlich Oculus Rift. Wegen strengster Geheimhaltungsmaßnahmen weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ging aber Ende März noch ein weiterer spektakulärer Kauf über die Bühne. Dieses Mal waren das Ziel die Stuttgarter Marketingberater und B2B-Marktforscher von divia.

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Die Geschäftsführung des Beratungshauses begrüßt die Aufnahmen in den Facebook-Konzern: v.l: Heiko Deutsch, Christian Retz, Navin Mani.

Strategische Überlegungen hinter dem Kauf

Mit dem Kauf von divia erwirbt sich Facebook tiefe Einblicke in den deutschen ICT-Markt für weitere Akquisen und Partnerschaften, um den eigenen Worten zufolge „not sufficently developed German social media market“ aufzurollen. Die über die Landesgrenzen hinausreichende Expertise von divia für B2B-Marktforschung  hat das Interesse des Unternehmens aus Palo Alto schon vor Jahren geweckt, stellte Zuckerberg klar. Insbesondere erhofft er sich von dem Deal einen Schub für das Deutschlandgeschäft, das als eines der bedeutendsten Länder der Welt für sein Unternehmen einen wichtigen Markt darstellt. Insidern zufolge entwickeln sich die Geschäfte in Deutschland – auch bedingt durch die NSA-Affäre – nicht so, wie von den Investoren hinter Zuckerberg erwartet. Mit der Akquisition von divia will der starke Mann hinter Facebook die Position seines Unternehmens in Deutschland und das Vertrauen in die Marke stärken: „We deeply rely on the market expertise of divia to grow substantially in Germany by optimized positioning of Facebook.“

Erste Ergebnisse der Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen divia und Facebook geht auf ein Meeting  im September 2013 zurück, als einer der Geschäftsführer, Christian Retz, vorgab, seinen Urlaub in den USA zu verbringen. Aus Gründen der Geheimhaltung war er für offiziell für ein ausgedehntes Steaktastings in die Staaten gereist; in Wirklichkeit flog er aber weiter an die Westküste und traf Zuckerberg zu ersten Sondierungsgesprächen. Er unterstrich dabei u.a. die Bedeutung des Impressums für deutsche Business Pages  und empfahl vehement den Kauf von WhatsApp, um in Deutschland zusätzliche Reichweite und Reputation zu gewinnen.

Nach Bekanntwerden des Deals stieg der Aktienkurs von Facebook um 12% (aktuelle Daten, rechter Rand des Diagramms).

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Sprunghafter Anstieg des Aktienkurses nach dem Kauf des Stuttgarter Beratungshauses

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Navin Mani, Gesellschafter der divia, erhält einen Sitz im Aufsichtsrat von Facebook und bekommt ein Büro in Menlo Park, von wo aus er die internationale Expansion des divia Geschäfts koordinieren wird. Heiko Deutsch war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Gerüchten zufolge hat er sich auf eine kürzlich erworbene Insel in der Karibik zurückgezogen.  Im Zuge der Übernahme wird sich das im Markt etablierte divia Logo ändern. Die Farbe wird dem Facebook-Blau angepasst, der Schriftzug research – consulting – marketing weicht dem Motto „a Facebook company“. Zuckerberg hat der divia Geschäftsführung zugesichert, keine Anzeigen auf ihren Plattformen zu schalten.divia_blau

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Facebook wächst durch Akquisen: Auch die neueste Tochter taucht schon im Organigramm auf: divia

Disclaimer: divia weist mit den dargelegten Informationen jegliche Verantwortung für Anlageentscheidungen von sich. Kursentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Gewähr auf zukünftige Gewinne.

 
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Verfasst von - 1. April 2014 in Arbeit

 

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Social Media: Big-Data-Nachschub

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Eine Katastrophe?
Bild: pixabay.de / Hans

Man könnte meinen, im Februar 2014 sei die Welt zusammengebrochen. Die Gemüter erhitzen sich an der Übernahme von WhatsApp seitens Facebook.Da ist das „gute“ WhatsApp, das mit einer minimalen jährlichen Nutzungsgebühr schwarze Zahlen schreibt und da ist die „böse“ Datenkrake Facebook, die kein Geld verlangt und uns dafür zielgruppenorientierte Werbung einblendet.

Fakt ist: Beide Dienste sind höchst erfolgreich mit dem, was sie anbieten. Und wenn man die deutschen Nutzerzahlen zugrunde legt, ist WhatsApp mit 30 Mio. monatlichen Nutzern erfolgreicher als Facebook (27 Mio.), dessen Wachstum seit Kurzem etwas schwächelt.Theoretisch könnte damit Facebook zumindest auf deutschem Boden Reichweite gewinnen. Wobei es natürlich interessant wäre zu erfahren, wie viele Nutzer ohnehin schon beide Dienste nutzen. Die Zahl wird nicht ganz unerheblich sein. Immerhin unterhält WhatsApp auch eine ansehnliche Facebook-Präsenz mit knapp 6 Mio. Fans (allerdings weltweit).

Alles rennet, rettet, flüchtet

Eine Stimmung wie kurz vor dem Einsetzen der Sintflut macht sich breit. Facebook kommt und alles rennt davon.

Das wird natürlich kaum die Realität sein. Aber plötzlich schießen WhatsApp-Alternativ-Apps wie die Pilze in einem warmen, feuchten Herbst aus dem Boden. Threema, bislang nur einer eingeschworenen Gruppe von Sicherheitsfreaks bekannt, wird zum sicheren Hafen und verdoppelt innerhalb weniger Tage seine Nutzerzahlen auf immerhin 400.000. Es ist aber schwer vorstellbar, dass Facebook nur um Threemas willen 19 Mrd. Dollar ausgegeben hat. 😉

Warum also?

Geht es wirklich nur darum, einen „Konkurrenten aus dem Weg zu räumen“ (Lobo) oder „die Welt noch besser zu vernetzen“ (Zuckerberg). Die Wahrheit liegt dazwischen und hat sicher von beidem etwas. Von der Papierform her ist Zuckerberg vielleicht sogar näher an der Wahrheit. Was auch immer unter „Vernetzen“ zu verstehen ist.

WhatsApp und Facebook haben durchaus unterschiedliche Ansätze für unterschiedliche Kommunikationssituationen: WhatsApp – das ist primär die schnelle E-Mail unter persönlich Bekannten, Facebook – das ist meine eigene Vernissage für öffentliche Besucherscharen. So richtig konkurrenzmäßig erscheint das nicht. WhatsApp ist viel intimer, aber auch viel flüchtiger, was sich daran zeigt, dass bei WhatsApp die Zahl der Rechtschreibfehler die von Facebook nochmals dramatisch toppt 😉 (Was kümmert mich mein Post von gestern?)

Wofür also 19 Milliarden? WhatsApp ist wegen dreier Größen sicher ein guter Kauf (nicht nur für Facebook): Die immense Größe mit etwa 450 Mio. aktiven (!) Nutzern, die hohen Wachstumsraten und ein positives Betriebsergebnis. Weiteres Wachstum vorausgesetzt (so wird halt immer gerechnet) – fließen WhatsApp’s kontinuierlich steigende Abogebühren an Facebook. Wie viel das genau ist, wird sich ja irgendwann mal in Facebooks Quartalsberichten zeigen.

Und ob die Aussage des Ex-Geschäftsführers in spe und frisch von Facebooks Gnaden gebackenen Multimilliardärs, Jan Koum, in zwei Jahren noch gilt: „Werbung auf WhatsApp wird es nicht geben“? Wir werden sehen …

Weitere Datenquelle für Big Data

Einen weiteren Mehrwert bringt WhatsApp aber über seine Brautgabe: Die Daten der Nutzer, die auf einem intimeren Kommunikationskanal viel freizügiger reden als öffentlich. Und das macht natürlich die Profilierung von Nutzern viel realistischer. Immerhin sind beide Dienste nicht gerade Vorbilder, was Datenschutz und Datensicherheit angeht – das werden gerade die deutschen Zeigefingerheber nicht müde zu erklären. Und wer annimmt, das die NSA nur Facebook ausspäht, während sie WhatsApp-Nutzer ungeschoren lässt, weil die ja eine jährliche Gebühr bezahlen, nunja …

Ein besseres Targeting für Nutzer in einer „vernetzten Welt“ ist immer noch eher ein Versprechen oder eine Vision ist als eine Realität. Das will ich an einer kleinen Episode aus dem Paralleluniversum Google/Youtube erläutern:

In Ermangelung meines Interesses an Kanälen hat Youtube sich entschlossen, mir einfach einmal ein paar wichtige Kanäle als Abos angedeihen zu lassen. Unter anderem „Rock“ (was angesichts meiner angeschauten Videos gar nicht so falsch ist). Ich weise allerdings auch auf den etwas höher positionierten Andre Rieu hin – knapp unterhalb von Hammerfall-Sänger Joacim Cans 😉 und ich gebe darüber hinaus hier offiziell zu Protokoll, dass ich in der Regel weder Katzen- noch Hundevideos anschaue.

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Auf diesem Abo gab es dann eine Dame namens Demi Lovato, die zwar adrett aussieht, mir aber ansonsten (Asche auf mein Haupt) nicht das Geringste sagt. Also klicke ich mal in diese Aboempfehlung rein …

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Ah, das kenn ich doch irgendwo her? Also ganz ehrlich: Wäre das in Zeiten von targeted Dingsbums nicht möglich, diese grundlegende Frage vor einem Vorschlag zu prüfen? Die Wahrscheinlichkeit, dass ich als Deutscher auch in Deutschland ins Web gehe, scheint offenbar dafür zu niedrig zu sein.

Also ein genauerer Blick auf den Kanal „Rock“:

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Ja, holla … (ohne Worte)

Mit besten Grüßen
Ihr/Euer
Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 22. Februar 2014 in Social Media

 

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Social Media: Happy Birthday, Facebook

Diese Woche floss meine kreative Energie komplett in den divia-Blog. Ich mag die Infos und den Text aber so, dass ich sie hier nochmal nutze 🙂

birthday-17297_64010 Jahre Facebook. 10 Jahre Facebook! Gemessen an den Erwähnungen im Web (80,7 Mio. Treffer für „10 Jahre Facebook“) scheint das etwa 100-mal so wichtig wie die Mondlandung (892.000 Treffer).  Und egal ob Freund oder Feind – fast jeder kann mit dem Begriff zumindest was anfangen. Und auch wenn die Experten das vehement bestreiten: Social Media ist Facebook. Das heißt wohl auch, dass alle anderen feiern und Facebook die Füße still hält.

Mehr als Social Media

Facebook ist mehr als nur ein soziales Netzwerk, es ist einer dieser „Game changer“ – mit Auswirkungen auf Menschen, Gesellschaft und Geschäft. Und bis dato ist es unbestritten eine Erfolgsgeschichte. Was aber häufig ein bisschen aus dem Fokus gerät (gerade bei Privatnutzern), ist die Tatsache, dass Facebook ein Wirtschaftsunternehmen ist. Und auch im 21. Jahrhundert bleibt es für die Nutzer von „Umsonstdiensten“ eine unbequeme  Wahrheit, dass Wirtschaftsunternehmen Geld verdienen müssen. Facebook kennt dazu zwei Modelle: Werbung und … was war nochmal das andere? 😉 Achso, Bezahldienste. So eine Art Facebook-internes Paypal.

Obwohl die Geburtsstunde Facebooks 2004 schlug, ist das Phänomen in Deutschland noch nicht so alt. Holger Schmidt erwähnt – damals noch im FAZ-Blog (was die „herausragende“ Bedeutung des Themas anno 2008 unterstreicht ;)) – dass der deutsche Auftritt im März 2008 gestartet wurde. In Deutschland wird Facebook also nächsten Monat erstmal eingeschult. Damals führte Facebook-Vizepräsident Matt Cohler aus: „Facebook ist zurzeit nicht an Werbung oder Umsatz in Deutschland interessiert“.

Die Kasse klingelt

Passend dazu gab es damals auch keine offiziellen Angaben zu den Werbeeinnahmen. Für 2008 berichteten die üblichen „informierten Kreise“ von 400 Mio. US Dollar Werbeumsatz. Eigentlich eine imposante Zahl für ein Studentenprojekt. Noch größer wurde das Staunen, als die selben (?) informierten Kreise im Folgejahr von 700 bis 800 Mio. erzählten – und dass Facebook 10 Mio. Gewinn gemacht habe. Spätestens jetzt war das Interesse der Analysten geweckt: Facebook goes Business – steckt da Potenzial drin? Offizielle Zahlen zur Entwicklung der Werbeeinnahmen gibt es dann seit 2010. „Zeigt her Eure Zahlen“, heißt es nämlich, wenn man bei den Profis mitspielen möchte und an die Börse geht.

Statistik: Umsätze von Facebook weltweit nach Segmenten vom 1. Quartal 2010 bis zum 4. Quartal 2013 (in Millionen US-Dollar) | Statista

Die Geschwindigkeit „digitaler“ Geschäftsmodelle

In 10 Jahren von Null auf 7 Mrd. – das lässt sich doch sehen. Einige unserer DAX-Konzerne sind – zumindest laut Papierform – auch nicht viel älter. Die Deutsche Telekom wird nächstes Jahr 20, die Daimler AG wird dieses Jahr 16, Infineon ist gerade mal fünf Jahre älter als Facebook. Und macht weniger Umsatz: 3,8 Mrd. € (2012/2013). Natürlich haben sie „Vorgeschichten“, die bei Daimler zumindest bis in das Jahr 1883 zurückreichen. Ob Facebook irgendwann auch auf eine 100-jährige Firmengeschichte zurückblicken wird?

Oder ob es wie eine Wunderkerze abbrennt ausgelöscht durch eine „Epidemie„? Oder ob Halbkriminelle das Geschäftsmodell durch wildes Liken aushöhlen? Das wird kaum jemand wissen. Tatsache ist: Im Moment führt an Social Media, Verzeihung, Facebook wenig vorbei.

Und weil Facebook so fleißig Daten von seinen Nutzern bekommt, badet Mark Zuckerberg wie Smaug im eigentlichen Asset seines Unternehmens, dem Datenschatz. Mit dem lassen sich noch ganz andere Geschäftsmodelle realisieren. Es muss ja nicht immer nur Werbung sein. Vielleicht zur Abwechslung Marktforschung. Stichwort: Big Data. Oder haben Sie noch Ideen für Facebook Geschäftsmodelle? Oder Zukunftsutopien für Facebook? So, meine Blogzeit ist alle – ich muss schnell meine Timeline checken 😉

Mit besten Grüßen
Ihr/ Euer
Martin/ Reti

p.s.: Die Entwicklung der Jahreswerte für die Werbeumsätze habe ich hier nochmal in einer Grafik zusammengefasst:

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Umsätze in Mio. US Dollar, 2008 und 2009 Schätzungen entsprechend Text

Das Original des Beitrags gibt es hier.

 
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Verfasst von - 13. Februar 2014 in Social Media

 

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Social Media: No Country for Old Men?

Jetzt ist die traurige Wahrheit ans Tageslicht gekommen. Lange haben die Verantwortlichen sich geweigert, ihr ins Auge zu schauen. Doch nun lässt es sich nicht mehr leugnen, die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Facebook vergreist!

santaSchon im April wurde kolportiert, dass Jugendliche sich in Scharen von Facebook abwenden und ihre kostbare Onlinezeit andernorts auf den Kopf hauen. Socialbakers sah sogar einen Verlust von über 200.000 Facebooknutzern. Und winfuture sekundierte mit harten Fakten: Twitternutzer Patrick Moorhead berichtete, dass seine 12-jährige (!) Tochter Facebook mit den Worten beschied, es sei blöd und für alte Leute. Ob das nun prophetische Worte waren oder nicht: Im November räumte David Ebersman, der Finanzchef von Facebook, in etwas komplizierten Worten und auf positivere Betrachtungsweisen ablenkend ein, dass es wohl sein könne, dass man jugendliche Nutzer verliere. Woohaa! Das Ende ist nahe!

So betrüblich der Verlust Jugendlicher ist – die Werbetreibenden werden über andere Zahlen jubeln: Denn gleichzeitig wuchsen die Nutzerzahlen derer, die wir nicht originär mit sozialen Netzwerken in Verbindung bringen – stellt das Faktenkontor in seiner Studie fest: Die Menschen über 45. Und deren Geldbeutel sollten – so zumindest meine Erfahrung – praller gefüllt sein als die der Jugend, die ja vor allem eines im Übermaß hat: Zukunft und Perspektiven – hoffe ich zumindest.

Wenn Facebook reift, kann das dem Netzwerk eigentlich nur gut tun. Und welcher Social Media Berater wird nicht mit Freude seinem Kunden in ein, zwei Jahren verkünden: „Aber natürlich finden Sie Ihre Zielgruppe der einkommensstarken 50- bis 60-Jährigen auf Facebook.“
Leider, leider kann ich mit einer Aussage wie „Nutzen das Web 2.0“ nicht allzuviel anfangen. Das ist wie „Lesen die lokale Zeitung“. Titelzeile, Überschriften, Kommentare, Sportteil oder Todesanzeigen? Ober womöglich die Werbeanzeigen? 😉 Ich räume ein, dass die Plattformbetreiber und Analysatoren „ausgereifte Modelle“ für die Erhebung ihrer Daten anwenden, aber Nutzung und Nutzung – das können zwei sehr verschiedene Paar Schuhe sein. Aber möglicherweise liege ich ja völlig falsch und wir sehen in fünf Jahren wild auf ihren Smartphones rumtippende grauhaarige Menschen auf den Straßen. Bis der Gegenbeweis erbracht ist, bleibe ich bei meiner Vermutung, dass ältere Menschen soziale Medien anders nutzen als Jugendliche. Vor allem, weil sie sie nicht als integralen Bestandteil ihres Lebens verstehen. Sie kennen eine Zeit, in der man ohne always on überleben konnte.

Nun erreicht also der demografische Wandel auch das ewig junge Facebook. Sehen wir es gelassen: Auch das hippste soziale Netzwerk kann den Lauf der Zeit nicht zurückdrehen. Und auch Facebook erfindet sich nicht alle halbe Jahre neu und wird spektakulärer. Warten wir noch ein paar Jahre ab … und Facebook wird Greybook.

Frohe Weihnachten
Ihr/ Euer
Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 19. Dezember 2013 in Social Media

 

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Social Media: Kassensturz

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Bild: pixabay.com/ Gerd Altmann

Nachdem unsere Welt durch den Twitter IPO nun wieder um ein paar Milliardäre reicher ist, war es an der Zeit, wieder mal einen Blick auf einen Bereich unseres Lebens zu werfen, in dem sich Virtuelles mit Virtuellem paart: Aktien und digitale Geschäftsmodelle.

Im Februar noch machte sich Dennis Berman im Wall Street Journal Gedanken darüber, ob Twitter 10 Mrd. Dollar wert ist und ob 2014 die erste Umsatzmilliarde erreicht wird und wenige Monate später ging im Zwitschervogeluniversum die Post ab und wir alle erfuhren: Bislang hatte Twitter nicht einen müden Cent verdient. Tatsächlich wurden Jahr um Jahr Millionen und Abermillionen in den Untiefen des Webs versenkt. Ein offenbar todsicherer Aktientipp …

Wie wir mittlerweile alle mitbekommen haben, war der Börsengang höchst erfolgreich – im Gegensatz zu dem von Facebook. Ja, die Anteilskäufer rissen sich derart um die Twitterpapierchen, dass der Ausgabekurs immer mal wieder nach oben korrigiert werden „musste“. Wäre übrigens interessant zu erfahren, ob sich jemand daraus ein Nestchen gebaut hat. 😉

Invest in Social Media?

Eigentlich sollte man sich ja als so ein Social Media Typ ein kleines Social Media Aktienportfolio zulegen. Oder vielleicht zahlen die entsprechenden Social Media Agenturen ihren Mitarbeitern dieses Jahr mal den Bonus in Form von Aktien aus? 😉 Ich war auf jeden Fall daran interessiert, wie viel denn die Aktien dieser ganzen virtuellen Unternehmen kosten und wie viele davon im Umlauf sind.

Das belächelte Facebook übertrifft mittlerweile seinen Ausgabekurs um etwa zwei Euro, nachdem es zwischenzeitlich ziemlich geschwächelt hatte. Soviel ich weiß, verdient Facebook sogar Geld. Sogar gar nicht mal so wenig. Twitter hingegen hat ja „nur“ 70 Mio. Aktien ausgegeben. Die sind mittlerweile etwas weniger wert als noch vor der Ausgabe. Aber wie viel „Geld“ ist das denn jetzt? Hier also die Social Media Aktien-Liga. Alle Kurse stammen vom 15.11.2013

             Unternehmen              Anzahl Aktien               Kurs                    Gesamtvolumen (€) 

Platz 5:  Xing AG                            5,55 Mio.                   76,50 €                      425 Mio.

Platz 4:  Twitter                                 70 Mio.                   32,43 €                     2,27 Mrd.

Platz 3:  LinkedIn                         101,78 Mio.                 171,17 €                     17,4 Mrd.

Platz 2:  Facebook                          1,87 Mrd.                   35,40 €                     68,2 Mrd.

tja, was mag da jetzt noch kommen? Das ist jetzt zwar ein bisschen geschummelt und auch wenn Oliver Gassner sagte, man dürfe Facebook nicht mit Google+ vergleichen – beim Geld sind doch alle gleich. Nun gibt es zwar keine Google+ Aktie, aber Google ist schon länger an der Börse. Und das nicht ganz unerfolgreich:

Platz 1:  Google                              276,72 Mio.               766,29 €                     212 Mrd. 

Zum Vergleich noch zwei andere Aktienunternehmen aus der digitalen Welt, die es allerdings mit Google auch nicht aufnehmen können:

ebay                                    1,29 Mrd.                 39,20 €                     50,5 Mrd. 

Amazon                             457,73 Mio.               272,18 €                   124,5 Mrd.

Vielleicht ändert sich das ja, wenn Amazon auch „social“ wird? 😉 Mit 1100 € gibt es also ein durchgängiges Social Media- Aktienpaket, eine von jeder der Top5 – wobei man für die Google-Aktie allein schon zwei Drittel berappen muss. Allerdings dürften wir nach dem Kauf das Gefühl haben, dass uns ein Stück Internet gehört. Das könnte sehr befriedigend sein. 😉

Schönes Wochenende
Ihr/Euer
Martin/ Reti

 
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Verfasst von - 16. November 2013 in Social Media

 

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Social Media: Und es funktioniert doch

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Ein bisschen trommeln muss sein
Foto: Bernd Kasper/ pixelio.de

Und los geht’s mit Social Media – sind die Weichen im Unternehmen erstmal gestellt, werden flugs die Auftritte aufgebaut (hoffentlich nachdem es zumindest eine Art Plan gab, was man denn erreichen möchte). Und dann steht dieser tolle Auftritt da in den Weiten des Netzes … und vegetiert vor sich hin. Ah, da: der erste Fan – der Admin. Der zweite ist im Anmarsch, sein Stellvertreter (hoffen wir’s zumindest ;-)).

Woher die Fans holen?

Das erscheint den meisten Unternehmen – nicht zu Unrecht – noch ein wenig unbefriedigend. Immerhin will man ja Botschaften senden und möglichst viele Menschen erreichen. Nur – woher nehmen, wenn nicht stehlen? Ja, genau: die Botschaften und die Menschen. Bleiben wir erstmal bei den Menschen. Ein probates Mittel ist die Einladung der Social Media affinen Kollegen. Das kann in einem großen Unternehmen schnell mal eine ordentliche Manövriermasse geben. Aber für die meisten Seitenbetreiber wird das wohl nicht die gesuchte Jagdbeute („Zielgruppe“) sein. Es geht darum, Kunden oder zumindest am Unternehmen Interessierte zu gewinnen. Das können auch potenzielle Arbeitskräfte sein. Oder ideologische Unterstützer für bestimmte Meinungen.  Und die sind „irgendwo da draußen“ – in den unbekannten Weiten des sozialen Netzes.

Wie in der Zeitung: die Annonce

„Wie kommen wir schnell an die ran?“ Dazu haben sich zwei probate Wege etabliert: das Gewinnspiel und die Facebook-Anzeige. Wer eine überzeugende, nützliche, emotionale oder coole Botschaft hat, also eine wie auch immer geartete einfache (= in maximal 90 Zeichen) Nutzenargumentation aufbauen kann, fährt mit einer Anzeige gut. Die lässt sich sogar rudimentär eingrenzen – was zumindest hinsichtlich bestimmter Orte sinnvoll sein kann. Ob die Interessenangaben (so sie denn richtig sind) einen nützlichen Beitrag zur Eingrenzung zeitigen, muss im Einzelfall erwogen werden. Das Positive daran: Mit der Auswahl des Anzeigentextes kann ein direkter Filter gesetzt werden, der bestimmte Menschen anspricht: „Panzer, Hubschrauber und Befehle – erobere die Welt …“ – ok, ich bin raus, bin kein Napoleon :-). Achso, und das funktioniert natürlich nur bei Facebook …

Wie auf dem Jahrmarkt: die Tombola

Auch der Gewinnspiel-Weg funktioniert tatsächlich. Aeroxon beispielsweise hatte vor kurzem noch eine sehr überschaubare Schar von Fans. Mit einem/r einfachen Gewinnspiel/Verlosung schnellte die Zahl auf über 5.000 Fans hoch. Da das Unternehmen kleine Verbrauchsgüter für kleines Geld herstellt (biologische Insektenauslöscher) wurde mit der Aktion vermutlich tatsächlich der Markenname zu einigen Menschen transportiert, die ihn vorher noch nicht kannten. Ein Monitoringkonzept für die Anzahl der „Neukenner“ würde mich wirklich interessieren. das wäre mal wirklich eine interessante Kennzahl für den Erfolg eines Social Media Engagements 😉

Gleichzeitig können nun die eigentlichen Inhalte gepostet werden, mit denen Aeroxon sich vorstellen will: als Bollwerk gegen Krabbelzeug. Die Schnittmenge zwischen Gewinnspieljägern und Haushalts-Schädlingsbekaämpfern ist meines Erachtens durchaus ansehnlich. Schauen wir mal, wie die Geschichte weitergeht. Und welche Rolle die Facebookseite in der Kommunikationsstruktur des Unternehmens spielen wird. Bin mal gespannt, ob das jetzt wirklich eine Anlaufstelle für Brotkäfer-, Apfelblütenstecher- und Silberfischchen-Geschädigte wird. Bzw. ob das überhaupt gewünscht ist.

Schade nur, dass auf diesem Weg, der ursprüngliche Fan, der ganz ohne Aufforderung kam, ein wenig herabgewürdigt wird. Er ist kein Geschenk wert. Dabei ist er eigentlich derjenige, der sich für das Unternehmen oder seine Leistungen wirklich interessiert. Und der im Zweifelsfall vielleicht sogar für das Unternehmen in die Bresche springen wird. Ob man aus den angelockten Söldern auch loyale Truppen machen kann? Bestimmt! Das ist dann der Giengersalto mit halber Drehung über der Stange* in der Social Media.

Beste Grüße
Ihr/ Euer
Martin/ Reti

* G-Element am Reck: Höchste Schwierigkeit beim Gerätturnen

 
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Verfasst von - 12. September 2013 in Social Media

 

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Social Media: Video killed the Radio Star

Am 1. August 1981 ging MTV auf Sendung. Und das erste, was wir* zu hören und zu sehen bekamen, war eine Art Kindervideo mit Musik, aber – wie MTV wohl hoffte – prophetischer Aussagekraft: Video killed the Radio Star von den Buggles. Ich weiß gar nicht, ob Radiosender den Titel jemals gespielt haben. Aber weil ich ihn immer noch frisch finde, habe ich das Video mal eingebunden.
Video killed the Radio Star

Ach so? Video killed the radio star?

Im Radio hat sich viel getan seitdem. Da wir letzte Woche bei der BERA Besuch von Radio Ton hatten, habe ich mir mal ein paar Zahlen angeschaut: Heute gibt es über 3000 Webradios. Denen stehen etwa 300 Sender entgegen, die in der Tradition des Rund“funkens“ ihre Programme in den Äther blasen. Nun könnte man folgern, dass die Buggles Recht hatten. Doch „aua, aua“ – das erscheint ein bisschen vorschnell.

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Der Gipfel des Genuss? Aber sicher ein Radiofan 😉
Bild: Andreas Bouloubassis/ pixelio.de

Bereits 2010 prognostizierte Goldmedia dem Webradio eine glorreiche Zukunft. Damals gab es 2700 „Sender“, die 8,8 Mio. € für Werbung einnahmen. Für den ganz großen Wurf wurden wir auf das Jahr 2014 vertröstet – das nun nur noch sieben Monate entfernt ist. Prognose: Verdreifachung auf 28,5 Mio. €. Der tatsächliche Status hingegen: Gerade mal 45 Prozent der Sender erzielten 2011 Werbeeinnahmen von insgesamt 14,1 Mio. €, die Kostendeckung liegt bei 71 Prozent (Webradiomonitor 2012). Damit nimmt so ein Webradio gerade mal 4.700 € ein – im Schnitt und pro Jahr. Der momentan – vor allem für Fußballfans – traurige Höhepunkt: 90elf stellt seinen Sendebetrieb ein.

Drei Stunden Radio hören die Menschen in Deutschland täglich. Und zwar vor allem aus dem klassischen Äther (sag ich mal – bitte Gegenbelege gerne als Kommentar). Die Radiostatistik 2012 bestätigt zumindest meine Annahme. Video oder besser Web killed the radio star sieht für mich anders aus.

Das klassische Radio wird weiterleben**

Auch ein kurzer Blick in das Social Web gibt hier ein ziemlich klares Bild:

Bis auf den Martkführer Radio NRW, den ich nicht auf die Schnelle auf Facebook auftreiben konnte, haben zumindest einige der Top Ten ansehnliche Fanzahlen:

  • Radio NRW –
  • SWR 3: 175.000 Fans
  • Antenne Bayern: 241.000
  • EinsLive (WDR): 266.000
  • WDR 2: 19.000
  • Bayern 3: 40.000
  • NDR 2: 55.000
  • Radio FFH: 161.000
  • BigFM: 2.500 (!)
  • Radio FFN: 125.000

Eine Korrelation zwischen Reichweite und Social Media Fanzahlen lässt sich wohl kaum feststellen. 😉 Ein wirklich kurzer (und damit wahrscheinlich unfairer) Blick auf die Auftritte von Webradios mit Dutzenden oder im Erfolgsfall einigen Tausend Fans illustriert auch in dieser Hinsicht die sehr unterschiedliche Präsenz. Aber auf der anderen Seite kann ich mir kaum vorstellen, dass das Radioprogramm der Webradios schlechter ist. Und sind wir ehrlich: Eine Nachrichtenredaktion könnte sich heute im Internet oder womöglich sogar in den sozialen Medien leicht bedienen. Auf längeren Autofahrten höre ich im Halbstundentakt – kurz vor oder nach „halb“ und „ganz“ – immer dieselben „Neuigkeiten“.

Auf geht’s ins Social Web

Gerade vor diesem Hintergrund ergibt ein Engagement im social Web einen großen Sinn. Social Media kann haufenweise Aktivitäten nachnutzen oder integrieren, die direkt im Zusammenhang mit dem „Rundfunk“-Angebot stehen. Zum einen können über Bilder oder die zeitliche Entkopplung von Liveprogramm zusätzlicher Nutzen für Hörer generiert werden: Wir machen Außerhaus-Aktionen? Hier kommen die Bilder. Ihr wollt einen Blick in das Studio? Hier kommen unsere Moderatoren. Ihr wollt live ins Programm? Oha, das können wir ja auch über Social Media machen. Das ist ja noch einfacher als telefonieren. Ihr habt einen Song oder einen Beitrag verpasst. Ok, stellen wir über Facebook bereit. Der gute alte Dr. Music könnte wieder auferstehen, die Hörer-Hitparade, der Song des Tages, Zeig mir Deine Playlist von Smartphone … die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos.

Die drei coolsten Fakten daran

  1. Wer Unterhaltung macht, kann geradezu jeden Sch… posten, der für Unternehmen absolutes No Go ist. Beispiele gefällig? Bitteschön.
  2. Fan = Hörer? Das ist eine Gleichung, die für mich einfacher aufgeht als Fan = Käufer oder Fan = Mitarbeiter.
  3. Musik als ein wesentlicher Bestandteil von Radio transportiert per se schon mal Emotion. Das schadet schon gleich mal gar nicht für dauerhafte Beziehungen 😉

Radio und Social Web – das passt für mich perfekt. Und gerade für Webradios sollte ein Engagement im Social Web obligatorisch sein. Die Content Strategie schreibt sich fast von selbst. Wenn das mit dem einfachen Reichweitengewinn funktioniert, dann mit Medien. Also ran an den Speck, äh das Social Web.

So, ich schau mir nochmal die Buggles an, aber in einer moderneren Version, sonst bekomme ich auch Augenkrebs. Oder vielleicht doch was Schöneres für die Augen 😉

The Corrs Radio – unplugged***

Ihr/ Euer
Martin/ Reti

* Ich verwende das WIR hier nur mal verallgemeinernd. ICH hatte nämlich keinen Zugang zu irgendwelchen kabelgebundenen Fernsehprogrammen, die über ARD, ZDF und den SDR (!) hinausgingen 😉

** behaupte ich halt mal …

*** bis der EuGH entscheidet, dass das Einbinden von youtube-Videos illegal ist, wird noch ein wenig Zeit vergehen 😉

 
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Verfasst von - 23. Mai 2013 in Social Media

 

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